Kuratoriumsmitglied besucht Förderprojekt in Kolumbien

Im Frühjahr 2025 reiste Professor Christoph de Oliveira Käppler, Kuratoriumsmitglied der Georg Kraus Stiftung, nach Kolumbien. Dort konnte er das von der Georg Kraus Stiftung seit 2022 geförderte Projekt ‚Aromatízate‘ der Fundación Friese vor Ort besuchen und berichtet uns:

„Die Fundación Friese setzt sich bereits seit über 10 Jahren für die Rechte von Menschen mit Behinderung in Kolumbien ein. Besonders Frauen in abgelegeneren Gegenden sind von vielfacher Benachteiligung betroffen, einerseits durch Armutserfahrungen sowie Behinderung, andererseits auch durch patriarchal geprägte Strukturen, welche die soziale und politische Teilhabe beeinträchtigen Die Fundación Friese versteht sich als Gemeinschaftsprojekt und Ort der Begegnung sowohl für Menschen mit und ohne Behinderung als auch für Menschen verschiedener sozialer Milieus. die Projektteilnehmerinnen werden in selbstgewählten Bereichen des praktischen Lebens begleitet und gefördert.

So entstand unter Einbezug der Familien die Kräuter(tee)marke ‚Aromatízate‘. Die Teilnehmerinnen bauen auf der inzwischen auf rund 700 qm ausgedehnten Fläche verschiedene Kräuter wie Rosmarin, Zitronengras oder Minze an, die anschließend über Trocknung, Sortierung und Verpackung bis zum verkaufsfertigen Endprodukt alle von Hand verarbeitet werden.

Für die Mitarbeiterinnen und Teilnehmerinnen des Projekts war der Besuch aus Deutschland ein besonderes Ereignis. Durch die Förderung der Georg Kraus Stiftung konnten Arbeitsschritte professionalisiert werden, auch die Anbaufläche wurde vergrößert. Die Gäste erhielten Einblicke in die nun verbesserten Produktionsabläufe und konnten sich bei einem Rundgang einen Überblick über das Gelände und die Anbaufläche verschaffen. Ein 2024 zugewandter Betrag der Georg Kraus Stiftung wurde in den Einbau eines Solarventilators investiert, um die Effizienz des Trockenregals zu steigern.

Für die Teilnehmerinnen ist das eigene, produktive Projekt ‚Aromatízate‘ nicht nur Zentrum eines sinnerfüllenden Tagesablaufs innerhalb der Einrichtung, sondern wirkt darüber hinaus in den gesellschaftlichen Kontext. Im Dorf und in den Familien werden die jungen Frauen mit ihren Produkten identifiziert, sie sind nicht länger nur Empfängerinnen caritativer Zuwendungen, sie sind als ‚Emprendedoras‘ beschäftigt, die mit Gemeinschaftsgefühl und Stolz hinter ‚Aromatízate‘ stehen. Entsprechend resümierte Käppler den Besuch vor Ort: „Es war wirklich beeindruckend zu sehen, in welcher Weise dieses vorbildliche Projekt das Leben von sonst oft vergessenen und verborgenen Frauen mit Behinderungen lebenswerter macht.“