Kategorie: Entwicklungsprojekte Afrika

Madagaskar | Erweiterung eines Jugendzentrums um eine Fahrradwerkstatt und ein Forschungslabor für Lebensmittel – Nr. 148

Die beruflichen Perspektiven für Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sind in Madagaskar problematisch. Nur ein kleiner Teil absolviert die Mittelstufe der Schule, noch weniger die Oberstufe und fast ein Drittel der Studierenden bricht die Ausbildung ab. Was bleibt, sind unsichere Gelegenheitsjobs ohne geregeltes Einkommen.

Der Verein „Ny Hary Deutschland“ hat sich zur Aufgabe gemacht, Jugendlichen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und zu erleichtern. „Ny Hary“ bedeutet, sich eine Lebensaufgabe zu setzen. Für den Verein ist der Name auch zugleich die Mission. Er entwickelte 2004 aus einem verlassenen Marktgelände in der Stadt Miarinarivo das Jugend-Zentrum „ALABRI“. Die Markthallen und Verkaufsräume wurden umfunktioniert. Es entstand ein Schülerwohnheim für Kinder aus abgelegenen Regionen. Ein weiteres Angebot ist die Schulspeisung für bedürftige Kinder. Darüber hinaus bekommen die SchülerInnen auch Unterstützung beim Lernen. Attraktive Angebote wie Workshops und Veranstaltungen zur Talentförderung und Berufsorientierung helfen den Jugendlichen bei der Berufsfindung. Auch eine Bibliothek, diverse Sportplätze und ein Amphitheater stehen zur Verfügung. Das Zentrum „ALABRI“ hat sich zu einem attraktiven Treffpunkt für die Jugend entwickelt.

Mit Unterstützung der Georg Kraus Stiftung erhält das Zentrum bald weitere Angebote für die Jugendlichen. Da Fahrräder in der Region das Haupttransportmittel sind, wird eine Werkstatt für Fahrradmechanik eingerichtet. Des Weiteren entsteht ein Versuchslabor zur Haltbarmachung von regionalen, saisonalen Lebensmitteln. Das Zentrum liegt in der fruchtbaren Region Itasy. Begleitend zum Aufbau der Werkstatt und des Lebensmittellabors entsteht eine digitale Mediathek für Lernmedien. Auf dem Programm stehen auch ein Entrepreneurship-Training und der Aufbau von Schülerfirmen, um in der Stadt eigene Produkte in einem Kiosk vertreiben zu können.

Die jungen Menschen sollen motiviert werden, ihre eigenen Ideen zu verfolgen und umzusetzen. „Ny Hary Deutschland e. V.“ möchte sie dazu ermutigen, sich Ziele zu setzten, um die eigene berufliche Zukunft aktiv zu gestalten. So haben sie gute Aussichten auf bessere Lebensbedingungen in ihrer Heimat.

Ghana | Sauberes Trinkwasser für Kpomkpo, Vota Region – Nr. 147

Der Verein „Aktiv für Afrika“ kümmert sich um die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bewohner von Kpomkpo. Dort soll die Gesundheitssituation und die Perspektiven für alle Menschen vor Ort verbessert werden. Im Vordergrund steht die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Dabei hilft die Georg Kraus Stiftung mit.

Bisher wurde das Dorf Kpomkpo, in dem rund 3500 Einwohner leben, durch eine alte Handpumpe versorgt, die oberflächennahes Wasser erschließt und nach und nach versandet. Dieses Wasser ist verunreinigt und nicht ganzjährig verfügbar. Nur mit großem Kraftaufwand kann das Wasser gefördert und transportiert werden. Traditionell ist dies die Aufgabe von Frauen und Kindern, insbesondere von Mädchen. Während der Trockenzeit muss das Wasser teilweise zu Fuß aus der 12 km entfernten Nachbarstadt geholt werden. Die körperliche Belastung verbraucht so viel Energie, dass die Kinder sich in der Schule nicht konzentrieren können und oft einschlafen. Dies wirkt sich nachteilig auf die Lernerfolge aus.
Am nördlichen Dorfrand befindet sich eine „Fußball Akademie“, in der ca. 170 Schülerinnen und Schüler eine allgemeine, wie auch eine fußballerische Ausbildung bekommen. Dorthin musste das Wasser zum Trinken, zum Waschen und zum Kochen etwa einen Kilometer weit von der Handpumpe aus getragen werden.
Östlich außerhalb des Dorfes entsteht eine Klinik, die die lokale Gesundheitsversorgung sicherstellen soll. Das saubere Wasser musste zuvor von den Krankenschwestern von der Wasserstelle bis zur Klinik getragen werden.

Mithilfe einer Tiefbohrung und einer elektrischen Pumpe konnte nun ein funktionierendes Wasserversorgungssystem für alle Ortsteile ermöglicht werden, sodass die Bevölkerung regelmäßig und ganzjährig sauberes Trinkwasser in ausreichender Menge nutzen kann. Es gibt eine Wasserverteilung für bis zu 11 öffentliche Zapfstellen. Auch der Kindergarten, die Grundschule, die weiterführende Schule und die abseits gelegene Fußballakademie mit etwa 170 Schülerinnen und Schülern sind inzwischen angeschlossen. Zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheitsvorsorge wird auch die am Dorfrand gelegene und im Bau befindliche Klinik mitversorgt.

Ein monatliches Wassergeld wird die zukünftigen Kosten für Betrieb, Wartung und Instandhaltung decken. Das neu gegründetes Wasserkomitee und ein Instandhaltungsteam übernehmen die Koordination der Arbeiten und das Einsammeln des Wassergeldes.

Alle Dorfbewohner sind glücklich, nun jederzeit sauberes Wasser nutzen zu können. Die Frauen und Kinder haben jetzt mehr Energie für Schule und Bildung. Die ständige Angst vor Dürrezeiten und Krankheiten durch verunreinigtes Wasser ist genommen. Das gibt den Familien Mut und Zuversicht und eine Zukunftsperspektive in ihrer Heimat.

Benin | Hilfe zur Selbsthilfe – Erweiterung des Waisenhauses „Haus der Freude“ – Nr. 145



In Benin lebt die Bevölkerung hauptsächlich von der Landwirtschaft und vom Handel mit den Nachbarländern Burkina Faso, Niger, Nigeria und Togo. Durch den schmalen Küstenzugang zum Golf von Guinea mit der Hafenstadt Cotonou ist es auch ein Transitland. Das Haupttransportgut ist Baumwolle. Dennoch zählt Benin zu den ärmsten Ländern der Erde und besonders in den ländlichen Regionen leben die Menschen am Existenzminimum.

Das Waisenheim „Haus der Freude“ in Athiémé wurde 1997 von dem Verein „Kinderhilfe Westafrika“ gegründet. Er kümmert sich um Waisenkinder und Kinder, die aus verschiedenen Gründen keine Bezugspersonen mehr haben. Dort haben 55 Kinder ein neues Zuhause gefunden und werden liebevoll betreut.

Trotz Ehrenamt und Spenden ist es nicht, möglich das Haus kostendeckend zu betreiben.Daher hilft die Georg Kraus Stiftung dabei mit, sichere Einnahmequellen zu schaffen. Zu dem Zweck werden verschiedene Projekte umgesetzt. Ein Bewässerungssystem mit Solarpumpe verbessert die landwirtschaftlichen Erträge, denn zum Waisenhaus gehören 5 ha Ackerland. Es werden 5 Bohrungen durchgeführt und eine Tröpfchenbewässerung installiert. Bei der Färbung von Stoffen in Batik-Technik bekommen die Kinder Einblicke in dieses traditionelle Handwerk und die vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Stoffe sind begehrte Handelsware. Auch bei der Schweinezucht werden Kenntnisse über Tierhaltung vermittelt. Das Fleisch lässt sich gut verkaufen und ein Teil dient zur Ernährung der Kinder.

Ziel ist es, möglichst vielen Waisenkindern ein würdevolles und behütetes Leben zu ermöglichen und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben. Durch die Einblicke in die verschiedenen Berufszweige der Landwirtschaft, Schweinezucht und Batik-Technik, haben sie gute Chancen später in einem der Berufe tätig zu werden.

Burkina Faso | Armutsbekämpfung in Dedougou – Nr. 140


In Burkina Faso herrscht tropisches Klima mit ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten. Dedougou ist die Hauptstadt der Region Boucle du Mouhoun. Im Vorort Kouroukan wohnen die Menschen, die sich die Mieten in der Stadt nicht leisten können. Die Gegend ist sehr trocken und es fehlt an Infrastruktur. Dort ist der Sitz der Frauenkooperative „Creuset d´Eveil“. Sie wird von dem Verein „NEIA“ unterstützt, der sich um die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohner kümmert.

Die Frauen in den Familien trocknen Getreide, Gemüse und Kräuter nach der Ernte, um so Vorratshaltung betreiben zu können. Nach der Trocknung werden Getreide und Nüsse zu Mehl verarbeitet und für den Eigenverbrauch genutzt oder alternativ auf dem Markt verkauft. Da die nächste Mühle fünf Kilometer entfernt war, mussten die Frauen die Waren täglich zu Fuß dorthin bringen. Unzuverlässige Öffnungszeiten der Mühle führten dazu, dass sie den Weg dorthin oft umsonst zurücklegten. Um die Arbeit der Frauen zu unterstützen und die Produktivität zu steigern, wurde mit Hilfe der Georg Kraus Stiftung eine Mühle angeschafft. So kann die Tätigkeit deutlich schneller und effektiver verrichtet werden. Die Frauen verdienen mit der Verarbeitung der Produkte ihren Lebensunterhalt sowie die Schulbeiträge ihrer Kinder. Die Mühle kann gegen eine kleine Gebühr auch von den Einwohnern der gesamten Ortschaft genutzt werden. Die Einnahmen daraus verwenden sie als Rücklage für die Instandhaltung und die ganze Gegend profitiert von dem wirtschaftlichen Aufschwung durch die Mühle.

Die Georg Kraus Stiftung förderte in Kooperation mit „NEIA e. V.“ auch die Wasserversorgung für eine Schule in Dedougou. Sie wird von dem Verein “Association Burkina“ betrieben. Bisher wurde die Wasserversorgung mit einem benzinbetriebenen Dreirad verrichtet. In diesem Viertel gibt es nur eine Wasserstelle ca.1,5 km entfernt von der Schule. Diese Wasserpumpe versorgt ganz Kouroukan mit über 500 Erwachsenen.
In manchen Monaten bilden sich lange Schlangen vor der Wasserstelle. Eine neue Bohrung von 75 Metern Tiefe ermöglicht nun die Förderung von ca. 9 Kubikmetern Wasser pro Stunde. Ein Solar Paneel und ein großer Wassertank machen die Anlage komplett.

NEIA e. V. betreibt auch einen Kindergarten mit Krippe in Dedougou. Diesen unterstützt die Georg Kraus Stiftung mit dem Bau eines Spielplatzes, der Einrichtung der Räumlichkeiten und dem Neubau von Toiletten. Der Bau der Toiletten ist unverzichtbar, denn ohne Sanitäranlagen wird die Erlaubnis für den Betrieb eines Kindergartens nicht erteilt.

In 2022 unterstützte die Georg Kraus Stiftung das Projekt: “Rette die Kinderstube”. Dabei handelt es sich um den Bau eines Kindergartens in Kouroukan mit Ausstattung, Toilettenanlagen und Spielplatz. Der Kindergarten ist eine wichtige Vorstufe zur intensiven Vorbereitung auf die Schulzeit.

Die meisten Kinder in Kouroukan kommen aus ärmlichen Verhältnissen. In Burkina Faso werden über 60 Volkssprachen gesprochen. Die Amts- und Unterrichtsprache ist Französisch. Viele der Grundschulkinder leiden extrem unter Verständnisproblemen, denn die meisten haben vor ihrer Einschulung noch nie ein Wort Französisch gesprochen. Somit wird das Lesen- und Schreiben lernen extrem erschwert. Durch die Förderung in der Vorschule werden die Kinder auf die Schule vorbereitet. Die Angst vor der neuen Sprache soll genommen werden. Ziel ist es, dass die Kinder eine reelle Chance bekommen, die Schule erfolgreich zu absolvieren, denn der beste Weg aus der Armut ist der Schulweg.

Die Zusammenarbeit mit NEIA e. V. wird fortgeführt und der Bau einer Berufsschule unterstützt, um jungen Menschen in der Region eine berufliche Perspektive zu geben.

Burundi | Ausstattung eines Vorschulgebäudes in Bujumbura – Nr. 116


Burundi ist eines der ärmsten Länder der Erde, die Nachwirkungen des grausamen Bürgerkriegs mit über 300.000 Toten sind heute noch überall spürbar. Aufgrund der großen Armut und der Perspektivlosigkeit verlassen viele ihr Land, um zu überleben und Arbeit zu finden. Dem will die Initiative „Burundikids e.V.“ in Zusammenarbeit mit der vor Ort ansässigen Stiftung „Fondation Stamm“ entgegenwirken. Dank einer guten Schulausbildung bekommen junge Menschen, vor allem besonders benachteiligte hier eine Chance.

In der Provinz Bujumbura betreibt „Fondation Stamm“ seit vielen Jahren erfolgreich einen Schulkomplex Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) mit Grund-, Sekundar- und Fachschule. Der Bedarf nach guter schulischer Ausbildung wächst in Burundi, vor allem im Sekundar- und Fachschulbereich. Die Jungen und Mädchen aus der umliegenden Region erhalten an dieser Schule eine pädagogisch gute Bildung. Da die drei Schultypen aufeinander aufbauen, entsteht eine konstruktive Kontinuität zwischen Schülern und Lehrern. Hier erhalten über 900 Jugendliche, davon mehr als die Hälfte Mädchen, eine Berufsausbildung als Krankenpfleger, Laborassistenten, Pharmazeutisch-technische Assistenten oder im Hotelfach-Tourismus. Der Bedarf nach qualifiziertem Personal in der burundischen Wirtschaft ist groß, die Ausbildung korreliert mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Dank der Kommunikation mit den zuständigen Ministerien kann die Schule höhere Standards einhalten. Die Ausbildung ist auch deshalb gut, weil die Schule geeignete Räume vorweisen kann, in denen die Schüler Theorie und Praxis ihrer Berufsrichtung ordentlich lernen können.

Die Georg Kraus Stiftung hat das Projekt „Ausbildungsplätze für die Berufsvorbereitung“ gefördert, indem sie 2016 die Ausstattung von Klassenräumen sowie eine Lehrküche für die Auszubildenden im Hotelfach-Tourismus an der EPCM in Bujumbura mitfinanziert hat. Des Weiteren beteiligte sich die Georg Kraus Stiftung an der Anschaffung eines Kopierers für die Oberstufe und von Schulmaterial für die Kinder der Waisenhäuser.
In 2017 wurde eine neue Vorschule gebaut. Sie erweitert das Angebot der EPCM und soll Kleinkindern den Einstieg ins Schulleben erleichtern bzw. ermöglichen. Sie entstand direkt in Gatumba, um den Bedarf der Bevölkerung vor Ort zu entsprechen. Das neue Gebäude umfasst drei Klassenzimmer und dient der Vorbereitung von ca. 120 besonders benachteiligten Mädchen und Jungen auf die spätere Einschulung. Die Georg Kraus Stiftung hat die Kosten für die komplette Ausstattung der Vorschule übernommen.

2018 unterstütze sie die Ausstattung des Computerraums und  des Schullabors.
Die Anschaffung von neuen Schulmaterialien, Utensilien für den naturwissenschaftlichen Unterricht und den Sportunterricht wurde in 2020 gefördert.
Das Schulgeld und die erforderlichen Schulmaterialen für ehemalige Straßenkinder aus  Bujumbura, Gitega und Ngozi übernahm die Georg Kraus Stiftung in 2021.
In 2022 unterstützte sie die Anschaffung von didaktischem Lehr- und Unterrichtsmaterial für die Ecole Polyvalente Carolus Magnus in Kajaga und Gatumba, in 2023 eine Regenwassernutzungsanlage und weitere Schulausstattung.

 „Wir alleine können die Flüchtlingswelle nicht stoppen. Aber wir leisten einen kleinen und sehr effektiven Beitrag dazu, dass Jungen und Mädchen in Burundi in ihrer Heimat eine tragfähige Lebensperspektive erhalten“, betont der Stiftungsvorsitzende Erich G. Fritz.

Ghana | Bosomabena, Förderung von Verpflegungsgeld und Anlage eines Schulgartens – Nr. 144


Die Küstenstadt Accra ist die größte Stadt in Ghana und auch die Hauptstadt mit dem Regierungssitz des Landes. Der Verein „send a smile“ hat sich der Straßenkinder Accras angenommen. Fernab des rauen Alltags auf den Straßen der Großstadt, ist ein Ort der Hoffnung für bis zu 50 Straßenkinder entstanden, der ihnen Schutz und eine Perspektive für die Zukunft bietet.

Das Kinderheim „Smile House“ ist das Kernprojekt des Vereins und liegt in Bosomabena, ca. 50 Kilometer westlich von Accra. Es gehört zu der „Farm of Hope“. Die Anlage besteht aus einem Schulgebäude, einem Wohngebäude, einer Lagerhalle, Sportplätzen und Spielflächen sowie Anbauflächen für Gemüse und Obst. Sie ist umgeben von Ananas-Plantagen, Mango-Bäumen und Palmen. Das Kinderheim besteht aus 12 Schlafräumen, 2 Badezimmer-Komplexen, einer kleinen Wohnung für die Betreuungspersonen, einem Büro und einem Aufenthaltsraum mit einer Küche. Um das Leben der Kinder im „Smile House“ zu finanzieren und eine umfassende Versorgung garantieren zu können, hat der Verein ein Patenschaftsprogramm aufgebaut.

Durch die aktuelle Weltwirtschaftssituation sind jedoch die Unterhaltskosten für das Kinderheime stark angestiegen. Die Georg Kraus Stiftung unterstützt daher das Haus mit Zuschüssen zur Verpflegung der Kinder. Drei Mahlzeiten werden täglich ausgegeben. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf ein umfängliches, nachhaltiges und abwechslungsreiches Speisenangebot, das lokal beschafft werden kann. Der Verein arbeitet eng mit umliegenden Farmern zusammen, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen.

Zusätzlich finanziert die Georg Kraus Stiftung die Anlage eines Schulgartens an dem Wohngebäude, um Gemüse und Obst zur Eigenverwertung anzulegen. Ein weiterer Aspekt ist, den Kindern den Umgang mit Lebensmitteln, das Anpflanzen und Pflegen von Pflanzen näherzubringen sowie das Bewusstsein für den Umgang mit Natur zu stärken.

Sobald die Kinder, die den Schulabschluss absolviert haben und das Haus verlassen, bekommen neue Straßenkinder eine Bleibe und die Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Ausgeschiedene Kinder werden weiterhin langfristig begleitet, sofern es erforderlich ist.
Der Verein „send a smile“ sagt: „Das Oberziel unseres Projektes ist die Bildung und Ausbildung der Kinder. Ein Schulabschluss ist das höchste Gut vor Ort, mit dem die Kinder den Grundstein für eine berufliche Zukunft und ein eigenes Einkommen legen, so dass sie selbst und im besten Fall auch ihre Familien von der Straße wegkommen.“

Guinea-Bissau | Anschaffung von Schulmöbeln im Archipel de Bijagos, Insel Orango – Nr. 94

Die Insel Orango gehört zu einem aus 88 Inseln bestehenden Archipel vor der Küste Guinea-Bissaus im Atlantischen Ozean. Es ist seit 1996 Unesco-Biospährenreservat. Die Bewohner leben von der Fischerei , dem Anbau von Reis und der Gewinnung von Palmöl. Die Gesellschaft ist matriarchalisch orientiert.

 Der Verein „Nô Lanta Djunto“ möchte die Infrastruktur der staatlichen Schule „Professor Braz de Pina“ so verbessern, dass die Schule für die Schüler*innen ein Ort des Lernens und Entdeckens wird. Ein wichtiger Grundbaustein hierfür ist die Anschaffung von Tischen und Stühlen. Weil nicht genügend Schulmöbel vorhanden sind, müssen die Lehrer derzeit die Schüler in kleineren Gruppen nacheinander unterrichten, obwohl schon drei statt zwei SchülerIinnen in den Bänken sitzen. Dies ist für die Lehrer eine zusätzliche Belastung, auch weil bei den Kindern die Konzentration in den überfüllten Schulbänken nachlässt.

Dank der Unterstützung der Georg Kraus Stiftung konnten neue Möbel angeschafft werden. Die Schule ist aufgrund der Lage der im Nationalpark  ökologisch orientiert und der Verein „Nô Lanta Djunto“ hilft dabei mit, dies im  Schulalltag auch umzusetzen. So wurden die 88 Stühle und  44 Tische aus heimischem Holz von lokalen Handwerkern gebaut. Die Möbel sind so konzipiert, dass sie möglichst langlebig sind. Die Schüler lernen etwas über den Herstellungsprozess und die Transportwege der Möbel und sind selbst verantwortlich für die Pflege der Möbel, um den sorgsamen Umgang mit den Möbeln und die Wertschätzung zu fördern.

Die Vermeidung von Plastik in der Schule wie z.B. die Nutzung von Holz-Buntstiften statt Filzstiften ist ein weiterer Baustein sowie die Nutzung von Solarlampen statt Kerosinlampen. Auch die Erweiterung der Schule wird im rationellen Baustil mit lokalen Baumaterialien geplant.

So wird ökologisches Denken und Handeln den Kindern nicht nur auf der Schulbank vermittelt, sondern ist lebendiger Teil des Schulalltags.

Kapverden | Das Kinder- und Jugendzentrum Tarrafal – Nr. 55

 

Positive Erfahrungen in Sport oder Kunst fördern das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen, besonders aus benachteiligten Schichten. Die jungen Leute erfahren, dass sie selbst etwas bewirken können – sie können selbst ihre Zukunft in die Hand nehmen.

Mit diesem Ansatz arbeitet seit 2005 „Delta Cultura Cabo Verde“, das außerschulische Kinder- und Jugendzentrum “Tarrafal” auf den Kapverden in der gleichnamigen Distriktstadt mit Kindern aus den ärmsten Verhältnissen, die durch ihre Familien keine Unterstützung erhalten. Das öffentliche Schulsystem auf den Kapverden ist ebenfalls nicht in der Lage, die Kinder ihren Potentialen entsprechend zu fördern. Dem Jugendzentrum gelingt es durch Angebote in Fußball oder Kunst die jungen Menschen von der Straße zu holen. Ergänzt durch Sprach- und Medienkompetenz erhalten im „Delta Cultura Cabo Verde“ die Jungen und Mädchen außerschulisch eine gute Bildungsgrundlage. Vor allem die Mädchen sind strukturell auf den Kapverden benachteiligt. Sie arbeiten in stärkerem Maße als die Jungen im Haushalt mit und beaufsichtigen ihre jüngeren Geschwister. Ihre Persönlichkeit wird durch ihre positiven Erfahrungen im Fußball oder kreativem Gestalten gestärkt. Träger des Zentrums ist „Delta Cultura Cabo Verde“, der Verein ist gut mit deutschen und österreichischen Organisationen vernetzt.

       

Die Georg-Kraus-Stiftung unterstützte diese Arbeit durch die Finanzierung zweier Lehrkräfte für Informatik und Technologie und Hausaufgabenhilfe und  Nachhilfeunterricht. In der Regel findet die Unterstützung in kleinen Gruppen statt, dieses fördert nachhaltig das Selbstwertgefühl und die Freude an Lernen und Neuem. Die jungen Leute finden so neue Horizonte, Orientierung und Mut zur eigenen Zukunft auf den Kapverden. Aufgrund der positiven Entwicklung beteiligt sich die Georg Kraus Stiftung weiterhin an dem Kosten für die Einrichtung  und den Betrieb des Kindergartens. 

Kleine Geschichte: Manecas verbrachte 9 Jahre bei Delta Cultura. Trotz schwerer Kindheit hat er es geschafft sein Leben in die richtigen Bahnen zu lenken. Nun ist er 24 Jahre alt und offizieller Touristenführer. Seine nächsten Ziele sind Deutsch zu lernen und eine eigene Agentur zu eröffnen. Heute sagt er: „Ich habe so viele Fehler in meiner Kindheit gemacht und war oft kurz davor den falschen Weg einzuschlagen. Aber meine Mutter und Delta Cultura halfen mir, mich nicht selbst zu verlieren.“

Kenia | Straßenkinderprojekt „Shangilia“ in Kangemi – Nr. 68



Das Straßenkinderprojekt Shangilia in Nairobi ist ein einmaliges und beispielhaftes kenianisches Projekt. Was es auszeichnet, ist der ganzheitliche Erziehungsansatz mit Akrobatik und Tanz als wichtigen pädagogischen Elementen und die Unterstützung über die Berufsausbildung hinaus.
Rund 200 Kinder und Jugendliche aus finden hier in Kangemi, einem der vielen Slums von Nairobi, ein Zuhause. Im Fokus aller Bemühungen steht das Wohlergehen der Kinder und das Bestreben, ihnen den Weg in eine gute Zukunft zu ermöglichen und ihnen dabei zu helfen, sozial verantwortliche Mitglieder der kenianischen Gesellschaft zu werden.
Ausbildung ist der Schlüssel für eine gute Zukunft in Kenia. Neben der Ausbildung ist aber auch die psychische Gesundheit und Selbstvertrauen ein wichtiger Aspekt in Shangilia. Seit den Anfängen vor mehr als zwanzig Jahren spielt die Bühne in Shangilia eine wichtige Rolle. Die vielfältigen kreativen Aktivitäten auf der Bühne und vor Publikum fördern Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen.

Shangilia ist ein kenianisches Projekt: Von Kenianern gegründet und geleitet. Das Projekt ist in Nairobi bekannt und hat eine Vorbildfunktion für andere Projekte. Unabhängig von finanzieller Unterstützung seitens der kenianischen Regierung, ist Shangilia frei von dogmatischen Vorgaben.

Über den Verein „Shangilia Deutschland e. V.” unterstützte die Georg-Kraus-Stiftung das integrierte Projekt und beteiligte sich an der Anschaffung von Schuluniformen.
Auch unterstütze sie die Anschaffung einer Biogas-Anlage. Bisher wurden die Mahlzeiten für die Kinder auf einem Holzfeuer gekocht. Das Holz ist in Kenia sehr teuer und im Vergleich zu den nachwachsenden Bäumen werden zu viele gefällt. Somit ist die Benutzung von Biogas eine preisgünstige und zugleich umweltschonende Alternative.

Kenia | Schulprojekt im Slum von Kibera in Nairobi – Nr. 126



Die Tenderfeet Schule befindet sich in Dagoretti, Nairobi, 6 km von Kibera, dem wahrscheinlich größten Slum in Afrika, wenn nicht sogar der Welt. Sie gehört zu den in den Elendsviertel angesiedelten Schulen, die vom Staat nicht gefördert werden. Alle Schüler der Tenderfeet wohnen auch hier. Sie sind zwischen 2 und 14 Jahre alt. Zurzeit werden 202 Schüler unterrichtet. Zusätzlich übernachten 21 Waisenkinder in der Schule. Die Schule finanziert sich zu 100 % aus privaten Spenden und hat 17 Lehrer, die kein festes Gehalt beziehen.

 


Die größte Herausforderung für die Schule sind neben ungenügend sauberem Wasser und kaum vorhandener Ackerfläche zum Anbau von Lebensmitteln, insbesondere die zahlreichen Stromausfälle vor Ort, die von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen, sogar Wochen anhalten können. Die Schüler müssen Kerosinlampen nutzen, die extrem gesundheitsschädlich sind. Da diese Lampen kaum Licht abgeben, platzieren die Kinder sie nur wenige Zentimeter neben ihren Gesichtern. Der Rauch des verbrannten Kerosins wird zwangsweise eingeatmet und schädigt die Lungen. Dieser Effekt kommt dem Rauchen von zwei Schachteln Zigaretten am Tag gleich.

Ausgaben für Strom und Kerosin verhindern, dass wenig bis gar keine Gelder in andere Bereiche der Tenderfeet School wie in Bildung und Infrastruktur investiert werden können. Da Strom in Kenia sehr teuer ist, betragen die monatlichen Stromkosten aktuell ca. 300 €. Durch den Bau einer Solaranlage können der Strombedarf gedeckt und die eingesparten Energiekosten neu investiert werden. Der gemeinnützige Verein Juamii, der 2016 gegründet wurde, möchte innovative Lösungen für die unzureichende Energieversorgung in Ostafrika entwickeln.

Von entscheidender Bedeutung dabei ist eine nutzerfreundliche Wartung der Anlagen. Oft ist teures Fachpersonal von Nöten. Ziel ist, dass die Einheimischen die Anlage nach entsprechenden Schulungen selbst warten können. Ein wichtiger Schritt dabei ist, dass die gesamte Installation und Konfiguration der Solaranlage durch ein kenianisches Solarunternehmen durchgeführt wird. Die Wartung findet dann zukünftig durch die Lehrkräfte statt.

Mehrfacher Nutzen:

 

    • Die Nutzung von Solarstrom ermöglicht den 200 Kindern das Lernen bei Beleuchtung frühmorgens und spätabends, sowie das Lagern von Medikamenten und Lebensmitteln in Kühlschränken.

    • Zusätzlich können die Erträge aus den Energieeinsparungen in eine eigene Hühnerzucht investiert werden. Dies bringt der Schule wirtschaftliche Erträge.

    • Zurzeit ist die Ernährung der Kinder unausgewogen. Aufgrund von finanziellen Engpässen fallen die Mahlzeiten der Kinder gering aus und sind nicht gesund. Wenn die hohen Stromkosten entfallen, kann Geld für die Schulspeisung freigesetzt werden.

    • Bisher muss das qualitativ mangelhafte Trinkwasser ungefiltert getrunken werden. Mit dem gewonnenen Strom kann eine Pumpe für sauberes Wasser betrieben werden.

    • Nachts ist die Gegend komplett unbeleuchtet. Dies erleichtert Dieben in die Schule einzudringen. Die Waisenkinder, die in der Schule leben und übernachten brauchen Schutz. Die Installation von Leuchten mit Bewegungsmeldern wäre nun möglich.

Ziel ist, dass weitere Schulen dem Vorbild der Tenderfeet folgen und trotz aller Widrigkeiten, die der größte Slum Afrikas mit sich bringt, ihren Weg in die Autarkie finden. Die Beteiligten können ihr erworbenes Wissen über die Solartechnik weitergeben und neue Planungen für andere Gebäude unterstützen.

Die Georg Kraus Stiftung unterstützt die Arbeit von Juamii und übernahm die Kosten für die Anschaffung von Solarmodulen. Das Projekt konnte inzwischen wie geplant umgesetzt werden und die Solaranlage wurde installiert.

Die Solaranlage kann die gesamte Schule inkl. aller Geräte mit Strom versorgen: U.a. ein Computer, Laptop, Kühlschrank, Wasserpumpe für die Hydrokultur und eine Wasserpumpe für die Sanitäranlagen. Tagsüber wird der Strom direkt weitergegeben und der Überschuss in die Speicherbatterien eingespeist. Beim Einsetzen der Dunkelheit wird der Strom aus dem Batteriespeicher genutzt und die LED-Lampen beleuchten die gesamte Schule. Nachts hat dies zusätzlich auch eine abschreckende Wirkung auf Diebe, somit trägt das Licht auch zur Sicherheit bei.

Die Kinder bekommen nun drei Mahlzeiten am Tag. Durch den Bau der Hydrokultur kann zusätzlich Gemüse angebaut werden. Die hohen Stromkosten sind nun auf null gesunken. Der zusätzlich gewonnene Strom wird vielfältig genutzt und trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität in allen Bereichen bei. Durch die Solaranlage ist den Lehren und den Kindern bewusst geworden, was mit Sonnenenergie alles möglich ist. Die Begeisterung und das Interesse sind enorm. Das Thema Nachhaltigkeit soll zukünftig auch stärker in den Unterricht integriert werden.

Juamii e. V.: „Es ist beeindruckend, mit wie viel Freude und Hoffnung Kinder durch das Leben gehen, wo sie doch so wenig haben. Mit einem nachhaltigen Konzept unterstützen wir diese Kinder.