Kategorie: abgeschlossene Projekte Afrika

Äthiopien | Ausbildungsprogramm für den Bau von rauchfreien Küchenöfen in Alem Katema – reduziert CO2–Freisetzung

Äthiopien | Ausbildungsprogramm für den Bau von Küchenöfen mit reduzierter CO2–Freisetzung

Projektnummer: 

Rauchfreie Öfen schonen die Umwelt, das Klima und die natürlichen Ressourcen.
Sie fördern die Gesundheit und das Know-how schafft Verdienstmöglichkeiten. Ein erfolgreiches Projekt aus Nepal findet in Äthiopien statt.

Krankheit und Tod durch offenes Feuer

Viele ländliche Haushalte in den armen Ländern des globalen Südens nutzen offenes Feuer im Wohnraum zum Kochen, jedoch ohne Rauchabzug. Dies wirkt sich sehr negativ auf die Gesundheit der Menschen aus, die ihr Leben lang dem beißenden Qualm ausgesetzt sind. An den Folgen der permanenten Rauchexposition sterben weltweit etwa 2 Millionen Menschen jährlich.
Die Georg Kraus Stiftung fördert in Äthiopien Schulungen zum Bau von Öfen mit Rauchabzug. Diese Öfen verringern Risiken für Erkrankungen und reduzieren den CO2-Ausstoß deutlich, da sie Brennstoffe besser verwerten. Sie fördern die Gesundheit und schonen die natürlichen Ressourcen.

50.000 rauchfreie Küchenöfen wurden schon errichtet

Bei offenem Feuer ist die Energieausbeute der verwendeten Brennstoffe, meistens Holz aus den umliegenden Wäldern, sehr schlecht. Immer mehr Bäume werden gefällt, die Bodenerosion verursacht langfristig große Umweltschäden, und große Mengen COwerden freigesetzt.
Initiator des Projektes ist der Verein Die Ofenmacher. Begonnen haben sie das Projekt in Nepal. Dort haben die Lehmofenbauer über viele Jahre inzwischen über 50.000 rauchfreie Küchenöfen bauen lassen. Nun werden diese Erfahrungen vor Ort in Alem Katema in Äthiopien weitergegeben.

Die Georg Kraus Stiftung fördert Ausbildungsprogramm

Die praktische Ausbildung beinhaltet den Bau verschiedener Ofentypen sowie theoretische Unterrichtseinheiten zu Gesundheit, Sicherheit, Handhabung und Wartung der Öfen. Kaufmännisches Grundwissen ist ebenso ein wichtiger Bestandteil des Trainings. Die sechsmonatige Schulungsmaßnahme setzt – für die Georg Kraus Stiftung eine Fördervoraussetzung – auf Hilfe zur Selbsthilfe und hat doppelten Nutzen: Sie verschafft Betroffenen eine rauchfreie Kochstelle und zugleich eine Verdienstmöglichkeit als Ofenbauer.
Dass erfahrene Ofenbauer aus Nepal ihre Erfahrungen an künftige Ofenbauer in Äthiopien weitergeben, ist ein großartiges Musterbeispiel für internationalen Wissenstransfer zwischen zwei Entwicklungsländern mit Hilfe von Europäern.

Seit 2015 unterstützt die Georg Kraus Stiftung das Projekt. Im Jahr 2017 konnten 40 Ofenbauerinnen eine Schulung bekommen. Es handelt sich vorrangig um alleinerziehende Mütter, die sonst als gesellschaftliche Randgruppe kaum Chancen auf Arbeit haben. Zusätzlich werden erfahrene Ofenbauerinnen zu Trainerinnen ausgebildet. Da das Projekt für die nächsten Jahren auf eigenen Füßen stehen kann, unterstützt die Georg Kraus Stiftung die Arbeit der Ofenmacher nun wieder in Nepal. Dort werden erstmalig Ofenbauer zu “Schornsteinfeger” (Stove Maintenance) ausgebildet, sodass es gewährleistet wird, dass die gebauten Öfen dauerhaft wie vorgesehen nutzbar bleiben (s. auch Ofenbauprojekt Nepal, Projekt-Nr. 93) .

Das Projekt bietet sich für Spender der Georg Kraus Stiftung auch durchaus an für diejenigen, die etwas zur Verbesserung ihrer eigenen CO2-Bilanz tun wollen, indem sie etwa ihren nicht zu vermeiden gewesenen Flug kompensieren. Einschlägige Berechnungsmodelle der Kompensation und angemessene Spendenhöhe finden sich im Internet, etwa unter www.atmosfair.de . Bei entsprechendem Vermerk auf der Spendenquittung wird Ihre Spende ohne Abzug diesem Klimaschutz- und Bildungsprojekt direkt zugeschlagen. Das Projekt erfüllt noch dem Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls den Gold-Standard, der für höchste geprüfte Wirksamkeit steht.

Neben Flug- und Schiffsreise können im Übrigen auch andere CO2-trächtige Aktivitäten kompensiert werden, wie etwa Kongresse und Tagungen mit dem Anspruch der Klimaneutralität.

Benin | Bau einer Grundschule in Houdjamey

In Benin ist fast die Hälfte der Bevölkerung 15 Jahre alt oder jünger. Das Land gilt als eines der ärmsten Länder Afrikas, die Arbeitslosenquote beträgt über 50 Prozent. Trotz, oder gerade wegen dieser schwierigen Daten hat der Staat das ambitionierte Ziel ausgegeben, in diesem Jahrzehnt allen Kindern eine sechsjährige Grundschulausbildung zu ermöglichen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass Bildung der Schlüssel für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung ist. Dieses Ziel will die „Studenteninitiative Weitblick e.V.“ in Münster tatkräftig unterstützen, Projektpartner in Benin ist die NGO „Education Service International“(ESI). Mittel des Vereins finanzieren den Bau von Schulgebäuden, die so konzipiert sind, dass sie den witterungsbedingten Widernissen standhalten. So kann der Unterricht trotz Hitze oder Überschwemmungen in den Räumen stattfinden. Neben den Baukosten fielen noch Kosten für geeignete Schulmöbel an. Das Lehrergehalt bezahlt der Staat Benin.

Die Georg Kraus Stiftung beteiligte sich an den Baukosten der Grundschule in Houdjamey. Dadurch erhalten beninische Kinder eine ordentliche Grundschulausbildung, die ihr Armutsrisiko reduziert und die Benachteiligung von Mädchen und Frauen verringert.

Burundi | Eine Berufsschule für Mädchen und junge Frauen

Burundi | Eine Berufsschule für Mädchen und junge Frauen

Projektnummer:

Seit 2010 unterstützt die Georg Kraus Stiftung den Verein Projekt Human Aid e.V., der sich für verschiedene Projekte in Burundi einsetzt. Ein Projekt war der Bau einer Berufsschule. Dort erhielten 25 junge Frauen und Mädchen eine Ausbildung. 

Burundi – im Herzen Afrikas gelegen und eines der ärmsten Länder der Welt.

Nur sehr langsam erholt sich der kleine Staat von einem Jahrzehnte währenden Bürgerkrieg; im aktuellen Welthungerindex belegt Burundi den traurigen zweitletzten Platz. Seit acht Jahren arbeitet Project Human Aid e.V. daran, dieser deprimierenden Bilanz etwas entgegenzusetzen – mit zahlreichen Projekten vor allem in den Bereichen Bildung und Gesundheit.

Jüngstes Beispiel für das Engagement der Organisation ist eine Berufsschule für junge Mädchen und Frauen in dem kleinen Ort Kivoga im Osten Burundis.

Mit Unterstützung der Georg Kraus Stiftung erbaut und betrieben, ist sie mehr als nur ein Hoffnungszeichen in dem gebeutelten Land. Der Tag beginnt morgens um acht Uhr für die 25 Mädchen und jungen Frauen, die hier eine einjährige Ausbildung in Kochen, Ernährungswissenschaft und Hauswirtschaft erhalten. Sie sollen später einmal in der sich langsam entwickelnden Gastronomie und Hotellerie Burundis unterkommen oder – sollten sie in ihre Dörfer zurückkehren – zumindest zu Multiplikatorinnen in Sachen sinnvoller Ernährung werden.

Denn wie in vielen Ländern der Dritten Welt herrscht auch in Burundi der Irrglaube, dass man gut gegessen hat, wenn der Magen voll ist.

Die vitaminreichen Früchte von den eigenen Feldern werden oft eher verkauft als dem eigenen Kind zum Essen gegeben. Das Ergebnis: Mangelernährung selbst dort, wo sie eigentlich nicht zwangsläufig gewesen wäre. Den Theorieunterricht besuchen sie noch alle gemeinsam; hier stehen Fächer wie Lebensmittelkunde, Mikroprojektplanung oder Französisch auf dem Programm, denn viele der jungen Frauen beherrschen nur die einheimische Landessprache Kirundi. Im Verlauf des Tages geht es dann in die schuleigene Großküche – hier erlernen sie in kleinen Gruppen praktische Fertigkeiten direkt an Schneidebrett, Topf und Herd. In einem kleinen an die Schule angeschlossenen Restaurant sammeln sie zudem erste Erfahrungen mit der Zubereitung von Speisen für zahlende Gäste und dem Service. Im Verlauf des Nachmittags endet für die jungen Frauen ihr abwechslungsreicher Schultag; viele von ihnen haben einen weiten Heimweg, müssen noch viele Kilometer zu Fuß über die burundischen Hügel zurücklegen, damit sie rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang in ihren Dörfern ankommen.

Seit 2010 unterstützt die Georg Kraus Stiftung den Verein Projekt Human Aid e.V. der sich für verschiedene Projekte in Burundi einsetzt. Seit 2014 beteiligt sich die Stiftung an den laufenden Kosten der Berufsschule. 

Elfenbeinküste. Bildungs- und Gesundheitsprojekt in Abobo-Akeikoi

In der Peripherie der Metropolen leben großenteils Menschen, die größtenteils aus dem Landesinneren stammen und aufgrund von Landflucht und Bürgerkrieg in Abidjan eine neue Heimat suchen.

Umso wichtiger ist eine gute Schulbildung, damit diese Menschen eine Chance bekommen ihrem Elend zu entfliehen. Ein Projekt in Abobo-Akeikoi beweist erfolgreich diesen Arbeitsansatz.

Im Norden der Metropole Abidjan, der größten Stadt in Côte d’Ivoire, liegt das Stadtviertel Abobo-Akeikoi, in dem ca. 142.000 Menschen leben. Sie stammen größtenteils aus dem Landesinneren und suchen aufgrund von Landflucht und Bürgerkrieg in Abidjan eine neue Heimat. Die soziale, logistische und finanzielle Infrastruktur kann mit dem raschen Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten. Aus diesem Grund zeigt sich beispielsweise am öffentlichen Bildungsangebot und medizinischen Dienstleistungen, wie qualitativ besorgniserregend dieser Zustand ist.

Die Organisation „Change – Chancen.Nachhaltig.Gestalten. e.V.“ hat gemeinsam mit der Organisation vor Ort „Education-Paix-Développement“ (EPD) (deutsch: Bildung-Frieden-Entwicklung), im Jahr 2010 eine weiterführende Schule mit einem innovativen pädagogischen und sozialen Profil gegründet. Dadurch kann 600-800 Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien eine staatlich anerkannte und qualifizierende Schulbildung ermöglicht werden.

Die Schule versucht möglichst vielen Schülern den Zugang zu guter Bildung zu ermöglichen.

Dieses gelingt beispielsweise durch Vollstipendien für Benachteiligte (bisher fast 200 Schüler), die Förderung von Mädchen (mind. 40% Schülerinnen), Abendschule für arbeitende Jugendliche, Lerngruppenprogramme zur Förderung von lernschwachen Schülern, regelmäßige Fortbildung der Lehrer, ein reiches Angebot an kulturellen Aktivitäten u.v.m..

Die Georg Kraus Stiftung unterstützt dieses Projekt, um finanzielle Schwierigkeiten der Schule Abhilfe zu verschaffen und ihr zu ermöglichen, ihre sozialen Aktivitäten weiter auszubauen.

  • So verbessert sich die Schulqualität durch die Einrichtung und Ausstattung einer Bibliothek, zweier Labore, eines Computerraums und eines Krankenzimmers.
  • Die Schüler erhalten kostenlose medizinische Behandlung von einem erfahrenen Arzt und sensibilisierende Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von AIDS und ungewollter Schwangerschaft.
  • Die Arbeit der Partnerorganisation EPD profiliert sich so, dass durch dieses Projekt noch mehr Jugendlichen bessere Bildungschancen bekommen und mit hoher Wahrscheinlichkeit die schule auch staatliche Subventionen erhalten kann. Durch die staatlichen Subventionen gelingt es der Schule langfristig autonom zu sein und ihr pädagogisches und soziales Profil weiter zu entfalten. Zudem sind die Durchführung von Mikroprojekten im Rahmen des „Unternehmertums“-Unterrichts und Praktika-Vermittlungsprogramme zur Berufseingliederung ebenso angedacht wie Alphabetisierungs- und Informatikkurse für Erwachsene.

Das Besondere an diesem Projekt ist, dass durch eine kleine Unterstützung eine kontinuierlich selbst verstärkende Wirkung erzielt werden kann, die langfristig vielen Menschen bessere Bildung, Beschäftigung und Gesundheit ermöglichen kann.

Guinea-Bissau. Die Schule „Escola Sabunhima“ in Sao Domingo

Guinea-Bissau. Die Schule „Escola Sabunhima“ in Sao Domingo

Willkommen Generation Web 2.0! Was für Menschen in der nördlichen Hemisphäre Alltag ist, wird auch zum Alltag in Guinea-Bissau, einem der ärmsten Staaten des afrikanischen Kontinents.

Guinea- Bissau liegt als eines der kleinsten Länder des afrikanischen Kontinents weitgehend abseits der öffentlichen Wahrnehmung und des Interesses. Zuwenig ist bekannt über dieses Land an der Westküste. Auf einem Gebiet kleiner als die Schweiz leben 1,5 Millionen Menschen.

Die portugiesische Kolonialzeit und ihre Ausbeutung des Landes vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des Befreiungskrieges 1973 prägt bis heute Guinea-Bissau. Wirtschaftlich auf wackligen Füssen erlebte das Land seit vierzig Jahren politische und wirtschaftliche Instabilität. Putsche und Interventionen seitens des Militärs sprechen eine deutliche Sprache.

Über sechzig Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten. Zwar wird staatlicherseits eine sechsjährige Schulzeit angestrebt, doch dieses Ansinnen wird, wenn überhaupt, nur in Teilen der Hauptstadt und den größeren Städten erreicht. Die durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs im gesamten Land liegt nur bei 2,3 Jahren. Obligates Schulgeld erschwert den Zugang zu grundlegender Bildung für große Teile der Bevölkerung. Dramatisch ist die Lage auf dem Land: nur wenige Kinder besuchen die Schule, da viele von ihren Familien in anderen Aufgaben eingesetzt werden, wie z. B. in der Landwirtschaft.

Die Region Cacheu in Nordwesten des Staates ist typisch für diese ländliche Infrastruktur, eine Leben an der Peripherie von Bildung und Entwicklung. Die Region mit dem Ort Sao Domingo steht im Fokus von „Nô Lanta Djunto e.V.- Gemeinsam stehen wir auf“. Ziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Guinea-Bissau, in Verzahnung mit der Partizipation lokaler Vereine und betroffener Menschen. Ein Schwerpunkt der Arbeit war von Anfang an die Bildung. Mit dem Verein AD (Acçao para o desemvolvimento) in Guinea-Bissau fanden sie einen zuverlässigen Partner vor Ort.

Durch die Partnerschaft mit dem Verein AD in Guinea-Bissau unterstützen Nô Lanta Djunto das Schulprojekt der „Escola Sabunhima“. Das Schulprojekt beeindruckt durch ein hohes Maß an Eigeninitiative und Engagement. Mittelpunkt des Engagements ist die „Escola Sabunhima“ in Sao Domingo. Die Schule entstand im Jahr 2002, die Lehrer begannen in einer Hütte zu unterrichten. Ziemlich schnell gab es eine große Nachfrage von Seiten der Eltern, so dass ein größeres Schulgebäude gesucht werden mussten.

Inzwischen existieren zwei Gebäude, in denen 360 Kinder durch Bildung ihre Lebensperspektive finden können.

Diese bedeutet beispielsweise für Nô Lanta Djunto die Akquise von Ressourcen oder Finanzen. Hier kommt die „Georg Kraus Stiftung. Gemeinnützige Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit“ ins Spiel. Der Auftrag der Stiftung findet sich prägnant in ihrem Motto wider: „Der beste Weg aus der Armut ist der Schulweg“. So finanziert sie in Zusammenarbeit mit ihrem Partner „Nô Lanta Djunto“ die Schulausstattung für „Escola Sabunhima“, die ortsansässige Handwerker komplett fertigen.

Pondingo Saliha von Medem, Initiatorin von „Nô Lanta Djunto“, besuchte kürzlich die „Escola Sabunhima“ in Sao Domingo. Mit berechtigtem Stolz konnte sie von den vielen kleinen Fortschritten in dem Ort berichten, von den Kindern, die lesen, schreiben und rechnen können, und nun den großen Wunsch haben ins Internet zu kommen. Willkommen Generation Web 2.0!

Kamerun | Renovierung der Grundschule in Aloum I

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Kamerun. Renovierung der Grundschule und Aufbau einer Kanalisation und eines Abwassersystems in ALOUM I.

Ebolowa ist eine Stadt im Südwesten Kameruns mit ca. 60.400 Einwohnern. Sie ist Hauptstadt der Provinz Sud, Bezirk Mvila. Aloum I liegt ca. 150 km von Ebolowa entfernt und hat 2.200 Einwohner. Die Infrastruktur ist schwach. Das Dorf verfügt weder über Strom noch über sauberes Trinkwasser. Die staatliche Grundschule befindet sich in einem desolaten Zustand: das Dach ist undicht, die Wände sind zum Teil eingerissen oder überhaupt nicht mehr vorhanden (eingestürzt), der Fußboden besteht aus einer Ascheschicht. Es gibt keine sanitären Anlagen, keine Tische, keine Sitzbänke. Die Kinder müssen stehend oder auf dem Fußboden sitzend den Unterricht verfolgen.

Die École Publique Prince d’Aloum, eine „vergessene“ Grundschule.

„Vergessen“, weil seit 1979 keine staatliche Förderung mehr erfolgte, so sagen es die Dorfbewohner. Die Grundschule mit drei Klassenzimmern wird von 250 Schülern im Alter von 6 bis 12 Jahren besucht, ca. 60% Mädchen und ca. 40% Jungen. Drei Lehrer unterrichten dort, wobei nur ein Lehrergehalt von der Gemeinde Ebolowa II bezahlt wird. Die anderen Lehrer arbeiten auf freiwilliger Basis und bekommen von der Elterninitiative „APE“ (Association des Parents d’Éleves) ein Entgelt für ihre Leistung.

Die Georg Kraus Stiftung möchte diese schlechten Unterrichtsbedingungen möglichst schnell beenden und hilft in 2017 bei den Renovierungsarbeiten der Schule. Das Dach soll erneuert werden, die fehlenden Wände in den drei Klassenzimmern neuerrichtet, die rissigen Wände saniert. Ein Betonboden soll gegossen werden. Danach können die bereits in 2016 von der Georg Kraus Stiftung und dem Verein Citizen Service Corps e.V. (CSC) angeschafften Schultische und Schulbänke ihren neuen Platz finden.

Um die regelmäßigen Überschwemmungen während der Regenzeit, die den Schulbesuch unmöglich machen, einzudämmen, beteiligt sich die Georg Kraus Stiftung darüber hinaus an dem Ausbau einer Kanalisation und eines Abwassersystems.

Sehr gute Bildung und Armutsbekämpfung in Afrika ist einer der Zielsetzung des Vereins CSC. „Wir können nicht wegschauen, wenn Kinder in solchen Bedingungen die Schule besuchen. Es ist unser kleiner Beitrag, um Schülern das Lachen wiederzugeben, es ist unser kleiner Beitrag zur Entwicklung in Afrika, insbesondere in Kamerun!“ so Cyrille Mvondo Mvondo, der Vereinsvorsitzende.

Kenia | Bau einer Schule in Siaya

Kenia. Bau einer Schule in Siaya

Viele Kinder in Kenia müssen ohne Eltern aufwachsen, da diese an AIDS verstorben sind. Staatliche oder halbstaatliche Hilfe und Unterstützung findet kaum statt, in entlegenen Landregionen verschärft sich dieses Problem.

Dem will der Verein „Häuser für Waisenkinder“ aus Siegburg entgegenwirken. Gemeinsam mit dem örtlichen Projektträger „Mbaga Orphaned Children’s Center“ (M.O.C.C.) entsteht in Siaya im Westen Kenias ein Gesamtprojekt aus Waisenhaus, Schule und Ausbildungszentrum für 320 Kinder, die ohne Eltern aufwachsen müssen.

Die Georg Kraus Stiftung beteiligt sich am Bau der Schule mit acht Klassenräumen, Lehrerzimmer und Sanitäranlage. Die Mauern der Gebäude werden aus Lehmstampf erreichtet. Dieser Lehm ist auf dem Grundstück vorhanden und wird mit einfachen Mitteln aufbereitet. Unter Anleitung finden so Arbeitslose und Ungelernte hierbei Beschäftigung.

Die Jungen und Mädchen in Siaya erhalten einen Ort zum Lernen, der ihnen für ihr weiteres Leben eine Perspektive eröffnet.

Mali. Bau eines Zentrums für behinderte Menschen in Koutiala

Mali. Bau eines Zentrums für behinderte Menschen in Koutiala

Wie überall in Mali kämpfen die Behinderten in Koutiala mit vielen Problemen; Analphabetismus, fehlende Ausbildungsmöglichkeiten für Behinderte,  Fehlen adäquater Räumlichkeiten für Versammlungen, Ausschluss aus der Gesellschaft.

Dem sucht die Behindertenorganisation FELAPH Koutiala ( Fédération Locale des Associations de Personnes Handicapées Koutiala“) entgegen zu wirken.  Der Projektstandort ist Koutiala, die drittgrößte Stadt in Mali. Die Gemeinde Koutiala hat der Behindertenorganisation ein Grundstück  am Stadtrand kostenlos für den Bau des Ausbildungszentrumszentrums zur Verfügung gestellt.
Das  Zentrum bietet individuelle Beratung und ist Versammlungsraum, es dient als Ausbildungszentrum und als Behindertenwerkstatt. In dem Zentrum befinden sich ein Schneideratelier, eine Schreinerwerkstatt, eine Metallbauwerkstatt, eine Werkstatt zur Reparatur von Fernsehern und Computern und ein Computerraum. Die Werkstätten dienen der Ausbildung von Behinderten und der Herstellung von Produkten, die zur Finanzierung des Zentrums zum Verkauf angeboten werden sollen. Der Computerraum ist teils Schulungsraum und teils Internetcafé, das ebenfalls zur Finanzierung des Zentrums beiträgt.  Behinderte erhalten die Möglichkeit zu verschiedenen Ausbildungen und damit später die Perspektive eines eigenen Einkommens, was zurzeit nur wenigen behinderten Menschen in Mali möglich ist. Dadurch, dass das Zentrum einen Sitz mit Büro und Versammlungsraum erhält, steigert sie die Akzeptanz in der Gesellschaft und  verbessert die Arbeitsbedingungen der Behinderten.
Im Computerraum können gleichzeitig vier, im Schneideratelier fünfzehn, in den anderen Werkstätten gleichzeitig vier bis sechs Personen ausgebildet werden, also ca. 25 Auszubildende gleichzeitig. Eine genaue Einschätzung, wie viele Behinderte am Ende des Jahres eine Ausbildung beendet haben werden, ist schwierig, da es in Mali keine vorgeschriebenen Ausbildungszeiten gibt, sondern die Ausbildung dann als beendet gilt, wenn der Auszubildende sein Handwerk beherrscht.
Nach ihrer Ausbildung machen sich die meisten selbstständig,  da es für Behinderte weiterhin schwierig sein wird eine feste Anstellung zu erhalten.

Die Georg Kraus Stiftung beteiligt sich am Aufbau des Zentrums für behinderte Menschen in Koutiala.

Marokko | Berberschule in Imalghas

Marokko. Berberschule in Imalghas

Projektnummer:

Wenn der Staat seinen Aufgaben für eine gute Schulbildung nicht nachkommt, dann hilft häufig nur noch Eigeninitiative – Abseits der Zentren des Landes engagieren sich Dorfbewohner von Imalghas für eine gute Schulbildung ihrer Kinder

Das Dorf Imalghas in der Provinz Ait Bougmez ist ein abgelegenes Berberdorf in einem Seitental des Hohen Atlas in Marokko. Die dortige Schule befand sich in einem desolaten Zustand, ohne Strom, Heizung und Fenster.
Die Menschen vor Ort haben sich mit diesem Zustand nicht abfinden wollen und sich in Eigeninitiative engagiert: Klassenräume wurden renoviert, neue Fenster eingesetzt, Strom und Wasser gelegt, ein Ofen angeschafft, Malerarbeiten ausgeführt und das Lehrerzimmer hergerichtet. 60 Kinder aus Familien der armen Landbevölkerung haben so die Chance in dieser Schule zu lernen – dank der Georg Kraus Stiftung.

Jetzt sind die Bauarbeiten abgeschlossen.  Mit Unterstützung der Georg Kraus Stiftung wurden die Klassenräume ausgestattet, Toilettenanlagen gebaut, ein Kindergarten für die Kleinsten errichtet und ausgestattet. Eine Einzäunung war notwendig, denn in der schulfreien Zeit besuchen immer wieder ungebetene Gäste das Gelände und richten entsprechende Schäden an.

2017 hat die Stiftung zusätzlich noch den Bau eines Brunnens mit Solarbetrieb finanziert.

Räume schaffen für eine gute Schulbildung ist eine Voraussetzung, dass Menschen an der Peripherie wie die Bewohner von Imalghas eine Chance zu einem besseren Leben haben.

Ruanda | Kompetenzzentrum für Handwerk und Handel

Gerade einmal 20 Jahre liegt der Völkermord in Ruanda zurück, der vermutlich mehr als eine Million Menschenopfer gekostet hat. Heute ist Ruanda auf einem Weg ungewöhnlich intensiver und von der Bevölkerung unterstützter Versöhnungsarbeit.

Das Land macht auch sonst gute Fortschritte, es hat in der Jugend das Potenzial für eine positive Entwicklung. Qualifikationen zu erwerben, aus ihnen Arbeitsplätze entstehen zu lassen, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und den Vorteil des Einzelnen mit dem des Landes zu verbinden, ist ein Ansatz, der in der Stadt Gisenyi beispielhaft verfolgt wird. Diese Stadt im Westen Ruandas an der Grenze zum Kongo und der Stadt Goma und am Kivo-See gelegen, besitzt eine in Afrika nicht alltägliche Einrichtung: Ein Kompetenzzentrum für kleine und mittlere Unternehmen. Dort werden selbstständige Existenzen geboren, aus Gelegenheitshändlern werden selbstständige Kaufleute und aus der Not geborene Getränkeverkäufer auf der Straße werden Restaurant-Betreiber.

Ruanda und seine tüchtigen Menschen

Das Kompetenz-Zentrum hat sie alle zunächst in einem grundlegenden Kurs in notwendigen Kenntnissen geschult. Diese Seminare werden in einem eigenen Bildungshaus angeboten, das auch Übernachtungsmöglichkeiten hat. Nach der Theorie werden die „Jungunternehmer“ aber auch in die Praxis begleitet. Die Finanzierung muss gesichert, die Örtlichkeiten auf Eignung geprüft, Kunden müssen gewonnen, Preise kalkuliert werden. Über ein ganzes Jahr begleiten die Fachleute des Zentrums ihre Startups.

Die jahrelange Arbeit des Vereins aus Deutschland, den „Friends of Ruanda e. V. „ in Bad Boll macht das möglich. Hilfe kommt auch von der Georg Kraus Stiftung. Beide gemeinnützigen Organisationen sind der Meinung, dass es das ist, was das Land jetzt braucht: Menschen, die bereit sind, durch Unternehmensgründungen selbst erfolgreich zu sein und anderen Arbeit und Beschäftigung zu geben. Fast selbstverständlich ist, dass ein solcher Ansatz nur funktionieren kann, wenn auch nach links und rechts geschaut wird. Deshalb ist nach und nach auch ein „Berufsausbildungszentrum Gastro-Schule“ entstanden, eine Krankenstation, ein Zentrum für Straßenkinder und Jugendliche, das sich „Transit-Zentrum“ nennt, weil es diesen Benachteiligten einen Weg in Bildung und Ausbildung ebnet.

Einkommen schaffende Maßnahmen für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder

Frauen oder junge Mädchen, die unehelich schwanger werden, oder die verwitwet sind, haben es oft schwer in der ruandischen Gesellschaft. Wenn sie keine Unterstützung von der Familie erhalten, bleibt ihnen oft nur noch die Möglichkeit mit dem Kind auf der Straße betteln zu gehen oder sich zu prostituieren. Sie führen ein Leben in Armut und Abhängigkeit. Die Kinder werden schlecht versorgt und haben keine Chance auf einen Schulbesuch.

Speziell für diese jungen alleinerziehenden Mütter im Alter von 18 bis 22 Jahren werden seit November 2016 Workshops angeboten. Hier können die jungen Frau ihre Geschäftsideen entwickeln und kleine Unternehmen gründen. Den Kindern soll dadurch eine bessere Zukunft ermöglicht werden, indem die Mütter ein sicheres Einkommen erhalten.