Wenn der Staat seinen Aufgaben für eine gute Schulbildung nicht nachkommt, dann hilft häufig nur noch Eigeninitiative – Abseits der Zentren des Landes engagieren sich Dorfbewohner von Imalghas für eine gute Schulbildung ihrer Kinder
Das Dorf Imalghas in der Provinz Ait Bougmez ist ein abgelegenes Berberdorf in einem Seitental des Hohen Atlas in Marokko. Die dortige Schule befand sich in einem desolaten Zustand, ohne Strom, Heizung und Fenster. Die Menschen vor Ort haben sich mit diesem Zustand nicht abfinden wollen und sich in Eigeninitiative engagiert: Klassenräume wurden renoviert, neue Fenster eingesetzt, Strom und Wasser gelegt, ein Ofen angeschafft, Malerarbeiten ausgeführt und das Lehrerzimmer hergerichtet. 60 Kinder aus Familien der armen Landbevölkerung haben so die Chance in dieser Schule zu lernen – dank der Georg Kraus Stiftung.
Jetzt sind die Bauarbeiten abgeschlossen. Mit Unterstützung der Georg Kraus Stiftung wurden die Klassenräume ausgestattet, Toilettenanlagen gebaut, ein Kindergarten für die Kleinsten errichtet und ausgestattet. Eine Einzäunung war notwendig, denn in der schulfreien Zeit besuchen immer wieder ungebetene Gäste das Gelände und richten entsprechende Schäden an.
2017 hat die Stiftung zusätzlich noch den Bau eines Brunnens mit Solarbetrieb finanziert.
Räume schaffen für eine gute Schulbildung ist eine Voraussetzung, dass Menschen an der Peripherie wie die Bewohner von Imalghas eine Chance zu einem besseren Leben haben.
Gerade einmal 20 Jahre liegt der Völkermord in Ruanda zurück, der vermutlich mehr als eine Million Menschenopfer gekostet hat. Heute ist Ruanda auf einem Weg ungewöhnlich intensiver und von der Bevölkerung unterstützter Versöhnungsarbeit.
Das Land macht auch sonst gute Fortschritte, es hat in der Jugend das Potenzial für eine positive Entwicklung. Qualifikationen zu erwerben, aus ihnen Arbeitsplätze entstehen zu lassen, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und den Vorteil des Einzelnen mit dem des Landes zu verbinden, ist ein Ansatz, der in der Stadt Gisenyi beispielhaft verfolgt wird. Diese Stadt im Westen Ruandas an der Grenze zum Kongo und der Stadt Goma und am Kivo-See gelegen, besitzt eine in Afrika nicht alltägliche Einrichtung: Ein Kompetenzzentrum für kleine und mittlere Unternehmen. Dort werden selbstständige Existenzen geboren, aus Gelegenheitshändlern werden selbstständige Kaufleute und aus der Not geborene Getränkeverkäufer auf der Straße werden Restaurant-Betreiber.
Ruanda und seine tüchtigen Menschen
Das Kompetenz-Zentrum hat sie alle zunächst in einem grundlegenden Kurs in notwendigen Kenntnissen geschult. Diese Seminare werden in einem eigenen Bildungshaus angeboten, das auch Übernachtungsmöglichkeiten hat. Nach der Theorie werden die „Jungunternehmer“ aber auch in die Praxis begleitet. Die Finanzierung muss gesichert, die Örtlichkeiten auf Eignung geprüft, Kunden müssen gewonnen, Preise kalkuliert werden. Über ein ganzes Jahr begleiten die Fachleute des Zentrums ihre Startups.
Die jahrelange Arbeit des Vereins aus Deutschland, den „Friends of Ruanda e. V. „ in Bad Boll macht das möglich. Hilfe kommt auch von der Georg Kraus Stiftung. Beide gemeinnützigen Organisationen sind der Meinung, dass es das ist, was das Land jetzt braucht: Menschen, die bereit sind, durch Unternehmensgründungen selbst erfolgreich zu sein und anderen Arbeit und Beschäftigung zu geben. Fast selbstverständlich ist, dass ein solcher Ansatz nur funktionieren kann, wenn auch nach links und rechts geschaut wird. Deshalb ist nach und nach auch ein „Berufsausbildungszentrum Gastro-Schule“ entstanden, eine Krankenstation, ein Zentrum für Straßenkinder und Jugendliche, das sich „Transit-Zentrum“ nennt, weil es diesen Benachteiligten einen Weg in Bildung und Ausbildung ebnet.
Einkommen schaffende Maßnahmen für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder
Frauen oder junge Mädchen, die unehelich schwanger werden, oder die verwitwet sind, haben es oft schwer in der ruandischen Gesellschaft. Wenn sie keine Unterstützung von der Familie erhalten, bleibt ihnen oft nur noch die Möglichkeit mit dem Kind auf der Straße betteln zu gehen oder sich zu prostituieren. Sie führen ein Leben in Armut und Abhängigkeit. Die Kinder werden schlecht versorgt und haben keine Chance auf einen Schulbesuch.
Speziell für diese jungen alleinerziehenden Mütter im Alter von 18 bis 22 Jahren werden seit November 2016 Workshops angeboten. Hier können die jungen Frau ihre Geschäftsideen entwickeln und kleine Unternehmen gründen. Den Kindern soll dadurch eine bessere Zukunft ermöglicht werden, indem die Mütter ein sicheres Einkommen erhalten.
Adétikopé liegt in einer ländlichen Region, ca. 25 km nordöstlich der Hauptstadt Lomé. Die Lebenssituation hier ist prekär: Die kinderreichen Großfamilien leben größtenteils als Selbstversorger von der Landwirtschaft. Von den Ernten können sie manchmal kleine Überschüsse verkaufen, in der Folge haben die meisten Familien kein geregeltes Monatseinkommen. Das Monatseinkommen dieser Familien liegt häufig unter 30 Euro. Somit ist der Lebensstandard extrem niedrig, ebenso wie das Bildungsniveau der Gesamtbevölkerung (mehr als 70% Analphabeten).
Zwar gibt es in Togo eine Schulpflicht für die Grundschule, aber die Schulen erheben Baubeiträge in Höhe von 1 € pro Monat. Selbst diesen Beitrag können die Familien oft nicht aufbringen, zumal wenn sie mehrere Kinder im schulpflichtigen Alter haben.
Avenir-Togo e.V. und der Partnerverein Avenir Adétikopé-Togo im Land will dem entgegenwirken und betreibt seit 2005 in der Region einen Schulkomplex mit einem Kindergarten, einer Grund- und Sekundarschule sowie Lehrerhäuser und Sanitäreinrichtungen.
Die Georg Kraus Stiftung förderte in 2014 und 2015 den Bau einer Schulkantine. Dadurch hat sich die Ernährungssituation der Kindergarten- und Schulkinder, vor allem der 150-180 Kinder, die mehr als 2 km von der Schule entfernt wohnen und die auf Wunsch der Eltern mittags in einer Schulkantine essen möchten, verbessert. So können diese Kinder am Ganztagsunterricht teilnehmen und erhöhen durch Bildung ihre Lebenschancen. Der Zusammenhalt und die Verantwortung der betroffenen Eltern wird durch dieses Projekt gestärkt, da sie selbst – nach entsprechender Anleitung – in der Schulkantine kochen und höhere Ernährungsstandards kennenlernen. Das Gebäude (Pavillon) für die Schulkantine existierte bereits. Nach einem fachgerechtem Umbau durch einen erfahrenen Architekten ist es nun für die Nutzung als Kantine sehr geeignet. Der Pavillon ist in stabiler Bauweise mit Zementsteinen im Jahr 2004 erbaut worden und diente mit seinen 2 relativ offenen, luftigen Räumen (insgesamt 32 qm) und seinem Zementboden als Vorläufer der Grundschule.
Da die beiden Schulen sehr großen Zulauf haben, weil immer mehr kinderreiche Familien aus der Stadt in die Randbereiche ziehen, entwickelt sich das Avenir-Projekt (mit dem Kindergarten, der Grundschule und der weiterführenden Schule sowie der Kantine und mit einer geplanten Solarenergie) immer mehr zu einem Kulturfaktor in der Gegend. Dadurch überstiegen die Aufnahmewünsche der Eltern für das Schuljahr 2015/16 bei Weitem die Aufnahmekapazitäten, sodass der Verein es als unbedingt notwendig erachtet, auf Dauer noch weitere Klassenräume zunächst für die Grundschule zu errichten, um den Wünschen der Eltern und Kinder gerecht zu werden.
Da sich die Schüler/innen – bedingt durch den Bau der Kantine und die damit verbundene Einnahme des Mittagessens – nun länger auf dem Schulgelände aufhalten (vor allem während der Mittagszeit) und durch die angestiegenen Schülerzahlen der Raumbedarf insgesamt steigen wird, ist die Errichtung eines Freiluft-Klassenraumes für die Installation von Solarenergie notwendig geworden. Außerdem wird dringend ein Gebäude mit einem soliden Dach und einer geeigneten Dachausrichtung für die Solarzellen benötigt. Dieses neu zu erstellende Gebäude soll sich räumlich genau zwischen den beiden bereits vorhandenen Schulgebäuden befinden, sodass somit nicht nur die beiden Schulen sondern auch die Kantine mit Solarenergie versorgt werden könnte.
Der Partnerverein ist aufgrund einer Schenkung im Besitz von 1 Hektar Grundstücksfläche, auf dem der Kindergarten, die Grundschule, die Sekundarschule und die von der Georg Kraus Stiftung geförderten Schulkantine sich befinden. Auf diesem Areal wird auch der neu zu erstellende Freiluftklassenraum seinen Platz haben. Ferner hat der Partnerverein Nutzungsrechte an weiteren 6 ha für landwirtschaftlichen Anbau. Diese 6 ha gehören einem deutschen und einem togolesischen Vorstandsmitglied. Die Nutzungsrechte sind notariell vereinbart, solange die Bildungseinrichtungen von dem Verein Avenir-Adétikopé-Togo betrieben werden. Die Pflege einer selbst angelegten Obstplantage sowie eine Tierhaltung, bestehend aus Schafen und Ziegen, wird von dem Partnerverein in Eigeninitiative durchgeführt.
Die Georg Kraus Stiftung förderte die Errichtung einer Schulkantine. Dadurch hat sich die Ernährungssituation der Kindergarten- und Schulkinder deutlich verbessert. Anschließend beteiligte sie sich an dem Bau von Ausweichräumen für die überfüllte Sekundarschule.
Unterstützt wurde auch die Einrichtung eines Klassenraums mit kleinem Labor und Materialraum für den naturwissenschaftlichen Unterricht, denn das Schulprogramm strebt eine ganzheitliche Erziehung an. Es geht vor allem um eine Verbindung von theoretischer und praktischer Arbeit, z.B. in der Landwirtschaft, Aufzucht von Tieren, Bau von Ställen und die ökologische Sensibilisierung. Auch nach Schulschluss können interessierte Kinder in Workshop experimentieren und forschen.
Der praxisorientierter naturwissenschaftlicher Unterricht bereichert die Schulausbildung und bietet neue Möglichkeiten bei der späteren beruflichen Orientierung.
Cledence Nyakiira ist Lehrerin. Sie hat eine zweijährige Ausbildung abgeschlossen. Aber reicht diese Qualifikation? Von ihrer Weiterbildung profitieren Schule und Kinder, die eine Perspektive dank guter Bildung erhalten.
In Uganda ist – wie in vielen Ländern Afrikas, Schulbildung zwar gesetzlich geregelt, die Praxis sieht jedoch häufig anders aus. Häufig versuchen private oder gemeinnützige Unternehmen gegen diesen Widerspruch von Recht und Praxis Schulen zu unterhalten. Sie wollen den Kindern eine Chance geben, die sonst durch das Raster fallen, weil bzw. ihre Eltern zu arm sind. So auch in Kabale, hier unterhält “Amasiko Greenschool & Resource Centre“, ein offiziell in Uganda als gemeinnützig anerkannter Verein, eine Schule. Diese Schule hat lokale Kräfte aus dem angrenzenden ländlichen Bereich als Lehrerinnen und Lehrer angestellt. Diese haben eine zweijährige Basisausbildung als Grundschullehrer abgeschlossen, diese ist jedoch relativ einfach. Weitere pädagogische Qualifikationen sind notwendig, sind jedoch auch für Verhältnisse in Uganda teuer. Dennoch sollen alle Lehrerinnen und Lehrer, die mindestens zwei Jahre unterrichten und ihr Engagement bewiesen haben, die Möglichkeit zur Weiterbildung erhalten.
Die Georg Kraus Stiftung fördert die Ausbildung einer jungen Lehrerin, Cledence Nyakiira, die schon als “head teacher” arbeitet. Die Weiterbildung dauert drei Jahre, eine Qualifikation, die letztlich allen nützt: der Schule und den Kindern, die eine Perspektive dank guter Bildung erhalten.
Zimbabwe. Ökologische Hühnerzucht für Menschen mit geistigen Behinderungen in Harare
Projektnummer:
Was haben eine Hühnerzucht, sogar ökologisch, und Menschen mit geistiger Behinderung gemeinsam? Scheinbar nichts, es sei denn, man wirft einen Blick auf ein Projekt in Harare.
Menschen mit Behinderung, die in Ländern der südlichen Hemisphäre aufwachsen, sind häufig zweifach benachteiligt: Zur Armut ihrer Eltern, die meist die Vernachlässigung der Kinder aus Mangel an Geld, Zeit oder Wissen um ihre besonderen Bedürfnisse zur Folge hat, kommt das fehlende Engagement des Staates für Menschen mit Behinderung. In Harare, Simbabwe, nimmt sich die „Arche“, gemeinsam mit ihren europäischen Arche-Partnern, dieser Menschen an und bietet denen, die in ihren Familien nicht leben dürfen, können oder wollen, ein Zuhause. Hierzu betreibt die Arche neben zwei Wohngebäuden eine Schule, eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen und einen Gartenbau zur Selbstversorgung. Der Aufbau einer ökologischen Hühnerzucht kann dieses Engagement auf sicherere Beine zu stellen und finanziell unabhängig von Spenden und der Lebensmittelversorgung machen. Durch die Hühnerzucht kommt die Arche in die Lage, einen größeren Anteil ihrer Kosten selbst zu finanzieren und dadurch weniger auf Hilfe durch ausländische Spenden angewiesen zu sein. Zudem verbessert das Projekt auch die Selbstversorgung. Bisher ist die Ernährungssituation der Gemeinschaft, bedingt durch die sehr begrenzten finanziellen Möglichkeiten, eher einseitig und besteht überwiegend aus Maisbrei und dem, was der Gartenbau an Gemüse hergibt. Eine Ergänzung des Speisezettels durch gelegentliches Hühnerfleisch bzw. Eier ist ernährungsphysiologisch sehr sinnvoll. Das ökologische Hühner-Projekt schafft auf dem Arche-Gelände einen kleinen biologischen Kreislauf: Der Hühnermist dient dem Garten als Dünger, die Lebensmittelreste und Küchenabfälle als Hühnerfutter. Die Überbleibsel durch eine Maismühle ergänzen den biologischen Kreislauf.Menschen mit geistigen Behinderungen, die in der Arche leben, und ihre Assistenten werden dieses Projekt Hühnerzucht nach einer qualifizierten Ausbildung selbstständig betreuen und bearbeiten. Das Vorhaben ist ambitioniert. In Deutschland käme vermutlich kaum einer auf eine vergleichbare Idee. In Zimbabwe müssen jedoch auch Menschen mit Behinderung ohne feste staatliche Unterstützung selbst schauen, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die Arche Zimbabwe kann hier als ein gelungenes, modellhaftes Projekt für Zimbabwe gelten, sie engagiert sich in einer in der Entwicklungszusammenarbeit unterrepräsentierte Zielgruppe. Das internationale Netzwerk garantiert zudem den langfristigen Fortbestand.
Die Georg Kraus Stiftung beteiligt sich anteilig an der Realisierung des Projektes.
2011 erlangte der Südsudan nach einem Referendum die Unabhängigkeit, doch steht der neue Staat nun vor der Aufgabe, die mangelhafte Infrastruktur nicht nur bei Straßen, Strom- und Wasserversorgung auszubauen. Vor allem fehlte es an Bildungsmöglichkeiten für Rückkehrer, für die Schulen gebaut und Lehrkräfte ausgebildet werden müssen. Wau liegt im Nordwesten des Landes und ist mit 160.000 Menschen die zweitgrößte Stadt nach Juba, der Hauptstadt. Die Stadt erfährt zudem einen stetigen Bevölkerungszuwachs aus den umliegenden Regionen. Immer mehr Kinder leben auf der Straße. Viele kommen in die Städte und müssen ganz alleine für sich sorgen. Die meisten Jugendlichen haben keine Schulbildung, sie sind teilweise 20 Jahre alt und haben nicht einmal die Grundschule besucht. Hier in der Stadt Wau haben die Salesianer Don Boscos eine Anlaufstelle für Straßenkinder errichtet. Das Angebot ist groß und besteht aus Grund- und Sekundarschule, Berufsbildungs- und Jugendzentrum. Brückenunterricht und Alphabetisierungskurse helfen den Kindern und Jugendlichen, den Anschluss an eine normale Schule zu finden.
Jährlich bietet dieses Zentrum etwa 400 Auszubildenden zweijährige Kurse in sechs Berufsfeldern – Automechanik, Schweißen, Maurerhandwerk, Schreinerei, Elektrik. Auch einjährige Computerkurse stehen auf dem Programm. Wenn der Besuch eines vollen Ausbildungszyklus nicht möglich ist, gibt es auch verkürzte Abendkurse von 6 Monaten in den genannten Bereichen. Das Zentrum organisiert auch regelmäßig Sportaktivitäten und Kulturveranstaltungen zur Förderung der Schulgemeinschaft. Dies dient auch der Aufarbeitung von Kriegstraumata, denn eine psychologische Betreuung existiert im Land nicht. Unter den Auszubildenden befinden sich auch Mädchen, die eine besondere Förderung erfahren. Da die Mädchen in der Regel nicht von der Familie unterstützt werden, werden für sie die kompletten Gebühren und Kosten für Material etc. übernommen. Hauptsächlich werden für Mädchen Computerkurse angeboten, jedoch gibt es auch eine Frauengruppe, die sich mit Themen wie Gesundheit und Familie befasst.
Die Georg Kraus Stiftung unterstützte auch in 2017 die Ausbildung im Berufsbildungszentrum in Wau für bedürftige Jungen und Mädchen.
„Wir sind so dankbar für Ihr Engagement in diesem gebeutelten Land und freuen uns, dass sie durch Ihre Unterstützung den Jugendlichen wieder Hoffnung schenken“ so der Direktor, Pf. Sunil Orathel „gerade in diesen schwierigen Zeiten benötigen die Menschen im Südsudan Hoffnungszeichen und Motivation um an ihr Land und eine friedliche Zukunft zu glauben.“
Die Insel Orango gehört zu einem aus 88 Inseln bestehenden Archipel vor der Küste Guinea-Bissaus im Atlantischen Ozean. Es ist seit 1996 Unesco-Biospährenreservat. Die Bewohner leben von der Fischerei , dem Anbau von Reis und der Gewinnung von Palmöl. Die Gesellschaft ist matriarchalisch orientiert.
Der Verein „Nô Lanta Djunto“ möchte die Infrastruktur der staatlichen Schule „Professor Braz de Pina“ so verbessern, dass die Schule für die Schüler*innen ein Ort des Lernens und Entdeckens wird. Ein wichtiger Grundbaustein hierfür ist die Anschaffung von Tischen und Stühlen. Weil nicht genügend Schulmöbel vorhanden sind, müssen die Lehrer derzeit die Schüler in kleineren Gruppen nacheinander unterrichten, obwohl schon drei statt zwei SchülerIinnen in den Bänken sitzen. Dies ist für die Lehrer eine zusätzliche Belastung, auch weil bei den Kindern die Konzentration in den überfüllten Schulbänken nachlässt.
Dank der Unterstützung der Georg Kraus Stiftung konnten neue Möbel angeschafft werden. Die Schule ist aufgrund der Lage der im Nationalpark ökologisch orientiert und der Verein „Nô Lanta Djunto“ hilft dabei mit, dies im Schulalltag auch umzusetzen. So wurden die 88 Stühle und 44 Tische aus heimischem Holz von lokalen Handwerkern gebaut. Die Möbel sind so konzipiert, dass sie möglichst langlebig sind. Die Schüler lernen etwas über den Herstellungsprozess und die Transportwege der Möbel und sind selbst verantwortlich für die Pflege der Möbel, um den sorgsamen Umgang mit den Möbeln und die Wertschätzung zu fördern.
Die Vermeidung von Plastik in der Schule wie z.B. die Nutzung von Holz-Buntstiften statt Filzstiften ist ein weiterer Baustein sowie die Nutzung von Solarlampen statt Kerosinlampen. Auch die Erweiterung der Schule wird im rationellen Baustil mit lokalen Baumaterialien geplant.
So wird ökologisches Denken und Handeln den Kindern nicht nur auf der Schulbank vermittelt, sondern ist lebendiger Teil des Schulalltags.
Das Straßenkinderprojekt Shangilia in Nairobi ist ein einmaliges und beispielhaftes kenianisches Projekt. Was es auszeichnet, ist der ganzheitliche Erziehungsansatz mit Akrobatik und Tanz als wichtigen pädagogischen Elementen und die Unterstützung über die Berufsausbildung hinaus.Rund 200 Kinder und Jugendliche aus finden hier in Kangemi, einem der vielen Slums von Nairobi, ein Zuhause. Im Fokus aller Bemühungen steht das Wohlergehen der Kinder und das Bestreben, ihnen den Weg in eine gute Zukunft zu ermöglichen und ihnen dabei zu helfen, sozial verantwortliche Mitglieder der kenianischen Gesellschaft zu werden.Ausbildung ist der Schlüssel für eine gute Zukunft in Kenia. Neben der Ausbildung ist aber auch die psychische Gesundheit und Selbstvertrauen ein wichtiger Aspekt in Shangilia. Seit den Anfängen vor mehr als zwanzig Jahren spielt die Bühne in Shangilia eine wichtige Rolle. Die vielfältigen kreativen Aktivitäten auf der Bühne und vor Publikum fördern Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen.
Shangilia ist ein kenianisches Projekt: Von Kenianern gegründet und geleitet. Das Projekt ist in Nairobi bekannt und hat eine Vorbildfunktion für andere Projekte. Unabhängig von finanzieller Unterstützung seitens der kenianischen Regierung, ist Shangilia frei von dogmatischen Vorgaben.
Über den Verein „Shangilia Deutschland e. V.” unterstützte die Georg-Kraus-Stiftung das integrierte Projekt und beteiligte sich an der Anschaffung von Schuluniformen. Auch unterstütze sie die Anschaffung einer Biogas-Anlage. Bisher wurden die Mahlzeiten für die Kinder auf einem Holzfeuer gekocht. Das Holz ist in Kenia sehr teuer und im Vergleich zu den nachwachsenden Bäumen werden zu viele gefällt. Somit ist die Benutzung von Biogas eine preisgünstige und zugleich umweltschonende Alternative.
Die Tenderfeet Schule befindet sich in Dagoretti, Nairobi, 6 km von Kibera, dem wahrscheinlich größten Slum in Afrika, wenn nicht sogar der Welt. Sie gehört zu den in den Elendsviertel angesiedelten Schulen, die vom Staat nicht gefördert werden. Alle Schüler der Tenderfeet wohnen auch hier. Sie sind zwischen 2 und 14 Jahre alt. Zurzeit werden 202 Schüler unterrichtet. Zusätzlich übernachten 21 Waisenkinder in der Schule. Die Schule finanziert sich zu 100 % aus privaten Spenden und hat 17 Lehrer, die kein festes Gehalt beziehen.
Die größte Herausforderung für die Schule sind neben ungenügend sauberem Wasser und kaum vorhandener Ackerfläche zum Anbau von Lebensmitteln, insbesondere die zahlreichen Stromausfälle vor Ort, die von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen, sogar Wochen anhalten können. Die Schüler müssen Kerosinlampen nutzen, die extrem gesundheitsschädlich sind. Da diese Lampen kaum Licht abgeben, platzieren die Kinder sie nur wenige Zentimeter neben ihren Gesichtern. Der Rauch des verbrannten Kerosins wird zwangsweise eingeatmet und schädigt die Lungen. Dieser Effekt kommt dem Rauchen von zwei Schachteln Zigaretten am Tag gleich.
Ausgaben für Strom und Kerosin verhindern, dass wenig bis gar keine Gelder in andere Bereiche der Tenderfeet School wie in Bildung und Infrastruktur investiert werden können. Da Strom in Kenia sehr teuer ist, betragen die monatlichen Stromkosten aktuell ca. 300 €. Durch den Bau einer Solaranlage können der Strombedarf gedeckt und die eingesparten Energiekosten neu investiert werden. Der gemeinnützige Verein Juamii, der 2016 gegründet wurde, möchte innovative Lösungen für die unzureichende Energieversorgung in Ostafrika entwickeln.
Von entscheidender Bedeutung dabei ist eine nutzerfreundliche Wartung der Anlagen. Oft ist teures Fachpersonal von Nöten. Ziel ist, dass die Einheimischen die Anlage nach entsprechenden Schulungen selbst warten können. Ein wichtiger Schritt dabei ist, dass die gesamte Installation und Konfiguration der Solaranlage durch ein kenianisches Solarunternehmen durchgeführt wird. Die Wartung findet dann zukünftig durch die Lehrkräfte statt.
Mehrfacher Nutzen:
Die Nutzung von Solarstrom ermöglicht den 200 Kindern das Lernen bei Beleuchtung frühmorgens und spätabends, sowie das Lagern von Medikamenten und Lebensmitteln in Kühlschränken.
Zusätzlich können die Erträge aus den Energieeinsparungen in eine eigene Hühnerzucht investiert werden. Dies bringt der Schule wirtschaftliche Erträge.
Zurzeit ist die Ernährung der Kinder unausgewogen. Aufgrund von finanziellen Engpässen fallen die Mahlzeiten der Kinder gering aus und sind nicht gesund. Wenn die hohen Stromkosten entfallen, kann Geld für die Schulspeisung freigesetzt werden.
Bisher muss das qualitativ mangelhafte Trinkwasser ungefiltert getrunken werden. Mit dem gewonnenen Strom kann eine Pumpe für sauberes Wasser betrieben werden.
Nachts ist die Gegend komplett unbeleuchtet. Dies erleichtert Dieben in die Schule einzudringen. Die Waisenkinder, die in der Schule leben und übernachten brauchen Schutz. Die Installation von Leuchten mit Bewegungsmeldern wäre nun möglich.
Ziel ist, dass weitere Schulen dem Vorbild der Tenderfeet folgen und trotz aller Widrigkeiten, die der größte Slum Afrikas mit sich bringt, ihren Weg in die Autarkie finden. Die Beteiligten können ihr erworbenes Wissen über die Solartechnik weitergeben und neue Planungen für andere Gebäude unterstützen.
Die Georg Kraus Stiftung unterstützt die Arbeit von Juamii und übernahm die Kosten für die Anschaffung von Solarmodulen. Das Projekt konnte inzwischen wie geplant umgesetzt werden und die Solaranlage wurde installiert.
Die Solaranlage kann die gesamte Schule inkl. aller Geräte mit Strom versorgen: U.a. ein Computer, Laptop, Kühlschrank, Wasserpumpe für die Hydrokultur und eine Wasserpumpe für die Sanitäranlagen. Tagsüber wird der Strom direkt weitergegeben und der Überschuss in die Speicherbatterien eingespeist. Beim Einsetzen der Dunkelheit wird der Strom aus dem Batteriespeicher genutzt und die LED-Lampen beleuchten die gesamte Schule. Nachts hat dies zusätzlich auch eine abschreckende Wirkung auf Diebe, somit trägt das Licht auch zur Sicherheit bei.
Die Kinder bekommen nun drei Mahlzeiten am Tag. Durch den Bau der Hydrokultur kann zusätzlich Gemüse angebaut werden. Die hohen Stromkosten sind nun auf null gesunken. Der zusätzlich gewonnene Strom wird vielfältig genutzt und trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität in allen Bereichen bei. Durch die Solaranlage ist den Lehren und den Kindern bewusst geworden, was mit Sonnenenergie alles möglich ist. Die Begeisterung und das Interesse sind enorm. Das Thema Nachhaltigkeit soll zukünftig auch stärker in den Unterricht integriert werden.
Da die Wasserversorgung ein enormes Problem war und es kein sauberes Trinkwasser in der Umgebung gab, half die Georg Kraus Stiftung. Durch den Bau eines Brunnens ist nun die Versorgung mit Trinkwasser hergestellt.
Juamii e. V.: „Es ist beeindruckend, mit wie viel Freude und Hoffnung Kinder durch das Leben gehen, wo sie doch so wenig haben. Mit einem nachhaltigen Konzept unterstützen wir diese Kinder.“
In Mali bekommen Frauen durchschnittlich 6,4 Kinder und sind in allen Bereichen stark benachteiligt. Ein selbstbestimmtes Leben zu führen ist für viele undenkbar, insbesondere wenn die Schulbildung fehlt. Die soziale Anerkennung ist nicht sehr hoch, das beginnt schon im Kindesalter. Wenn eine Familie die Schulgebühren nicht für alle Kinder bezahlen kann, werden nur die Jungen zur Schule geschickt und die Mädchen bleiben zu Hause.
Der Verein „Pro Afrika“ und die Partnerorganisation vor Ort, APA-Mali wollen diesem Zustand entgegenwirken. Im Dorf Djigué, welches mitten in der Sahelzone liegt, sind sie seit einigen Jahren aktiv. Mädchen- und Frauenförderung steht dabei im Fokus. In 2019 unterstützte die Georg Kraus Stiftung ein Landwirtschaftsprojekt für Frauen und finanzierte die Ausbildung für 32 Schülerinnen.
Nun wurde mithilfe der Georg Kraus Stiftung eine neue Schule gebaut und mit Mobiliar und Beleuchtung ausgestattet. Die Solarlampen ermöglichen auch die Nutzung in den Abendstunden für Dorf-Versammlungen. In dem Gebäude sind Klassenräume für eine Grundschule und für eine weiterführende Schule untergebracht. Es werden auch die Kinder aus den umliegenden Dörfern die Schule in Djigué besuchen, da es in der ganzen Gegend bisher keinen Zugang zu weiterführenden Schulen gab. Somit steigt durch den Schulbau die Chance auf eine bessere Bildung für eine ganze Region.
Es liegt auch das Augenmerk darauf, dass möglichst viele Mädchen die Schule besuchen, um so einen besseren Start in ein selbstbestimmtes Leben zu haben und gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen.