Kategorie: Entwicklungsprojekte Asien

Laos | Aus- und Weiterbildung für ein Lern- und Lesezentrum- Nr. 137

 

Kinder und Jugendliche in ländlichen Regionen von Laos sind stark von Armut und struktureller Bildungsbenachteiligung betroffen. Um diesen generationenübergreifenden Kreislauf zu durchbrechen, fördert der Verein Books for Laos e. V. gezielte Lernmöglichkeiten. Seit 2018 betreibt der lokale Partner Reading Elephant Laos eine Kinderbibliothek in Ban Houayxay und versorgt dörfliche Schulen per Büchermobil. Fehlende Lesekompetenz und mangelnder Zugang zu Büchern schränken den Bildungserfolg dort massiv ein.
Vor diesem Hintergrund wird 2026 ein zweites Lern- und Lesezentrum im Distrikt Pha Oudom mit Hilfe der Georg Kraus Stiftung eingerichtet. Die Region ist durch hohe Armut und einen großen Anteil der ethnischen Minderheit der Khmu geprägt. Sprachbarrieren und struktureller Analphabetismus verstärken die Benachteiligung. Das neue Zentrum soll durch Ausstattung, Aus- und Weiterbildung diese Defizite abbauen. Die langfristigen Oberziele sind ein verbesserter Zugang zu außerschulischen Bildungsangeboten sowie die Stärkung grundlegender Lese- und Lernkompetenzen für erfolgreiches schulisches und lebenslanges Lernen.

Indien | Zukunftsverbesserung durch Berufsausbildung – Nr. 165

In den ländlichen Regionen von Andhra Pradesh im Süden Indiens betreibt die „Indienhilfe Trippstadt NALAM e. V.“ ein Waisenhaus mit 155 Mädchen. Aktuell haben einige junge Frauen die 10. Klasse erfolgreich abgeschlossen. Doch mit diesem Abschluss endet die Förderung und die Mädchen müssen das Heim verlassen. Um zu verhindern, dass sie zurück in die Chancenlosigkeit fallen, ermöglicht ihnen NALAM mit Unterstützung der Georg Kraus Stiftung eine qualifizierte Berufsausbildung. Sechs junge Frauen treten einen Weg an, der in der indischen Gesellschaft hoch angesehen ist: Am Anu Paramedical College absolvieren sie ein zweijähriges Studium. Diese Ausbildung ist mehr als ein Jobprofil – sie ist eine Versicherung gegen die Armut.

 

Nepal | Trinkwasserversorgung mit Wasser-Pumpsystem, Bagmati Province, Nr. 159

Die Gemeinschaft der indigenen Chepang im Projektgebiet hat kaum Zugang zu Bildungseinrichtungen, Wasser, sanitären Einrichtungen und medizinischer Versorgung.Der Verein „Nepal-Inzlingen, Hilfe für Kinder e. V.“ startete ein integratives Projekt, welches die Lebensqualität der Chepang nachhaltig verbessern möchte. Der Projektplan beinhaltet u. a. die Erstellung eines Schulgebäudes, die Versorgung mit Trinkwasser, die Erstellung eines Wasserrückhaltebeckens, den Bau von Toiletten und die Unterstützung der landwirtschaftlichen  Aktivitäten. Der Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser wird höchste Priorität eingeräumt, denn es besteht akuter Wassermangel. Die Bewohner sind abhängig von weit entfernten Wasserquellen, die unzureichend und nicht verlässlich sind. Die Georg Kraus Stiftung finanziertdie Erstellung des Trinkwasser- Pumpsystems. Das Wasser aus einem Tank der Middle Orbang Gemeinde wird über eine Distanz von 950 Metern und 300 Höhenmetern in einen Tank in der Upper Orbang Gemeinde hochgepumpt.

Zukünftig können 48 Haushalte mit Trinkwasser versorgt werden. Dies ist der entscheidende Start für die Weiterentwicklung der Infrastruktur und die Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen vor Ort.

Kambodscha | Aufklärungs- und Gesundheitsprojekt für Schulen – Nr. 156

In zahlreichen Regionen Kambodschas werden Sexualitätsthemen aus Gründen der kulturellen Normen geheim gehalten. Es mangelt an Aufklärung über Menstruation und Verhütung. Viele Schulen und Gemeinden bieten keine ausreichenden Bildungsprogramme an, wodurch Mädchen und Jungen nicht das notwendige Wissen erhalten, um informierte Entscheidungen über ihre Gesundheit zu treffen. Tabus in Bezug auf den Monatszyklus sind weit verbreitet und schränken die Teilhabe von Mädchen am Schul- und Gemeinschaftsleben stark ein. Sie bleiben daheim und verpassen den Unterricht, was zur Folge hat, dass sich Bildungslücken auftun. Das Risiko, in jungen Jahren schwanger zu werden erhöht sich aufgrund unzureichender Aufklärung. Als Folge heiraten die Mädchen in jungen Jahren und beenden ihre schulische Ausbildung.

Ein Problem ist der Mangel an Unterstützung und Ressourcen in vielen Schulen, insbesondere in abgelegenen Gebieten. Diese Schulen verfügen nicht über die notwendigen Mittel, um angemessene Menstruationshygiene-Dienstleistungen und Aufklärungsprogramme bereitzustellen.

In der Provinz Kampong hat sich der Verein „Kleine Hilfsaktion e. V.“ dieser Problematik angenommen. Das Projekt zielt darauf ab, diese Herausforderungen durch gezielte Maßnahmen und Interventionen zu bewältigen und somit die Lebensqualität und Zukunftschancen der betroffenen Mädchen zu verbessern.

Der Zugang zu angemessenen Menstruations-Hygieneprodukten wurde durch bereitgestellte Menstruationshygiene-Kits verbessert. Das Schulpersonal erhielt im Bereich Pubertät und Sexualität Weiterbildungen. Eine verantwortliche Person steht als Ansprechpartner den SchülerInnen zur Seite. Die Toilettenanlagen sind nun nach Geschlecht getrennt und entsprechend ausgestattet. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen werden die Bildungschancen der Mädchen und jungen Frauen zukünftig deutlich verbessert.

Vietnam | Bildungsräume für das Waisenheim in Kon Tum, Projekt-Nr. 149

Das Waisenheim befindet sich in einem Vorort von Kon Tum Stadt, der Hauptstadt der Provinz Kon Tum, in der Region des zentralen Hochlands von Vietnam. Dort herrscht ein monsunbeeinflusstes, feuchtes subtropisches Klima. Die Provinzstadt. Die Bevölkerung dort lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft, insbesondere dem Anbau von Pfeffer und Kaffee.

Teresa, die Leiterin des Waisenheims, ist selbst in einem Heim aufgewachsen und hat dort sich zur Lebensaufgabe gemacht Kindern mit ähnlichem Schicksal eine glückliche Kindheit zu ermöglichen. Die heute Vierzigjährige war noch sehr jung als ihre Eltern starben und sie, ihre Schwester und ihr Bruder somit zu Vollwaisen wurden. Da sich niemand in ihrer Familie um die drei kümmern konnte, wuchsen sie in einem Waisenheim in der Region auf. Es handelte sich eher um eine nicht kinderfreundliche Unterbringung als um ein kindgerechtes Zuhause.

Mit viel Mut und Zielstrebigkeit gelang es ihr 2005 ein Waisenheim in der Hauptstadt der Provinz Kon Tum zu eröffnen. Der Verein „LittleBigDreams“ unterstützt das Haus und finanzierte Schlafsäle, Sanitärräume, eine Bäckerei, Wassertanks, Solaranlagen und ein Areal mit 300 Obstbäumen.

Zurzeit leben 93 Mädchen und Jungen ab einem Alter von zweieinhalb Jahren im Heim. Die meisten Kinder gehen zur Grundschule, 32 Kinder sind in der Mittelstufe, 13 besuchen die weiterführende Schule und fünf sogar schon die Universität. Die Mehrheit gehört der ethnischen Minorität der Montagnards an, die in extremer Armut leben. Derzeit erledigen die Kinder ihre Hausaufgaben in einem alten, halboffenen Klassenraum auf dem Heimgelände. In diesem Raum finden aber nur 15 von 93 Kindern Platz und es gibt keinen Schutz vor schlechten Wetterbedingungen. Daher finanziert die Georg Kraus Stiftung die Errichtung von zwei Bildungsräumen. Die neuen Lernräume dienen als gemeinschaftliche Arbeitsstätten, in denen Hausaufgaben erledigt und schulische Projekte bearbeitet werden können. Während der Ferien erhalten die Kinder dort die Möglichkeit, den Schulstoff auf spielerische Weise zu wiederholen und zu vertiefen. In den Räumlichkeiten findet auch der Englischunterricht statt. Wer Englisch sprechen kann, hat bessere Chancen in der Berufswelt. So können die Kinder gut ausgebildet in die Zukunft starten.

Laos | Bau eines neuen Vor- und Grundschulgebäudes im Dorf Tahuak Neua, Provinz Salavan – Nr. 120

In den ländlichen Gebieten der Provinz Salavan liegt die Einschulungsrate außerhalb der Hauptverkehrsstrecken unter 80 %. Nur ca. 50 % beenden die fünfte Klasse. Auch nach Abschluss dieser Klasse können viele Kinder nur ansatzweise schreiben, lesen und rechnen. Insbesondere sind die Mädchen betroffen, die oftmals nur ein oder zwei Jahre die Schule besuchen, da sie ihren Familien helfen müssen.

Alle Einwohner gehören zu der Ethnie Pakok. In den Familien wird nur die ethnische Sprache gesprochen und ca. 70 % der 5-jährigen Kinder haben keine Möglichkeit der Teilnahme an einer frühkindlichen Bildung. Somit ist der Start ins Schulleben durch mangelnde Vorbereitung und das Erlernen einer fremden Sprache doppelt schwer.

Die alte Grundschule Tahuak Neua wurde vor vielen Jahren von der Dorfbevölkerung selbst gebaut. Sie befindet sich in einem sehr schlechten Zustand und ist inzwischen viel zu klein. Das alte Haus wurde während der Regenzeit fast jährlich überschwemmt. Deswegen hat das Dorfkomitee beschlossen, die neue Grundschule an einen sichereren Platz umzulegen. Die Deutsch-Laotische Gesellschaft (DLG) e.V errichtet dort mit Unterstützung der Georg Kraus Stiftung ein neues Schulgebäude. Es umfasst drei Klassenräume, davon einen für die Vorschule. Für ganzjährig frisches Trinkwasser sorgt ein Brunnen mit Solar-Pumpe. Ein Sanitärbereich, eine Spielplatzgestaltung und eine Umzäunung komplettieren das Schulgebäude.

Der Neubau bietet für Lehrer und Kinder ein verbessertes Lernumfeld. Es gibt mehr Platz, Sauberkeit und Schutz vor Regen, Kälte, Sonne und Staub. Die tägliche Allgemeinhygiene wird ganzjährig durch Fließendwasser gewährleistet und deutlich verbessert. Die Kinder lernen, mit Toiletten und Handwaschmöglichkeiten umzugehen, da sie Zuhause nicht über solche Einrichtungen verfügen.

In der neuen Schule können nun auch die Vorschulkinder auf die Schulzeit vorbereitet werden, insbesondere lernen sie die laotische Sprache. Dadurch schaffen die Kinder den Anschluss an den Unterricht in der Grundschule deutlich leichter – ein guter Start in Richtung Zukunft.

Indien | Kinderheim in Bhopal – Nr. 25

 

Ein Zuhause – das ist etwas, das manche Kinder allenfalls vom Hörensagen kennen. Sie leben auf der Straße, allzu oft auf sich allein gestellt, ohne Eltern und Angehörige. Zum Überleben sind sie auf Almosen angewiesen. Sie haben keinen sicheren Platz zum Schlafen und wenn sie krank werden, fehlt es an medizinischer Hilfe und Fürsorge. Sie stehen in der ständigen Gefahr, misshandelt und ausgenutzt zu werden.

Diesen Kindern zu helfen, hat sich Nitya Seva zur Aufgabe gemacht. Vor nunmehr 23 Jahren hat die deutsch-indische Organisation in Bhopal vier Kinderheime eingerichtet, in denen ca. 180 Mädchen und Jungen betreut werden. Sie finden dort eine Unterkunft, erhalten täglich drei nahrhafte Mahlzeiten, Kleidung, Spielsachen und ärztliche Versorgung. Nitya Seva stellt die in Indien vorgeschriebenen Schuluniformen zur Verfügung, damit die Kinder öffentliche Schulen besuchen können.

Die Kinder gehen gerne zur Schule. Sie werden täglich von Nachhilfelehren bei den Hausaufgaben betreut und erhalten bedarfsorientierte Nachhilfe. In speziellen Lernkursen erfahren die Kinder eine zusätzliche Förderung, die sich auch auf die Berufsfindung und Berufsausbildung erstreckt.

Die Arbeit von Nitya Seva zeigt gute Erfolge: Einige, die als Straßenkinder ins Heim gekommen waren, besuchen inzwischen die Universität.

 

“Unsere Schützlinge führen ein glückliches Leben in Geborgenheit und Zuneigung. Wir haben uns dieser Kinder angenommen, um Ihnen ihre Kindheit wiederzugeben. Sie nehmen uns als Eltern an, die Ihnen Vertrauen und die Sicherheit eines Zuhauses geben.”, berichtet Claus von der Fink, Vorsitzender des Vereins Nitya Seva.

Äußerst wichtig für die Entwicklung der Kinder ist das gemeinschaftliche Leben im Heim. Auf dessen Gestaltung wird viel Wert gelegt. Es vermittelt ihnen die Erfahrung von Zuwendung und Gemeinschaft und stärkt ihr Selbstwertgefühl.

Die Georg Kraus Stiftung unterstützt weiterhin die Schul- und Universitätsausbildung der Schützlinge in den drei Kinderheimen in Bhopal und aktuell zusätzlich die Schulgebühren für Heimkinder.

Indien | Förderung von SchülerInnen mit geistiger Behinderung – Nr. 122

Das Leben von Kindern und jungen Erwachsenen mit geistiger Behinderung ist in Indien zumeist von Armut und sozialer Ausgrenzung geprägt. Religiöse und kulturelle Vorurteile der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderung schüren zudem unberechtigte Ängste und führen zu noch mehr Diskriminierung.

Von offiziell ca. drei Millionen Kindern mit Behinderung in Indien besucht etwa ein Drittel nicht die Schule. Das Problem tritt zudem verstärkt in ländlichen Gebieten auf. Von den Kindern mit geistiger Behinderung gehen sogar ca. 50% nicht in die Schule.

Hinzu kommt, dass Kinder mit Behinderung, nur selten eine weiterführende Schule nach der Grundschulausbildung besuchen. Mangelhafte Schulprogramme auf staatlicher Ebene für Kinder mit Behinderungen führen dazu, dass diese Kinder die höheren Schulklassen nicht mehr besuchen. Letztendlich führt dies zu stark verringerten Chancen auf dem Arbeitsmarkt und somit langfristig in die Armut und zu einer noch stärkeren Ausgrenzung durch die Gesellschaft.

Die Deutsch-Indische Gesellschaft e.V. Hagen wurde im Jahre 2000 gegründet und hat es sich zum Ziel gemacht, den Kulturaustausch zwischen Deutschland und Indien zu fördern. Kern der Aktivitäten der DIG e.V. Hagen ist die Förderung von geistig behinderten Schülern und Schülerinnen sowie jungen Erwachsenen. In diesem Rahmen wird das Institut Nirmala Sadan in Muvattupuzha (Kerala, Süd-Indien) unterstützt. Hier werden ca. 230 Schüler mit geistiger Behinderung, von denen 53 im Wohnheim der Einrichtung untergebracht sind, besonders gefördert.

In Indien gibt es für Behinderte und ihre Familien keine staatliche Unterstützung. Den Familien fällt die Bewältigung des Alltags daher besonders schwer. Insbesondere die Lage der o.g. permanenten Bewohner der Einrichtung ist prekär: 40 von den oben genannten 53 Menschen kommen aus Familien, die kein geregeltes Einkommen haben und sich den Beitrag für die Unterbringung nicht leisten können.

Neben der klassischen Schulbildung werden auch die Talente und Vorlieben der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung durch Sport- und Kulturprogramme gefördert. Das gesamte Umfeld, d.h. Familien und Dorfgemeinschaft, werden für Menschen mit geistiger Behinderung sensibilisiert, um einen nachhaltigen Beitrag zur Inklusion zu leisten.

Dieses Projekt soll dazu führen, dass die Betroffenen eine Basis für die berufliche Zukunft geboten bekommen und durch Schule und Ausbildung dazu befähigt werden, ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben zu führen.

Die Georg Kraus Stiftung finanzierte im Jahr 2017 die Ausstattung der Behindertenwerkstatt. Die Unterstützung beinhaltet die Finanzierung von notwendigen Schulutensilien für die Schule und Material für das Wohnheim sowie von professionellen Geräten und Maschinen für die Werkstatt.
In 2018 unterstützte die Georg Kraus Stiftung weiterhin das Institut „Nirmala Sadan”. Es wurden Unterrichtsmaterial und behindertengerechte Möbel zur Verfügung gestellt.
In 2019 übernahm sie die Kosten für Schuluniformen, Bücher und weiteres Schulmaterial. Auch in 2022 wurde das Projekt weiter gefördert mit behindertengerechten Möbeln, Schuluniformen, Trainingswerkzeuge für motorische Übungen und weitere Materialien. In 2023 wurde das Außengelände aufgewertet und mit diversen Sportanlagen ausgestattet.

Aktuell konnte eine Renovierung der Klassenräume realisiert werden.

Indien | Kinderheim in Tamil-Nadu – Nr. 134

Kinder aus armen Verhältnissen ohne Eltern oder Angehörige in Tamil-Nadu haben kaum eine Chance auf eine lebenswerte Zukunft. Sie sind auf Almosen angewiesen und leben auf der Straße. Besonders schwer haben es die Mädchen, sie leben in ständiger Angst vor gewalttätigen Übergriffen und stehen in der Gesellschaft noch immer an letzter Stelle.

Es wird noch ein weiter Weg zur Gleichberechtigung der Frauen in Indien sein, aber der Verein ISA-Childrens-Home Untersützungsverein möchte den Weg ebnen. Daher hat er ein Waisenhaus für junge indische Mädchen aus armen Verhältnissen ins Leben gerufen. Es existiert seit 15 Jahren und das Motto lautet: „Ohne Verwaltungskosten. Mit viel Herz.“ Die Kinder können hier an einen sicheren Ort schlafen, erhalten ausreichend Nahrung und medizinische Versorgung. Die Geborgenheit des Heims gibt ihnen Kraft und Zuversicht. Besonders stolz sind sie darauf, die Schule besuchen zu dürfen. Sie nutzen ihre Chance und erbringen gute Leistungen, denn ein Schulabschluss öffnet ihnen das Tor in eine bessere Zukunft. Einige junge Frauen studieren sogar, andere finden eine gute Anstellung und können so ein selbstbestimmtes Leben führen.

Der Wunsch einen Gemüsegarten zu bewirtschaften, wurde nun Wirklichkeit. Die Georg Kraus Stiftung finanziert den Brunnenausbau für die Gartenanlage. Dieser konnte nun auf rund 150 Meter Tiefe gebohrt werden, damit er wieder genügend Wasser führt. Hinzu kommen die Pumpenanlage, die Verrohrung und die Errichtung einer Stützmauer. Auch eine Solaranlage, Arbeitsgeräte und Saatgut können von der Spende der Georg Kraus Stiftung angeschafft werden.  

Der Garten bietet mehrfachen Nutzen: Die Ernährung der Kinder wird verbessert, sie lernen, wie man einen Garten bewirtschaftet und die überschüssige Ernte wird bei den Nachbarn gegen Milch eingetauscht oder auf dem Markt verkauft.

Die Mädchen können auch ihre erworbenen Kenntnisse über Gemüseanbau nutzen und später selbst einen Nutzgarten anlegen und ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben.

Weiterhin unterstützte die Georg Kraus Stiftung die Anschaffung eines Fahrzeugs für den Transport der Kinder zu Schule, den Bau eines Raumes mit Duschkabinen und die Errichtung eines Schlafraumes für 8 Mädchen.

Nepal | Frauenprojekt in Patan – Nr. 67

 

Lesen, Schreiben, Rechnen – für über 60 Prozent der nepalesischen Frauen keine Selbstverständlichkeit. Gemeinsam mit dem Verein Mahadevi kämpft die Georg Kraus Stiftung gegen die hohe Analphabetenquote.

Das Konzept des Pädagogenehepaares Acharya, für arme Frauen ohne oder mit nur geringer Schulbildung etwas zu tun, überzeugte und so wurde 2007 der Verein Mahadevi e.V. – Verein zur Förderung von Frauenprojekten in Nepal – gegründet. Das Pädagogenpaar aus Lalitpur ist einigen Vereinsmitgliedern aus mehreren Nepalreisen gut bekannt. Also wurde im November 2008 die Schule, bestehend aus vier Räumen, in Patan am Rande des Kathmandu Tales mit sechs Frauen eröffnet. Das gesamte Lehr- und Lernmaterial wurde selbst erstellt, mittlerweile wird diese Arbeit durch einen Computer und Kopierer erleichtert. Über 30 Nepalesinnen zwischen 18 und 62 Jahren besuchen aktuell Schulprojekt für Frauen. Nur Bildung bringt sie weiter: Das Basisprogramm Lesen, Schreiben, Rechnen ist für sie die einzige Chance auf Arbeit und gesellschaftliche Anerkennung.

Die Nachfrage nach einem Platz im Mahadevi Women Education Center ist groß – durch alle Altersschichten hinweg. Aktuell ist die jüngste Schülerin 18 und die älteste über 68 Jahre alt. Das Projekt ist mit nur sechs Teilnehmerinnen und selbst gefertigten Schulmaterialien gestartet. Inzwischen trägt sich die Einrichtung über Spenden, ist staatlich anerkannt und beschäftigt ausgebildete Lehrkräfte.

Für die Hagener Georg Kraus Stiftung „ist Bildung der beste Weg aus der Armut“. Sie begleitet und fördert das Projekt seit 2011. Ihre Mittel sorgen u. a. dafür, dass neben Grundfächern zur Alphabetisierung auch Englisch- sowie Näh- und Schneiderkurse auf dem Stundenplan stehen. Das eröffnet den Schülerinnen die Möglichkeit, direkt Geld zu verdienen.

     

Die Schülerinnen zahlen entsprechend ihren Möglichkeiten eine geringe Schulgebühr. Die Ausfallrate ist gering, jedoch können nicht alle Frauen kontinuierlich lernen, weil sie häusliche Verpflichtungen haben. Auch müssen immer wieder die Männer durch Hausbesuche davon überzeugt werden, dass Schulbildung wichtig ist.

Seit 2019 werden mit Unterstützung der Georg Kraus Stiftung im Mahadevi Women Education Center ein Englischkurse sowie  Näh- und Schneiderkurs angeboten, wodurch die Einkommensverhältnisse verbessert werden. Immer mehr Frauen kommen und sind glücklich endlich lernen zu können. Das Projekt läuft erfolgreich und somit fördert die Georg Kraus Stiftung weiterhin die Nähkurse und die erforderliche Ausstattung.

Weiterführende Informationen: