Kategorie: Entwicklungsprojekte Afrika

Senegal | Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung – Nr. 157

In Senegal sind noch knapp 80 % der Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren von Genitalverstümmelung betroffen, trotz gesetzlichem Verbot. Frauen und Mädchen haben wenig Chancen auf ein eigenbestimmtes Leben. Sie sind stark benachteiligt und schutzlos diesen alten Traditionen ausgesetzt.

Der Verein „(I)NTACT“ setzt sich seit 1996 erfolgreich gegen die weibliche Genitalverstümmelung in Afrika ein. Seit seiner Gründung hat der Verein zahlreiche Mädchen in Westafrika vor weiblicher Genitalverstümmelung schützen können. Ein bedeutender Erfolg wurde 2005 in Benin erzielt, als das Ende der Tradition der weiblichen Beschneidung offiziell verkündet wurde. Im Jahr 2012 wurde auch in Togo die Abschaffung dieser Tradition gefeiert. Derzeit führt der Verein Aufklärungsprojekte in Burkina Faso, Ghana, Guinea-Bissau und Senegal durch.

Das Projekt wird in Senegal in 751 Dörfern mit insgesamt etwa 462.670 Einwohnern durchgeführt. Dort leben die Ethnien Peulh, Mandingo, Dioula, Soninke, Sarakole, Diakhanke, Badiaranke und Balante, welche laut Umfragen der Partner in Dörfern der Projektzone eine Häufigkeit dieser Praktiken von nahezu 100 % aufweisen.

Die direkte Zielgruppe besteht aus 200.000 Mädchen und Frauen, welche von Aufklärungskampagnen profitieren. Es werden breitflächig Maßnahmen wie Filmvorführungen, Radiosendungen, Dorfversammlungen und „Ko-Animationen“ durchgeführt. Mit Zweirädern gelangen die Akteure in die Dörfer.

Konkrete Ziele sind die Bevölkerung sowie religiöse Autoritäten und Dorfkomitees über die Folgeschäden aufzuklären und Schüler und Schülerinnen über das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu informieren.

Diese und weitere Maßnahmen wurden jahrelang von dem Verein (I)NTACT erprobt und haben in etlichen Dörfern zum Erfolg geführt. Die Aufklärungsstrategie wird stets an die lokalen Bedingungen angepasst. Ziel ist, alle Teile der Bevölkerung anzusprechen und von der Abschaffung dieses leidbringenden Rituals zu überzeugen.

Benin | Hilfe zur Selbsthilfe – Erweiterung des Waisenhauses „Haus der Freude“ – Nr. 145



In Benin lebt die Bevölkerung hauptsächlich von der Landwirtschaft und vom Handel mit den Nachbarländern Burkina Faso, Niger, Nigeria und Togo. Durch den schmalen Küstenzugang zum Golf von Guinea mit der Hafenstadt Cotonou ist es auch ein Transitland. Das Haupttransportgut ist Baumwolle. Dennoch zählt Benin zu den ärmsten Ländern der Erde und besonders in den ländlichen Regionen leben die Menschen am Existenzminimum.

Das Waisenheim „Haus der Freude“ in Athiémé wurde 1997 von dem Verein „Kinderhilfe Westafrika“ gegründet. Er kümmert sich um Waisenkinder und Kinder, die aus verschiedenen Gründen keine Bezugspersonen mehr haben. Dort haben 55 Kinder ein neues Zuhause gefunden und werden liebevoll betreut.

Trotz Ehrenamt und Spenden ist es nicht, möglich das Haus kostendeckend zu betreiben.Daher hilft die Georg Kraus Stiftung dabei mit, sichere Einnahmequellen zu schaffen. Zu dem Zweck werden verschiedene Projekte umgesetzt. Ein Bewässerungssystem mit Solarpumpe verbessert die landwirtschaftlichen Erträge, denn zum Waisenhaus gehören 5 ha Ackerland. Es werden 5 Bohrungen durchgeführt und eine Tröpfchenbewässerung installiert. Bei der Färbung von Stoffen in Batik-Technik bekommen die Kinder Einblicke in dieses traditionelle Handwerk und die vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Die Stoffe sind begehrte Handelsware. Auch bei der Schweinezucht werden Kenntnisse über Tierhaltung vermittelt. Das Fleisch lässt sich gut verkaufen und ein Teil dient zur Ernährung der Kinder.

Ziel ist es, möglichst vielen Waisenkindern ein würdevolles und behütetes Leben zu ermöglichen und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben. Durch die Einblicke in die verschiedenen Berufszweige der Landwirtschaft, Schweinezucht und Batik-Technik, haben sie gute Chancen später in einem der Berufe tätig zu werden.

Burkina Faso | Armutsbekämpfung in Dedougou – Nr. 140


In Burkina Faso herrscht tropisches Klima mit ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten. Dedougou ist die Hauptstadt der Region Boucle du Mouhoun. Im Vorort Kouroukan wohnen die Menschen, die sich die Mieten in der Stadt nicht leisten können. Die Gegend ist sehr trocken und es fehlt an Infrastruktur. Dort ist der Sitz der Frauenkooperative „Creuset d´Eveil“. Sie wird von dem Verein „NEIA“ unterstützt, der sich um die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohner kümmert.

Die Frauen in den Familien trocknen Getreide, Gemüse und Kräuter nach der Ernte, um so Vorratshaltung betreiben zu können. Nach der Trocknung werden Getreide und Nüsse zu Mehl verarbeitet und für den Eigenverbrauch genutzt oder alternativ auf dem Markt verkauft. Da die nächste Mühle fünf Kilometer entfernt war, mussten die Frauen die Waren täglich zu Fuß dorthin bringen. Unzuverlässige Öffnungszeiten der Mühle führten dazu, dass sie den Weg dorthin oft umsonst zurücklegten. Um die Arbeit der Frauen zu unterstützen und die Produktivität zu steigern, wurde mit Hilfe der Georg Kraus Stiftung eine Mühle angeschafft. So kann die Tätigkeit deutlich schneller und effektiver verrichtet werden. Die Frauen verdienen mit der Verarbeitung der Produkte ihren Lebensunterhalt sowie die Schulbeiträge ihrer Kinder. Die Mühle kann gegen eine kleine Gebühr auch von den Einwohnern der gesamten Ortschaft genutzt werden. Die Einnahmen daraus verwenden sie als Rücklage für die Instandhaltung und die ganze Gegend profitiert von dem wirtschaftlichen Aufschwung durch die Mühle.

Die Georg Kraus Stiftung förderte in Kooperation mit „NEIA e. V.“ auch die Wasserversorgung für eine Schule in Dedougou. Sie wird von dem Verein “Association Burkina“ betrieben. Bisher wurde die Wasserversorgung mit einem benzinbetriebenen Dreirad verrichtet. In diesem Viertel gibt es nur eine Wasserstelle ca.1,5 km entfernt von der Schule. Diese Wasserpumpe versorgt ganz Kouroukan mit über 500 Erwachsenen.
In manchen Monaten bilden sich lange Schlangen vor der Wasserstelle. Eine neue Bohrung von 75 Metern Tiefe ermöglicht nun die Förderung von ca. 9 Kubikmetern Wasser pro Stunde. Ein Solar Paneel und ein großer Wassertank machen die Anlage komplett.

NEIA e. V. betreibt auch einen Kindergarten mit Krippe in Dedougou. Diesen unterstützt die Georg Kraus Stiftung mit dem Bau eines Spielplatzes, der Einrichtung der Räumlichkeiten und dem Neubau von Toiletten. Der Bau der Toiletten ist unverzichtbar, denn ohne Sanitäranlagen wird die Erlaubnis für den Betrieb eines Kindergartens nicht erteilt.

In 2022 unterstützte die Georg Kraus Stiftung das Projekt: “Rette die Kinderstube”. Dabei handelt es sich um den Bau eines Kindergartens in Kouroukan mit Ausstattung, Toilettenanlagen und Spielplatz. Der Kindergarten ist eine wichtige Vorstufe zur intensiven Vorbereitung auf die Schulzeit.

Die meisten Kinder in Kouroukan kommen aus ärmlichen Verhältnissen. In Burkina Faso werden über 60 Volkssprachen gesprochen. Die Amts- und Unterrichtsprache ist Französisch. Viele der Grundschulkinder leiden extrem unter Verständnisproblemen, denn die meisten haben vor ihrer Einschulung noch nie ein Wort Französisch gesprochen. Somit wird das Lesen- und Schreiben lernen extrem erschwert. Durch die Förderung in der Vorschule werden die Kinder auf die Schule vorbereitet. Die Angst vor der neuen Sprache soll genommen werden. Ziel ist es, dass die Kinder eine reelle Chance bekommen, die Schule erfolgreich zu absolvieren, denn der beste Weg aus der Armut ist der Schulweg.

Die Zusammenarbeit mit NEIA e. V. wird fortgeführt und der Bau einer Berufsschule unterstützt, um jungen Menschen in der Region eine berufliche Perspektive zu geben.

Derzeit wird eine Backstube für die Versorgung der Schulkinder und Einwohner gefördert. Sie dient gleichzeitig zur Ausbildung junger Menschen im Bäckereihandwerk.

Burundi | Ausstattung eines Vorschulgebäudes in Bujumbura – Nr. 116


Burundi ist eines der ärmsten Länder der Erde, die Nachwirkungen des grausamen Bürgerkriegs mit über 300.000 Toten sind heute noch überall spürbar. Aufgrund der großen Armut und der Perspektivlosigkeit verlassen viele ihr Land, um zu überleben und Arbeit zu finden. Dem will die Initiative „Burundikids e.V.“ in Zusammenarbeit mit der vor Ort ansässigen Stiftung „Fondation Stamm“ entgegenwirken. Dank einer guten Schulausbildung bekommen junge Menschen, vor allem besonders benachteiligte hier eine Chance.

In der Provinz Bujumbura betreibt „Fondation Stamm“ seit vielen Jahren erfolgreich einen Schulkomplex Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) mit Grund-, Sekundar- und Fachschule. Der Bedarf nach guter schulischer Ausbildung wächst in Burundi, vor allem im Sekundar- und Fachschulbereich. Die Jungen und Mädchen aus der umliegenden Region erhalten an dieser Schule eine pädagogisch gute Bildung. Da die drei Schultypen aufeinander aufbauen, entsteht eine konstruktive Kontinuität zwischen Schülern und Lehrern. Hier erhalten über 900 Jugendliche, davon mehr als die Hälfte Mädchen, eine Berufsausbildung als Krankenpfleger, Laborassistenten, Pharmazeutisch-technische Assistenten oder im Hotelfach-Tourismus. Der Bedarf nach qualifiziertem Personal in der burundischen Wirtschaft ist groß, die Ausbildung korreliert mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Dank der Kommunikation mit den zuständigen Ministerien kann die Schule höhere Standards einhalten. Die Ausbildung ist auch deshalb gut, weil die Schule geeignete Räume vorweisen kann, in denen die Schüler Theorie und Praxis ihrer Berufsrichtung ordentlich lernen können.

Die Georg Kraus Stiftung hat das Projekt „Ausbildungsplätze für die Berufsvorbereitung“ gefördert, indem sie 2016 die Ausstattung von Klassenräumen sowie eine Lehrküche für die Auszubildenden im Hotelfach-Tourismus an der EPCM in Bujumbura mitfinanziert hat. Des Weiteren beteiligte sich die Georg Kraus Stiftung an der Anschaffung eines Kopierers für die Oberstufe und von Schulmaterial für die Kinder der Waisenhäuser.
In 2017 wurde eine neue Vorschule gebaut. Sie erweitert das Angebot der EPCM und soll Kleinkindern den Einstieg ins Schulleben erleichtern bzw. ermöglichen. Sie entstand direkt in Gatumba, um den Bedarf der Bevölkerung vor Ort zu entsprechen. Das neue Gebäude umfasst drei Klassenzimmer und dient der Vorbereitung von ca. 120 besonders benachteiligten Mädchen und Jungen auf die spätere Einschulung. Die Georg Kraus Stiftung hat die Kosten für die komplette Ausstattung der Vorschule übernommen.

2018 unterstütze sie die Ausstattung des Computerraums und  des Schullabors.
Die Anschaffung von neuen Schulmaterialien, Utensilien für den naturwissenschaftlichen Unterricht und den Sportunterricht wurde in 2020 gefördert.
Das Schulgeld und die erforderlichen Schulmaterialen für ehemalige Straßenkinder aus  Bujumbura, Gitega und Ngozi übernahm die Georg Kraus Stiftung in 2021.
In 2022 unterstützte sie die Anschaffung von didaktischem Lehr- und Unterrichtsmaterial für die Ecole Polyvalente Carolus Magnus in Kajaga und Gatumba, in 2023 eine Regenwassernutzungsanlage und weitere Schulausstattung.

 „Wir alleine können die Flüchtlingswelle nicht stoppen. Aber wir leisten einen kleinen und sehr effektiven Beitrag dazu, dass Jungen und Mädchen in Burundi in ihrer Heimat eine tragfähige Lebensperspektive erhalten“, betont der Stiftungsvorsitzende Erich G. Fritz.

Gambia | Landwirtschaftsprojekt für Jugendliche – Nr. 139


Nahezu 75 Prozent der im ländlichen Raum wohnhaften Gambier leben unter der Armutsgrenze. Sie betreiben kleinbäuerliche Subsistenz-Landwirtschaft. Nennenswerte Beschäftigungsalternativen und Arbeitsangebote gibt es nicht. Besonders hart trifft diese Situation die Jugendlichen, die aktuelle Jugendarbeitslosigkeit beträgt 63 Prozent. Das erklärt die hohe Abwanderungsrate von Jugendlichen. Gambia hat gemessen an seiner Einwohnerzahl die höchste Migrationsrate aller Länder des afrikanischen Kontinents. Dies betrifft vor allem junge Männer, die sich aufgrund mangelnder Perspektiven auf den lebensgefährlichen Weg nach Europa begeben.
Eine qualifizierte Berufsausbildung, die den Jugendlichen eine realistische Zukunftsperspektive ermöglicht, ist ein wichtiger Schritt, um dem entgegenzuwirken.

Die Georg Kraus Stiftung unterstützt daher ein gambisches Jugendprojekt in Kooperation mit der Stiftung „Sabab Lou“ im Upper Baddibu District in Ballingho. Es handelt sich um eine zweijährige Ausbildung im Bereich der Landwirtschaft für arbeitslose Jugendliche und zurückgeführte Migranten. Sie beinhaltet Module zum Anbau von Gemüse und Feldfrüchten sowie Tierhaltung und der Verarbeitung und Vermarktung der Produkte.

Im gambischen Jugendprojekt absolvieren junge Menschen ihre duale Ausbildung im ökologischen Gartenbau. Die Georg Kraus Stiftung unterstützt die Errichtung eines Gebäudetraktes mit Schlafräumen für die Auszubildenden mit Schulungsräumen, die Erweiterung der Solarstromanlage und diverse Instandhaltungsmaßnahmen.


Ein weiteres Ziel ist es, die Produktivität auf den Feldern zu steigern, denn das Projekt soll sich zukünftig selbst tragen.
Die Ackerböden in der ariden Zone sind stark degradiert, sie haben an Struktur und an Nährstoffen verloren, die Erträge sind seit Jahren rückläufig. 60 Prozent der Menschen in der Region leben in extremer Armut, die meisten von ihnen von der Landwirtschaft. Der Rückgang der Ernten trifft sie besonders hart.
Der Boden des Jugendausbildungsprojekts in Ballingho wurde nach und nach mit selbst produzierter Komposterde bearbeitet und belebt und die Erträge verbessern sich stetig. Die Jugendlichen erlernen die schonende Bodenbearbeitung, die Beachtung der Fruchtfolgen und die organische Düngung. Denn nur mit gesunden Böden kann langfristig ein ausreichender Ertrag erwirtschaftet werden und damit die Lebensgrundlage der Menschen erhalten bleiben. Es soll erreicht werden, dass die Menschen von der Landwirtschaft leben können, ohne ihre Böden weiter ausbeuten zu müssen und dass sie ein würdevolles und zufriedenes Leben in ihrer Heimat leben können.

Sogar Gambias Präsident Adama Barrow besuchte das 10ha große Gelände. Er überzeugte sich vor Ort persönlich von den Ausbildungserfolgen und von der Qualität der landwirtschaftlichen Produkte – eine große Auszeichnung für das Projekt!



Ghana | Bosomabena, Förderung von Verpflegungsgeld und Anlage eines Schulgartens – Nr. 144


Die Küstenstadt Accra ist die größte Stadt in Ghana und auch die Hauptstadt mit dem Regierungssitz des Landes. Der Verein „send a smile“ hat sich der Straßenkinder Accras angenommen. Fernab des rauen Alltags auf den Straßen der Großstadt, ist ein Ort der Hoffnung für bis zu 50 Straßenkinder entstanden, der ihnen Schutz und eine Perspektive für die Zukunft bietet.

Das Kinderheim „Smile House“ ist das Kernprojekt des Vereins und liegt in Bosomabena, ca. 50 Kilometer westlich von Accra. Es gehört zu der „Farm of Hope“. Die Anlage besteht aus einem Schulgebäude, einem Wohngebäude, einer Lagerhalle, Sportplätzen und Spielflächen sowie Anbauflächen für Gemüse und Obst. Sie ist umgeben von Ananas-Plantagen, Mango-Bäumen und Palmen. Das Kinderheim besteht aus 12 Schlafräumen, 2 Badezimmer-Komplexen, einer kleinen Wohnung für die Betreuungspersonen, einem Büro und einem Aufenthaltsraum mit einer Küche. Um das Leben der Kinder im „Smile House“ zu finanzieren und eine umfassende Versorgung garantieren zu können, hat der Verein ein Patenschaftsprogramm aufgebaut.

Durch die aktuelle Weltwirtschaftssituation sind jedoch die Unterhaltskosten für das Kinderheime stark angestiegen. Die Georg Kraus Stiftung unterstützt daher das Haus mit Zuschüssen zur Verpflegung der Kinder. Drei Mahlzeiten werden täglich ausgegeben. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf ein umfängliches, nachhaltiges und abwechslungsreiches Speisenangebot, das lokal beschafft werden kann. Der Verein arbeitet eng mit umliegenden Farmern zusammen, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen.

Zusätzlich finanziert die Georg Kraus Stiftung die Anlage eines Schulgartens an dem Wohngebäude, um Gemüse und Obst zur Eigenverwertung anzulegen. Ein weiterer Aspekt ist, den Kindern den Umgang mit Lebensmitteln, das Anpflanzen und Pflegen von Pflanzen näherzubringen sowie das Bewusstsein für den Umgang mit Natur zu stärken.

Sobald die Kinder, die den Schulabschluss absolviert haben und das Haus verlassen, bekommen neue Straßenkinder eine Bleibe und die Möglichkeit, die Schule zu besuchen. Ausgeschiedene Kinder werden weiterhin langfristig begleitet, sofern es erforderlich ist.
Der Verein „send a smile“ sagt: „Das Oberziel unseres Projektes ist die Bildung und Ausbildung der Kinder. Ein Schulabschluss ist das höchste Gut vor Ort, mit dem die Kinder den Grundstein für eine berufliche Zukunft und ein eigenes Einkommen legen, so dass sie selbst und im besten Fall auch ihre Familien von der Straße wegkommen.“

Aktuell fördert die Georg Kraus Stiftung eine Maßnahme zur Verbesserung der bisher mangelhaften Wasserqualität. Es wird eine Wasseraufbereitungsanlage installiert.

Kapverden | Das Kinder- und Jugendzentrum Tarrafal – Nr. 55

 

Positive Erfahrungen in Sport oder Kunst fördern das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen, besonders aus benachteiligten Schichten. Die jungen Leute erfahren, dass sie selbst etwas bewirken können – sie können selbst ihre Zukunft in die Hand nehmen.

Mit diesem Ansatz arbeitet seit 2005 „Delta Cultura Cabo Verde“, das außerschulische Kinder- und Jugendzentrum “Tarrafal” auf den Kapverden in der gleichnamigen Distriktstadt mit Kindern aus den ärmsten Verhältnissen, die durch ihre Familien keine Unterstützung erhalten. Das öffentliche Schulsystem auf den Kapverden ist ebenfalls nicht in der Lage, die Kinder ihren Potentialen entsprechend zu fördern. Dem Jugendzentrum gelingt es durch Angebote in Fußball oder Kunst die jungen Menschen von der Straße zu holen. Ergänzt durch Sprach- und Medienkompetenz erhalten im „Delta Cultura Cabo Verde“ die Jungen und Mädchen außerschulisch eine gute Bildungsgrundlage. Vor allem die Mädchen sind strukturell auf den Kapverden benachteiligt. Sie arbeiten in stärkerem Maße als die Jungen im Haushalt mit und beaufsichtigen ihre jüngeren Geschwister. Ihre Persönlichkeit wird durch ihre positiven Erfahrungen im Fußball oder kreativem Gestalten gestärkt. Träger des Zentrums ist „Delta Cultura Cabo Verde“, der Verein ist gut mit deutschen und österreichischen Organisationen vernetzt.

       

Die Georg-Kraus-Stiftung unterstützte diese Arbeit durch die Finanzierung zweier Lehrkräfte für Informatik und Technologie und Hausaufgabenhilfe und  Nachhilfeunterricht. In der Regel findet die Unterstützung in kleinen Gruppen statt, dieses fördert nachhaltig das Selbstwertgefühl und die Freude an Lernen und Neuem. Die jungen Leute finden so neue Horizonte, Orientierung und Mut zur eigenen Zukunft auf den Kapverden. Aufgrund der positiven Entwicklung beteiligt sich die Georg Kraus Stiftung weiterhin an dem Kosten für die Einrichtung  und den Betrieb des Kindergartens. 

Kleine Geschichte: Manecas verbrachte 9 Jahre bei Delta Cultura. Trotz schwerer Kindheit hat er es geschafft sein Leben in die richtigen Bahnen zu lenken. Nun ist er 24 Jahre alt und offizieller Touristenführer. Seine nächsten Ziele sind Deutsch zu lernen und eine eigene Agentur zu eröffnen. Heute sagt er: „Ich habe so viele Fehler in meiner Kindheit gemacht und war oft kurz davor den falschen Weg einzuschlagen. Aber meine Mutter und Delta Cultura halfen mir, mich nicht selbst zu verlieren.“

Kenia | Schulgeld und Mahlzeiten für Kinderheim “Haven of Hope” – Nr. 133

 

 

Kenia gilt als wirtschaftliches und finanzielles Zentrum Ostafrikas und ist geprägt von der weit geöffneten Schere zwischen Reichtum und Armut. Dürren haben wiederholt zur Nahrungsmittelknappheit geführt und dementsprechend sind die Preise gestiegen. So wird es für die Armen noch schwerer, dem allgegenwärtigen Hunger zu entkommen.

Das Kinderheim liegt in einem Vorort von Nakuru Town, die viertgrößte Stadt Kenias. Hier leben Kinder, die nicht in normalen Familienverhältnissen aufwachsen können, weil sie z. B. ihre Eltern verloren haben oder Straßenkinder mit unbekannter Herkunft sind. Kinder von Müttern, die missbraucht wurden, finden hier auch ein neues Zuhause, sowie Kinder, die HIV infiziert sind. Im Heim wohnen  50 Kinder. Die „Haven of Hope Family“ lebt nach dem Vorbild der Familie zusammen. Die Kinder dürfen im Heim bleiben, bis sie volljährig sind und auf eigenen Beinen stehen können.

Der Hagener Verein „Jona e. V.“ ist seit 2016 im Heaven of Hope tätig. Vieles konnte schon erreicht werden, wie der Bau einer Wasserversorgung und die Installation von Toiletten und Duschkabinen. Des Weiteren wurden für alle Kinder Schuluniformen angeschafft, die medizinische Versorgung verbessert und die Ernährung optimiert.

Die Georg Kraus Stiftung hilft dabei mit, dass das Schulgeld für alle Kinder, die  im Heim leben, übernommen wird. Darin enthalten ist eine warme Mahlzeit für die Schüler der Primary School und eine Vollverpflegung für die Jugendlichen auf der High School. So haben auch die Ärmsten der Armen eine Chance auf ein würdevolles Leben, denn ein Schulabschluss ist der Schlüssel dazu.

Malawi | Bau einer Schule in Lukalazi und Verpflegung für Schüler – Nr. 124


Das Gebiet rund um Lukalazi, im Norden von Malawi, 10 km von der Stadt Mzuzu entfernt, verzeichnet eine der höchsten Analphabetenraten Malawis. Zum Teil ist es darauf zu führen, dass die Kinder dort einen langen und schwierigen Schulweg haben. Viele der Kinder müssen eine Strecke von zehn Kilometern laufen. Überdies handelt es sich teilweise dabei um unwegsames Gelände, sodass der Schulbesuch an der nächstgelegenen Schule nur sehr niedrig ausfällt. Deshalb engagierte sich die Georg Kraus Stiftung in Kooperation mit Malawi Hilfe e. V. beim Bau einer Schule vor Ort.

Für die neue Schule wurde ein Grundstück von der Kommune kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Dorfmänner haben das Land gerodet und von Hand mit Pickel und Schaufel die Wurzeln, Sträucher und Bäume entfernt. Darüber hinaus beteiligen sie sich mit der Herstellung der Ziegel.
Im Frühjahr 2014 konnte ein Kindergarten eröffnet werden, 2018 wurde die Grundschule fertiggestellt. Die Schule bietet Raum für ca. 300 Schüler/-innen (Klasse 1 bis Klasse 8) für Altersgruppen zwischen 4 und 14 Jahren. Das Erziehungsministerium der Malawischen Regierung hat sich dazu verpflichtet, die Schule offiziell anzuerkennen und langfristig die Instandhaltung und Bezahlung der Lehrkräfte zu übernehmen. Durch eine Investition in dieser stark unterentwickelten Region profitiert die gesamte Gemeinde: Denn die Mädchen und Jungen verbessern durch die Möglichkeit zur Bildung ihre Zukunftschancen.

 


Die Georg Kraus Stiftung beteiligt sich seit 2018 auch an der Schulspeisung, da die Hungersnot im Norden Malawis extrem hoch ist. Dadurch wird doppelt geholfen: Die Eltern sind durch die Mahlzeit außer Haus finanziell entlastet und die Kinder müssen nicht hungrig lernen und können somit bessere Leistungen erbringen.

Die Schulspeisung wurde in 2023 fortgesetzt und die Georg Kraus Stiftung ermöglicht im Rahmen der Mädchenförderung ein Stipendien für vier Mädchen für den Zeitraum von vier Jahren.

Derzeit unterstützt die Georg Kraus Stiftung die Anschaffung von Betten und Matratzen für  das Mädcheninternat „Capuchin Mission“. 300 Mädchen  haben durch die Unterbringung im Internat die Möglichkeit die Secondary School zu besuchen.

 

Mali | Sicherung der Ernährung im Dorf Djigué und Schulung für Frauen – Nr. 82

 

In Mali lebt circa die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Zudem gibt es einen Bevölkerungszuwachs von ca. 3% im Jahr. Eine Frau bekommt durchschnittlich 6,4 Kinder in ihrem Leben. Früh- und Zwangsehen sind verbreitet, 55% der Mädchen heiraten vor ihrem 18. Geburtstag, Ein weiteres Problem ist die weibliche Genitalverstümmelung. Fast 89% der Mädchen und Frauen sind beschnitten, 90% von ihnen vor ihrem 5. Lebensjahr.


Das „Landwirtschaftsprojekt für die Frauen in Djigué“ in Zusammenarbeit mit pro Afrika e.V. und der Partnerorganisation vor Ort, APA-Mali, leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation der Frauen, die der Frauenorganisation „Yiriwa ton“ des Dorfes Djigué angehören. Durch die landwirtschaftliche dreijährige Schulung der Frauen, die in diesem Projekt arbeiten, wird in Djigué die Armut bekämpft und die Ernährung sichergestellt. Zielsetzung ist u.a. die Verbesserung der Ernten durch Vielfalt und Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion. Das zu bebauende Terrain ist im Besitz der Frauenorganisation. Die Ernten sollen zum Eigenverbrauch innerhalb der Familien dienen und damit den „verborgenen Hunger“ eindämmen. Langfristig sollen die Überschüsse auf dem Markt verkauft werden und so zur Einkommenssicherung der Familien beitragen. Das Projekt soll das Selbstwertgefühl der Frauen steigern und die Abhängigkeit verringern.

Die Georg Kraus Stiftung unterstützte  dieses Projekt und förderte die Schulung für 32 Frauen in Djigué. Die Schulung ist die Voraussetzung dafür, dass das Projekt nachhaltig durchgeführt werden kann.

Anschließend finanzierte die Georg Kraus Stiftung das Projekt: „Mit eigenem Einkommen aus der Armut – Hühnerzucht für Frauen aus Marseille”. Ziel ist es, dass die Frauen ihr eigenes Einkommen erwirtschaften und ihre Position in der Familie und in der Gesellschaft stärken können.

Aktuell unterstützt die Georg Kraus Stiftung das „Transfair“ – Frauenprojekt. Es soll entwurzelten Frauen vom Land im städtischen Raum geholfen werden, sich eine eigene wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Deshalb haben sich ca. 30 Frauen zu einer Assoziation zusammengeschlossen. Für gesellschaftliche Anlässe  wie Hochzeiten, und Taufen bereiten sie Speisen und Getränke für die Gäste zu. Sie produzieren auch Seife, die ein begehrtes Geschenk bei solchen Anlässen ist.

Schulungen, Produktionshilfsmittel und Energieversorgung zur Kühlung der Lebensmittel  werden finanziert, damit die mittelosen Frauen bessere Zukunftschancen mit ihrer Geschäftsidee haben.