J.Dettmann
J.Dettmann

Brasilien | Prevenção, Proteção & Ação (Prävention, Schutz, Handeln) – Nr. 115

In dem von Armut und sozialer Ungleichheit geprägten Stadtteil Contorno, etwa 10 km von Petrópolis entfernt, mangelt es an staatlichen Investitionen in Bildung und es gibt kaum Freizeitangebote. Gleichzeitig fehlt es vielen Kindern an Wissen über ihre Rechte, wodurch sie besonders gefährdet sind. Sexuelle Gewalt ist in Brasilien ein großes Problem. Die Folgen sexuellen Missbrauchs sind für Kinder schwerwiegend und reichen von Angst, Scham und Schuldgefühlen bis hin zu Depressionen und Verhaltensstörungen. Auch frühe Schwangerschaften verstärken bestehende Kreisläufe von Armut, Gewalt und fehlenden Bildungschancen. Das Projekt von „Kinder in Rio e.V.“ setzt deshalb auf Prävention und möchte Kinder nachhaltig stärken. In Workshops und im täglichen pädagogischen Alltag lernen sie spielerisch ihre Rechte kennen, entwickeln ein Bewusstsein für körperliche Selbstbestimmung und erfahren, wie sie sich vor sexuellem Missbrauch schützen und Hilfe erhalten können. Ergänzend werden monatliche Elternabende durchgeführt, um Sorgeberechtigte zu sensibilisieren und ihnen konkrete Hilfsangebote aufzuzeigen

Mali | Mehr Einkommen schaffen mit Frauennetzwerk und Landwirtschaftsprojekte – Nr. 82

Das Projekt stärkt Frauen in den Regionen Bamako und Koutiala. Als Hauptverantwortliche für das Haushaltseinkommen schließen sie sich in Kooperativen zusammen, um wirtschaftliche Risiken und steigende Alltagspreise gemeinsam zu bewältigen. Der Verein „Aktion Pro Afrika e. V.“ unterstützt mit Hilfe der Georg Kraus Stiftung diese Zusammenschlüsse gezielt durch einkommensschaffende Initiativen und Wissensvermittlung. Die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen dieser Frauen steht dabei im Fokus. Grundlegende Kenntnissen im Finanzwesen, der Buchhaltung und der Betriebswirtschaft gehören zu den Fortbildungen. Dadurch werden die Frauen befähigt, finanzielle Reserven für den strategischen Einkauf von Grundstoffen zu bilden. Das Netzwerk strebt an, die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Kooperativen langfristig zu festigen und Frauen zu krisenresistenten Unternehmerinnen auszubilden. Durch ein stabileres Einkommen verbessert sich die Ernährungssituation der Familien und gleichzeitig steigen dadurch auch die Bildungschancen der Kinder.

 

Zuvor förderte die Georg Kraus Stiftung vor Ort weitere Projekte: „Mit eigenem Einkommen aus der Armut – Hühnerzucht für Frauen aus Marseille”. Ziel hierbei ist es, dass die Frauen fundiertes Fachwissen im Bereich der Tierhaltung erwerben, ein eigenes Einkommen erwirtschaften und so ihre Position in der Familie sowie in der Gesellschaft stärken.

Auch das „Landwirtschaftsprojekt für die Frauen in Djigué“ leistete einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation der dortigen Frauen, die der Frauenorganisation „Yiriwa ton“ angehören. Fester Bestandteil des Projekts war eine dreijährige landwirtschaftliche Schulung. Diese trug aktiv dazu bei, die Armut in Djigué zu bekämpfen und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Die Zielsetzung umfasste unter anderem, die Ernteerträge durch Vielfalt zu steigern und die gesamte landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen. Das zu bewirtschaftende Terrain befand sich im Besitz der Frauenorganisation. Während die Ernten die Ernährung im Dorf sicherten, wurden die erwirtschafteten Überschüsse erfolgreich auf dem Markt verkauft.

Laos | Aus- und Weiterbildung für ein Lern- und Lesezentrum- Nr. 137

 

Kinder und Jugendliche in ländlichen Regionen von Laos sind stark von Armut und struktureller Bildungsbenachteiligung betroffen. Um diesen generationenübergreifenden Kreislauf zu durchbrechen, fördert der Verein Books for Laos e. V. gezielte Lernmöglichkeiten. Seit 2018 betreibt der lokale Partner Reading Elephant Laos eine Kinderbibliothek in Ban Houayxay und versorgt dörfliche Schulen per Büchermobil. Fehlende Lesekompetenz und mangelnder Zugang zu Büchern schränken den Bildungserfolg dort massiv ein.
Vor diesem Hintergrund wird 2026 ein zweites Lern- und Lesezentrum im Distrikt Pha Oudom mit Hilfe der Georg Kraus Stiftung eingerichtet. Die Region ist durch hohe Armut und einen großen Anteil der ethnischen Minderheit der Khmu geprägt. Sprachbarrieren und struktureller Analphabetismus verstärken die Benachteiligung. Das neue Zentrum soll durch Ausstattung, Aus- und Weiterbildung diese Defizite abbauen. Die langfristigen Oberziele sind ein verbesserter Zugang zu außerschulischen Bildungsangeboten sowie die Stärkung grundlegender Lese- und Lernkompetenzen für erfolgreiches schulisches und lebenslanges Lernen.

Flut in Nepal

 

Wir unterstützen die Flutopfer in Nepal. Dieser Junge wurde über unseren Projektpartner „Shanti Leprahilfe Dortmund e. V.“ mit dem Nötigsten versorgt: Nahrung, eine Matratze, Kleidung und Hygieneartikel. Tausende haben ihr Zuhause und alles, was sie besaßen, verloren. Jeder Euro zählt. Wir leiten Ihre Spende zu 100 % an unsere Partner vor Ort weiter.

Unser Jahresbericht ist online

 

Der Jahresbericht der Georg Kraus Stiftung 2025 ist nun fertiggestellt. Er wurde auf der Homepage der Stiftung veröffentlicht. Damit erfüllt die Georg Kraus Stiftung ihre selbst gestellten Ansprüche auf Offenheit und Transparenz.
Im Jahr 2025 unterstützte die Stiftung 65 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Hinzu kommen lokales Engagement und Projektförderungen in Osteuropa.

Hier geht es zum Jahresbericht 2025 

Bildung baut Brücken

Am 13.06.2026 eröffnete Oberbürgermeister Dennis Rehbein die Feier zum 30. Jubiläum der Georg Kraus Stiftung in den Räumlichkeiten der Museumsterrassen des Freilichtmuseums Hagen. Er würdigte das lokale Engagement. Hierzu zählen neben den Projekten für Senioren die „Hagener Schul-Kino-Tage“, der Schulpreis die langjährige Unterstützung der Einrichtung „CORBACHER 20“ in Haspe. Sie ist seit 33 Jahren eine viel genutzte Beratungsstelle für zahlreiche Bürger in sozialen und finanziellen Angelegenheiten.

Carola Kraus, Vorsitzende, dankte den Gremien der Stiftung, den Wegbeleitern, Freunden, Förderern und Netzwerkpartnern für das langjährige Engagement. Erich G. Fritz, der zuvor 10 Jahre die Stiftung geleitet hatte, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Lokales Engagement mit Schulwettbewerb

Die Welt von morgen braucht kluge Köpfe mit globalem Weitblick. Unter dem Motto „sei genial – denk global!“ hat die Georg-Kraus Stiftung den 2. Schulpreis ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt waren die 8. und 9. Jahrgänge aller weiterführenden Schulen im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg. Die Bewerberklassen haben sich intensiv mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen auseinandergesetzt. Die Fragestellung, wie eine Weiterentwicklung der Welt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Weitsicht gelingen kann, wurde zum zentralen Thema in zahlreichen Klassenzimmern.

Nach intensiver Sichtung aller Beiträge tagte die Jury am 8. Mai, um die besten Arbeiten auszuwählen. Da die Entscheidung schwerfiel, erweiterte Michael Dirkx, Mitglied der Jury und Geschäftsführer der Schmitz Stiftungen spontan den ausgelobten Gewinn. Durch die Spende der Schmitz Stiftungen erhöhte sich die ausgeschriebene Gewinnsumme von 13.500 € um 5.000 €. Dadurch konnte ein weiterer 3. Platz und mehrere Anerkennungspreise vergeben werden.
Den ersten Platz sicherte sich in diesem Jahr das Städtische Gymnasium Olpe (Foto). Auf dem zweiten Platz folgt das Käthe-Kollwitz-Gymnasium Dortmund. Den dritten Platz erlangte die Dietrich-Bonhoeffer Realschule in Schwelm und das Christian-Rohlfs-Gymnasium in Hagen.

Carola Kraus, Vorsitzende der Jury: „Die Klassen haben fächerübergreifend, lebendig und praxisnah gearbeitet. Es ist inspirierend zu sehen, wie fundiert und leidenschaftlich sich die Jugendlichen mit der Agenda 2030 beschäftigen.“

Als Preis erhalten die vier Gewinnerklassen ein besonderes Gemeinschaftserlebnis in Form eines frei wählbaren Klassenausflugs. Zusätzlich wird jede Schule mit einem Geldpreis belohnt. Die Gewinnerklassen entscheiden mit, wie das Preisgeld ihrer Schule eingesetzt wird.

Die erstplatzierte Schule erhält 2.500 Euro für die Klassenkasse und weitere 3.000 Euro für die Schule. Der zweite Platz darf sich über 2.000 Euro für den Ausflug sowie 2.500 Euro für die Gemeinschaft freuen. Die drittplatzierten Schulen werden mit 1.500 Euro für die Klasse und 2.000 Euro für schulische Zwecke unterstützt. Die Anerkennungspreise belaufen sich auf je 200 € für die Klassenkasse.

Die Georg-Kraus-Stiftung gratuliert den Gewinnern herzlich und bedankt sich bei allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern für die kreativen Beiträge.

30 Jahre Georg Kraus Stiftung

Seit drei Jahrzehnten setzt die Georg Kraus Stiftung mit Sitz in Hagen ein Zeichen für globale Gerechtigkeit und soziale Verantwortung. Was 1996 durch die Initiative von Hans-Georg und Anne Kraus begann, hat sich zu einer facettenreichen Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit entwickelt. Zum 30. Jubiläum blickt die Stiftung auf geförderte Projekte in über 70 Ländern zurück.
 

Weg aus der Armut
Gemäß ihrem Leitsatz „Der beste Weg aus der Armut ist der Schulweg“ konzentriert sich die Stiftung vorrangig auf Bildungsmaßnahmen für benachteiligte Kinder und Frauen im Globalen Süden. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist dabei das Leitmotiv. Im Fokus steht die die gezielte Unterstützung von Menschen in ihren eigenen Bemühungen, unverschuldete Not zu überwinden. Das Ziel ist es, Menschen in ihrem Heimatland eine Zukunftsperspektive zu geben und unabhängig von fremder Hilfe selbst ein gesichertes Auskommen zu erzielen.

Engagement vor der eigenen Haustür
Neben der internationalen Arbeit engagiert sich die GKS in Hagen und Solingen gegen die Vereinsamung im Alter. Projekte zum „Gemeinsamen Wohnen“ fördern den sozialen Austausch und die gegenseitige Unterstützung von Senioren. 2022 sanierte die Georg Kraus Stiftung die ehemalige Villa Eversbusch in Hagen Haspe und baute sie zu einer Wohngemeinschaft für demenziel veränderte Menschen um.

 

 

KINOSTART „GIRLS DON’T CRY“

Dieser Film von Sigrid Klausmann und dem Produzenten Walter Sittler ist ein Kino- Dokumentarfilm über 6 Mädchen aus 6 Ländern. Mit dem Film wollen sie ein Bewusstsein für die Nachhaltigkeitsziele schaffen. Sie möchten das Engagement für die Rechte von Mädchen und Frauen fördern, Rollenbilder hinterfragen und Diskussionen anregen, in der Schule, im Freundeskreis und im Elternhaus. Dabei geht wesentlich um das „Empowerment“ von Mädchen und Frauen.

Der Film hat bereits über 50 Festivaleinladungen weltweit und erhielt mehrere Preise. Die Festivalreise geht noch weiter, demnächst z.B. nach Izmir, zu einem Filmfestival, das explizit Filme von weiblichen Regisseurinnen einlädt. Der Film lief u.a. im Kongo, in Syrien, in Islamabad, Griechenland, Finnland, Norwegen, Lettland, USA und weiteren Orten.

Das Filmprojekt wurde von der Georg Kraus Stiftung gefördert und hat am 30. April seinen offiziellen Kinostart.

Weltweites Wirken – Unsere Projekte im Überblick

Wo genau ist die Georg Kraus Stiftung eigentlich aktiv? Um diese Frage noch anschaulicher zu beantworten, haben wir eine interaktive Karte ins Leben gerufen. Hier finden Sie eine gezielte Auswahl unserer vielfältigen Projektarbeit rund um den Globus. Wir möchten Ihnen damit einen transparenten Überblick über unsere weltweiten und vielschichtigen Förderungen geben und die Besucher unserer Internetseite dazu inspirieren, mehr über die einzelnen Initiativen vor Ort zu erfahren. Da unsere Arbeit niemals stillsteht, wird auch die Karte laufend erweitert. Viel Spaß beim Stöbern!