Kategorie: abgeschlossene Projekte Afrika

Uganda | Regenwasseraufbereitungssystem zur Garten-Bewässerung

Die vorschulische Bildung in Uganda ist stark unterrepräsentiert. Von zehn Kindern im entsprechenden Alter besuchen zwischen sechs bis neun Kindern niemals eine vorschulische Bildungs- und Betreuungseinrichtung. Die Abbruchsraten in der Grundschule sind hoch: ca. sieben von zehn Kindern schließen diese nicht ab.

Kisoboka e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für nachhaltige und qualitativ hochwertige Bildung in Uganda einsetzt und ein frühkindliches Bildungszentrum  in dem Dorf Busami in der Gemeinde Kasanje  erbaute hat.  Kunst- und Musikprojekte sind genauso Teil des Alltags wie haptische Aktivitäten, Gymnastik und Lesestunden. Die Kinder werden stets ermutigt ihre eigenen Kompetenzen ohne Grenzen selbst zu erlernen und zu erforschen. Die frühe Kindheit ist der prägendste Lebensabschnitt und legt damit den Grundstein für jegliches weiteres Lernen.

Zu dem Bildungszentrum gehört ein Garten  mit diversen Gemüse- und Obstsorten. Dieser konnte bisher wegen unzulänglicher Wasserversorgung nicht optimal  genutzt werden. Die Georg Kraus Stiftung unterstützte den Bau eines ausgeklügelten Regenwasseraufbereitungssystems. So wird eine ertragreiche und nachhaltige Bewirtschaftung möglich. Die Pumpe kann sowohl mit Normalstrom als auch Solarenergie gespeist werden.

Da der Garten selbst auch Teil des Bildungsangebotes ist, werden die Kinder regelmäßig mit dem Bewässerungssystem in Kontakt sein und dessen Folgen  wie Wachstum von Pflanzen, Gemüse, Kräutern und  Obst  hautnah miterleben. Das Klima in der Zentralregion erlaubt es, fast alle Gemüsesorten zweimal jährlich zu ernten. Die Kinder werden Teil dieses Prozesses sein und die Ernten schließlich gemeinsam bei den Mahlzeiten zu sich nehmen.

 

Tansania | Sportförderprojekt in Tansania an 30 Schulen in der Region Arusha

Trotz eines deutlichen Wirtschaftswachstums in den vergangenen Jahren gehört Tansania nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt. Rund ein Viertel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Ein Grund ist die schlechte Bildungssituation mit teilweise rudimentär ausgestatteten Schulen. Jeder vierte Erwachsene kann nicht lesen und schreiben.

PROBONO Schulpartnerschaften für Eine Welt e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und engagiert sich u. a. für verbesserte Schutzausstattung und bessere Lernbedingungen an bedürftigen Partnerschulen in Ostafrika. Das aktuelle Projekt widmet sich dem Sportunterricht. Es ist belegt, dass Bewegung die Konzentrationsfähigkeit und damit auch die schulische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen verbessert. Auch die „Agenda 2030“ mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung hebt die Bedeutung von Sport für die körperliche und seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hervor.

Obwohl der Sportunterricht in Tansania ein eigenständiges Fach in allen Schulen sein sollte, findet kaum Sportunterricht statt. In der Regel gibt es keinerlei Sportinfrastruktur und es mangelt an qualifizierten Sportlehrern. Mädchen in Tansania wachsen noch immer mit sehr konservativen Rollenbildern auf und sind von vielen Sportarten und oft von Sport generell ausgeschlossen.

Der Verein „PROBONO Schulpartnerschaften für Eine Welt“ setzt sich für die Etablierung von
Sportunterricht für alle Kinder im Nordosten von Tansania ein. Die Georg Kraus Stiftung unterstützt ihn dort an 30 Partnerschulen von PROBONO und einigen weiteren Schulen bei dem Aufbau eines Sportangebotes für rund 20.000 Jungen und Mädchen. Dazu gehören die Schulungen von Lehrkräften und die Anschaffung von Sportausrüstung. Dabei wird darauf geachtet, dass auch Frauen zu Sportlehrerinnen weitergebildet werden. Erstmalig dürfen auch Mädchen neue Sportarten erlernen, die bisher nur Jungen vorbehalten waren. Besonders beliebt ist Fußball. Da das Sportangebot nur für Kinder gilt, die auch regelmäßig zu den anderen Unterrichtsfächern kommen, besuchen nun deutlich mehr Kinder die Schule.

Sport verbindet, trägt zur körperlichen und auch zur seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bei und verbessert die schulische Leistungsfähigkeit. Er macht Freude und fördert das Selbstvertrauen, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und sich an Regeln zu halten. Sport reicht in alle Schichten der Gesellschaft, ermöglicht Partizipation, baut Vorurteile ab und schafft ein Gemeinschaftsgefühl über ethnische und soziale Barrieren hinweg. Sowohl individuell als auch gemeinschaftlich ist Sport damit ein innovatives Mittel in der Entwicklungszusammenarbeit.

Madagaskar | Erweiterung eines Jugendzentrums um eine Fahrradwerkstatt und ein Forschungslabor für Lebensmittel

Die beruflichen Perspektiven für Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sind in Madagaskar problematisch. Nur ein kleiner Teil absolviert die Mittelstufe der Schule, noch weniger die Oberstufe und fast ein Drittel der Studierenden bricht die Ausbildung ab. Was bleibt, sind unsichere Gelegenheitsjobs ohne geregeltes Einkommen.

Der Verein „Ny Hary Deutschland“ hat sich zur Aufgabe gemacht, Jugendlichen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen und zu erleichtern. „Ny Hary“ bedeutet, sich eine Lebensaufgabe zu setzen. Für den Verein ist der Name auch zugleich die Mission. Er entwickelte 2004 aus einem verlassenen Marktgelände in der Stadt Miarinarivo das Jugend-Zentrum „ALABRI“. Die Markthallen und Verkaufsräume wurden umfunktioniert. Es entstand ein Schülerwohnheim für Kinder aus abgelegenen Regionen. Ein weiteres Angebot ist die Schulspeisung für bedürftige Kinder. Darüber hinaus bekommen die SchülerInnen auch Unterstützung beim Lernen. Attraktive Angebote wie Workshops und Veranstaltungen zur Talentförderung und Berufsorientierung helfen den Jugendlichen bei der Berufsfindung. Auch eine Bibliothek, diverse Sportplätze und ein Amphitheater stehen zur Verfügung. Das Zentrum „ALABRI“ hat sich zu einem attraktiven Treffpunkt für die Jugend entwickelt.

Mit Unterstützung der Georg Kraus Stiftung erhält das Zentrum bald weitere Angebote für die Jugendlichen. Da Fahrräder in der Region das Haupttransportmittel sind, wird eine Werkstatt für Fahrradmechanik eingerichtet. Des Weiteren entsteht ein Versuchslabor zur Haltbarmachung von regionalen, saisonalen Lebensmitteln. Das Zentrum liegt in der fruchtbaren Region Itasy. Begleitend zum Aufbau der Werkstatt und des Lebensmittellabors entsteht eine digitale Mediathek für Lernmedien. Auf dem Programm stehen auch ein Entrepreneurship-Training und der Aufbau von Schülerfirmen, um in der Stadt eigene Produkte in einem Kiosk vertreiben zu können.

Die jungen Menschen sollen motiviert werden, ihre eigenen Ideen zu verfolgen und umzusetzen. „Ny Hary Deutschland e. V.“ möchte sie dazu ermutigen, sich Ziele zu setzten, um die eigene berufliche Zukunft aktiv zu gestalten. So haben sie gute Aussichten auf bessere Lebensbedingungen in ihrer Heimat.

Äthiopien | Ausbildungsprogramm für den Bau von rauchfreien Küchenöfen in Alem Katema – reduziert CO2–Freisetzung

Äthiopien | Ausbildungsprogramm für den Bau von Küchenöfen mit reduzierter CO2–Freisetzung

Projektnummer: 

Rauchfreie Öfen schonen die Umwelt, das Klima und die natürlichen Ressourcen.
Sie fördern die Gesundheit und das Know-how schafft Verdienstmöglichkeiten. Ein erfolgreiches Projekt aus Nepal findet in Äthiopien statt.

Krankheit und Tod durch offenes Feuer

Viele ländliche Haushalte in den armen Ländern des globalen Südens nutzen offenes Feuer im Wohnraum zum Kochen, jedoch ohne Rauchabzug. Dies wirkt sich sehr negativ auf die Gesundheit der Menschen aus, die ihr Leben lang dem beißenden Qualm ausgesetzt sind. An den Folgen der permanenten Rauchexposition sterben weltweit etwa 2 Millionen Menschen jährlich.
Die Georg Kraus Stiftung fördert in Äthiopien Schulungen zum Bau von Öfen mit Rauchabzug. Diese Öfen verringern Risiken für Erkrankungen und reduzieren den CO2-Ausstoß deutlich, da sie Brennstoffe besser verwerten. Sie fördern die Gesundheit und schonen die natürlichen Ressourcen.

50.000 rauchfreie Küchenöfen wurden schon errichtet

Bei offenem Feuer ist die Energieausbeute der verwendeten Brennstoffe, meistens Holz aus den umliegenden Wäldern, sehr schlecht. Immer mehr Bäume werden gefällt, die Bodenerosion verursacht langfristig große Umweltschäden, und große Mengen COwerden freigesetzt.
Initiator des Projektes ist der Verein Die Ofenmacher. Begonnen haben sie das Projekt in Nepal. Dort haben die Lehmofenbauer über viele Jahre inzwischen über 50.000 rauchfreie Küchenöfen bauen lassen. Nun werden diese Erfahrungen vor Ort in Alem Katema in Äthiopien weitergegeben.

Die Georg Kraus Stiftung fördert Ausbildungsprogramm

Die praktische Ausbildung beinhaltet den Bau verschiedener Ofentypen sowie theoretische Unterrichtseinheiten zu Gesundheit, Sicherheit, Handhabung und Wartung der Öfen. Kaufmännisches Grundwissen ist ebenso ein wichtiger Bestandteil des Trainings. Die sechsmonatige Schulungsmaßnahme setzt – für die Georg Kraus Stiftung eine Fördervoraussetzung – auf Hilfe zur Selbsthilfe und hat doppelten Nutzen: Sie verschafft Betroffenen eine rauchfreie Kochstelle und zugleich eine Verdienstmöglichkeit als Ofenbauer.
Dass erfahrene Ofenbauer aus Nepal ihre Erfahrungen an künftige Ofenbauer in Äthiopien weitergeben, ist ein großartiges Musterbeispiel für internationalen Wissenstransfer zwischen zwei Entwicklungsländern mit Hilfe von Europäern.

Seit 2015 unterstützt die Georg Kraus Stiftung das Projekt. Im Jahr 2017 konnten 40 Ofenbauerinnen eine Schulung bekommen. Es handelt sich vorrangig um alleinerziehende Mütter, die sonst als gesellschaftliche Randgruppe kaum Chancen auf Arbeit haben. Zusätzlich werden erfahrene Ofenbauerinnen zu Trainerinnen ausgebildet. Da das Projekt für die nächsten Jahren auf eigenen Füßen stehen kann, unterstützt die Georg Kraus Stiftung die Arbeit der Ofenmacher nun wieder in Nepal. Dort werden erstmalig Ofenbauer zu “Schornsteinfeger” (Stove Maintenance) ausgebildet, sodass es gewährleistet wird, dass die gebauten Öfen dauerhaft wie vorgesehen nutzbar bleiben (s. auch Ofenbauprojekt Nepal, Projekt-Nr. 93) .

Das Projekt bietet sich für Spender der Georg Kraus Stiftung auch durchaus an für diejenigen, die etwas zur Verbesserung ihrer eigenen CO2-Bilanz tun wollen, indem sie etwa ihren nicht zu vermeiden gewesenen Flug kompensieren. Einschlägige Berechnungsmodelle der Kompensation und angemessene Spendenhöhe finden sich im Internet, etwa unter www.atmosfair.de . Bei entsprechendem Vermerk auf der Spendenquittung wird Ihre Spende ohne Abzug diesem Klimaschutz- und Bildungsprojekt direkt zugeschlagen. Das Projekt erfüllt noch dem Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls den Gold-Standard, der für höchste geprüfte Wirksamkeit steht.

Neben Flug- und Schiffsreise können im Übrigen auch andere CO2-trächtige Aktivitäten kompensiert werden, wie etwa Kongresse und Tagungen mit dem Anspruch der Klimaneutralität.

Benin | Bau einer Grundschule in Houdjamey

In Benin ist fast die Hälfte der Bevölkerung 15 Jahre alt oder jünger. Das Land gilt als eines der ärmsten Länder Afrikas, die Arbeitslosenquote beträgt über 50 Prozent. Trotz, oder gerade wegen dieser schwierigen Daten hat der Staat das ambitionierte Ziel ausgegeben, in diesem Jahrzehnt allen Kindern eine sechsjährige Grundschulausbildung zu ermöglichen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass Bildung der Schlüssel für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung ist. Dieses Ziel will die „Studenteninitiative Weitblick e.V.“ in Münster tatkräftig unterstützen, Projektpartner in Benin ist die NGO „Education Service International“(ESI). Mittel des Vereins finanzieren den Bau von Schulgebäuden, die so konzipiert sind, dass sie den witterungsbedingten Widernissen standhalten. So kann der Unterricht trotz Hitze oder Überschwemmungen in den Räumen stattfinden. Neben den Baukosten fielen noch Kosten für geeignete Schulmöbel an. Das Lehrergehalt bezahlt der Staat Benin.

Die Georg Kraus Stiftung beteiligte sich an den Baukosten der Grundschule in Houdjamey. Dadurch erhalten beninische Kinder eine ordentliche Grundschulausbildung, die ihr Armutsrisiko reduziert und die Benachteiligung von Mädchen und Frauen verringert.

Burundi | Eine Berufsschule für Mädchen und junge Frauen

Burundi | Eine Berufsschule für Mädchen und junge Frauen

Projektnummer:

Seit 2010 unterstützt die Georg Kraus Stiftung den Verein Projekt Human Aid e.V., der sich für verschiedene Projekte in Burundi einsetzt. Ein Projekt war der Bau einer Berufsschule. Dort erhielten 25 junge Frauen und Mädchen eine Ausbildung. 

Burundi – im Herzen Afrikas gelegen und eines der ärmsten Länder der Welt.

Nur sehr langsam erholt sich der kleine Staat von einem Jahrzehnte währenden Bürgerkrieg; im aktuellen Welthungerindex belegt Burundi den traurigen zweitletzten Platz. Seit acht Jahren arbeitet Project Human Aid e.V. daran, dieser deprimierenden Bilanz etwas entgegenzusetzen – mit zahlreichen Projekten vor allem in den Bereichen Bildung und Gesundheit.

Jüngstes Beispiel für das Engagement der Organisation ist eine Berufsschule für junge Mädchen und Frauen in dem kleinen Ort Kivoga im Osten Burundis.

Mit Unterstützung der Georg Kraus Stiftung erbaut und betrieben, ist sie mehr als nur ein Hoffnungszeichen in dem gebeutelten Land. Der Tag beginnt morgens um acht Uhr für die 25 Mädchen und jungen Frauen, die hier eine einjährige Ausbildung in Kochen, Ernährungswissenschaft und Hauswirtschaft erhalten. Sie sollen später einmal in der sich langsam entwickelnden Gastronomie und Hotellerie Burundis unterkommen oder – sollten sie in ihre Dörfer zurückkehren – zumindest zu Multiplikatorinnen in Sachen sinnvoller Ernährung werden.

Denn wie in vielen Ländern der Dritten Welt herrscht auch in Burundi der Irrglaube, dass man gut gegessen hat, wenn der Magen voll ist.

Die vitaminreichen Früchte von den eigenen Feldern werden oft eher verkauft als dem eigenen Kind zum Essen gegeben. Das Ergebnis: Mangelernährung selbst dort, wo sie eigentlich nicht zwangsläufig gewesen wäre. Den Theorieunterricht besuchen sie noch alle gemeinsam; hier stehen Fächer wie Lebensmittelkunde, Mikroprojektplanung oder Französisch auf dem Programm, denn viele der jungen Frauen beherrschen nur die einheimische Landessprache Kirundi. Im Verlauf des Tages geht es dann in die schuleigene Großküche – hier erlernen sie in kleinen Gruppen praktische Fertigkeiten direkt an Schneidebrett, Topf und Herd. In einem kleinen an die Schule angeschlossenen Restaurant sammeln sie zudem erste Erfahrungen mit der Zubereitung von Speisen für zahlende Gäste und dem Service. Im Verlauf des Nachmittags endet für die jungen Frauen ihr abwechslungsreicher Schultag; viele von ihnen haben einen weiten Heimweg, müssen noch viele Kilometer zu Fuß über die burundischen Hügel zurücklegen, damit sie rechtzeitig vor dem Sonnenuntergang in ihren Dörfern ankommen.

Seit 2010 unterstützt die Georg Kraus Stiftung den Verein Projekt Human Aid e.V. der sich für verschiedene Projekte in Burundi einsetzt. Seit 2014 beteiligt sich die Stiftung an den laufenden Kosten der Berufsschule. 

Guinea-Bissau. Die Schule „Escola Sabunhima“ in Sao Domingo

Guinea-Bissau. Die Schule „Escola Sabunhima“ in Sao Domingo

Willkommen Generation Web 2.0! Was für Menschen in der nördlichen Hemisphäre Alltag ist, wird auch zum Alltag in Guinea-Bissau, einem der ärmsten Staaten des afrikanischen Kontinents.

Guinea- Bissau liegt als eines der kleinsten Länder des afrikanischen Kontinents weitgehend abseits der öffentlichen Wahrnehmung und des Interesses. Zuwenig ist bekannt über dieses Land an der Westküste. Auf einem Gebiet kleiner als die Schweiz leben 1,5 Millionen Menschen.

Die portugiesische Kolonialzeit und ihre Ausbeutung des Landes vom 15. Jahrhundert bis zum Ende des Befreiungskrieges 1973 prägt bis heute Guinea-Bissau. Wirtschaftlich auf wackligen Füssen erlebte das Land seit vierzig Jahren politische und wirtschaftliche Instabilität. Putsche und Interventionen seitens des Militärs sprechen eine deutliche Sprache.

Über sechzig Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten. Zwar wird staatlicherseits eine sechsjährige Schulzeit angestrebt, doch dieses Ansinnen wird, wenn überhaupt, nur in Teilen der Hauptstadt und den größeren Städten erreicht. Die durchschnittliche Dauer des Schulbesuchs im gesamten Land liegt nur bei 2,3 Jahren. Obligates Schulgeld erschwert den Zugang zu grundlegender Bildung für große Teile der Bevölkerung. Dramatisch ist die Lage auf dem Land: nur wenige Kinder besuchen die Schule, da viele von ihren Familien in anderen Aufgaben eingesetzt werden, wie z. B. in der Landwirtschaft.

Die Region Cacheu in Nordwesten des Staates ist typisch für diese ländliche Infrastruktur, eine Leben an der Peripherie von Bildung und Entwicklung. Die Region mit dem Ort Sao Domingo steht im Fokus von „Nô Lanta Djunto e.V.- Gemeinsam stehen wir auf“. Ziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Guinea-Bissau, in Verzahnung mit der Partizipation lokaler Vereine und betroffener Menschen. Ein Schwerpunkt der Arbeit war von Anfang an die Bildung. Mit dem Verein AD (Acçao para o desemvolvimento) in Guinea-Bissau fanden sie einen zuverlässigen Partner vor Ort.

Durch die Partnerschaft mit dem Verein AD in Guinea-Bissau unterstützen Nô Lanta Djunto das Schulprojekt der „Escola Sabunhima“. Das Schulprojekt beeindruckt durch ein hohes Maß an Eigeninitiative und Engagement. Mittelpunkt des Engagements ist die „Escola Sabunhima“ in Sao Domingo. Die Schule entstand im Jahr 2002, die Lehrer begannen in einer Hütte zu unterrichten. Ziemlich schnell gab es eine große Nachfrage von Seiten der Eltern, so dass ein größeres Schulgebäude gesucht werden mussten.

Inzwischen existieren zwei Gebäude, in denen 360 Kinder durch Bildung ihre Lebensperspektive finden können.

Diese bedeutet beispielsweise für Nô Lanta Djunto die Akquise von Ressourcen oder Finanzen. Hier kommt die „Georg Kraus Stiftung. Gemeinnützige Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit“ ins Spiel. Der Auftrag der Stiftung findet sich prägnant in ihrem Motto wider: „Der beste Weg aus der Armut ist der Schulweg“. So finanziert sie in Zusammenarbeit mit ihrem Partner „Nô Lanta Djunto“ die Schulausstattung für „Escola Sabunhima“, die ortsansässige Handwerker komplett fertigen.

Pondingo Saliha von Medem, Initiatorin von „Nô Lanta Djunto“, besuchte kürzlich die „Escola Sabunhima“ in Sao Domingo. Mit berechtigtem Stolz konnte sie von den vielen kleinen Fortschritten in dem Ort berichten, von den Kindern, die lesen, schreiben und rechnen können, und nun den großen Wunsch haben ins Internet zu kommen. Willkommen Generation Web 2.0!

Kamerun | Renovierung der Grundschule in Aloum I

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Kamerun. Renovierung der Grundschule und Aufbau einer Kanalisation und eines Abwassersystems in ALOUM I.

Ebolowa ist eine Stadt im Südwesten Kameruns mit ca. 60.400 Einwohnern. Sie ist Hauptstadt der Provinz Sud, Bezirk Mvila. Aloum I liegt ca. 150 km von Ebolowa entfernt und hat 2.200 Einwohner. Die Infrastruktur ist schwach. Das Dorf verfügt weder über Strom noch über sauberes Trinkwasser. Die staatliche Grundschule befindet sich in einem desolaten Zustand: das Dach ist undicht, die Wände sind zum Teil eingerissen oder überhaupt nicht mehr vorhanden (eingestürzt), der Fußboden besteht aus einer Ascheschicht. Es gibt keine sanitären Anlagen, keine Tische, keine Sitzbänke. Die Kinder müssen stehend oder auf dem Fußboden sitzend den Unterricht verfolgen.

Die École Publique Prince d’Aloum, eine „vergessene“ Grundschule.

„Vergessen“, weil seit 1979 keine staatliche Förderung mehr erfolgte, so sagen es die Dorfbewohner. Die Grundschule mit drei Klassenzimmern wird von 250 Schülern im Alter von 6 bis 12 Jahren besucht, ca. 60% Mädchen und ca. 40% Jungen. Drei Lehrer unterrichten dort, wobei nur ein Lehrergehalt von der Gemeinde Ebolowa II bezahlt wird. Die anderen Lehrer arbeiten auf freiwilliger Basis und bekommen von der Elterninitiative „APE“ (Association des Parents d’Éleves) ein Entgelt für ihre Leistung.

Die Georg Kraus Stiftung möchte diese schlechten Unterrichtsbedingungen möglichst schnell beenden und hilft in 2017 bei den Renovierungsarbeiten der Schule. Das Dach soll erneuert werden, die fehlenden Wände in den drei Klassenzimmern neuerrichtet, die rissigen Wände saniert. Ein Betonboden soll gegossen werden. Danach können die bereits in 2016 von der Georg Kraus Stiftung und dem Verein Citizen Service Corps e.V. (CSC) angeschafften Schultische und Schulbänke ihren neuen Platz finden.

Um die regelmäßigen Überschwemmungen während der Regenzeit, die den Schulbesuch unmöglich machen, einzudämmen, beteiligt sich die Georg Kraus Stiftung darüber hinaus an dem Ausbau einer Kanalisation und eines Abwassersystems.

Sehr gute Bildung und Armutsbekämpfung in Afrika ist einer der Zielsetzung des Vereins CSC. „Wir können nicht wegschauen, wenn Kinder in solchen Bedingungen die Schule besuchen. Es ist unser kleiner Beitrag, um Schülern das Lachen wiederzugeben, es ist unser kleiner Beitrag zur Entwicklung in Afrika, insbesondere in Kamerun!“ so Cyrille Mvondo Mvondo, der Vereinsvorsitzende.

Kenia | Bau einer Schule in Siaya

Kenia. Bau einer Schule in Siaya

Viele Kinder in Kenia müssen ohne Eltern aufwachsen, da diese an AIDS verstorben sind. Staatliche oder halbstaatliche Hilfe und Unterstützung findet kaum statt, in entlegenen Landregionen verschärft sich dieses Problem.

Dem will der Verein „Häuser für Waisenkinder“ aus Siegburg entgegenwirken. Gemeinsam mit dem örtlichen Projektträger „Mbaga Orphaned Children’s Center“ (M.O.C.C.) entsteht in Siaya im Westen Kenias ein Gesamtprojekt aus Waisenhaus, Schule und Ausbildungszentrum für 320 Kinder, die ohne Eltern aufwachsen müssen.

Die Georg Kraus Stiftung beteiligt sich am Bau der Schule mit acht Klassenräumen, Lehrerzimmer und Sanitäranlage. Die Mauern der Gebäude werden aus Lehmstampf erreichtet. Dieser Lehm ist auf dem Grundstück vorhanden und wird mit einfachen Mitteln aufbereitet. Unter Anleitung finden so Arbeitslose und Ungelernte hierbei Beschäftigung.

Die Jungen und Mädchen in Siaya erhalten einen Ort zum Lernen, der ihnen für ihr weiteres Leben eine Perspektive eröffnet.

Mali. Bau eines Zentrums für behinderte Menschen in Koutiala

Mali. Bau eines Zentrums für behinderte Menschen in Koutiala

Wie überall in Mali kämpfen die Behinderten in Koutiala mit vielen Problemen; Analphabetismus, fehlende Ausbildungsmöglichkeiten für Behinderte,  Fehlen adäquater Räumlichkeiten für Versammlungen, Ausschluss aus der Gesellschaft.

Dem sucht die Behindertenorganisation FELAPH Koutiala ( Fédération Locale des Associations de Personnes Handicapées Koutiala“) entgegen zu wirken.  Der Projektstandort ist Koutiala, die drittgrößte Stadt in Mali. Die Gemeinde Koutiala hat der Behindertenorganisation ein Grundstück  am Stadtrand kostenlos für den Bau des Ausbildungszentrumszentrums zur Verfügung gestellt.
Das  Zentrum bietet individuelle Beratung und ist Versammlungsraum, es dient als Ausbildungszentrum und als Behindertenwerkstatt. In dem Zentrum befinden sich ein Schneideratelier, eine Schreinerwerkstatt, eine Metallbauwerkstatt, eine Werkstatt zur Reparatur von Fernsehern und Computern und ein Computerraum. Die Werkstätten dienen der Ausbildung von Behinderten und der Herstellung von Produkten, die zur Finanzierung des Zentrums zum Verkauf angeboten werden sollen. Der Computerraum ist teils Schulungsraum und teils Internetcafé, das ebenfalls zur Finanzierung des Zentrums beiträgt.  Behinderte erhalten die Möglichkeit zu verschiedenen Ausbildungen und damit später die Perspektive eines eigenen Einkommens, was zurzeit nur wenigen behinderten Menschen in Mali möglich ist. Dadurch, dass das Zentrum einen Sitz mit Büro und Versammlungsraum erhält, steigert sie die Akzeptanz in der Gesellschaft und  verbessert die Arbeitsbedingungen der Behinderten.
Im Computerraum können gleichzeitig vier, im Schneideratelier fünfzehn, in den anderen Werkstätten gleichzeitig vier bis sechs Personen ausgebildet werden, also ca. 25 Auszubildende gleichzeitig. Eine genaue Einschätzung, wie viele Behinderte am Ende des Jahres eine Ausbildung beendet haben werden, ist schwierig, da es in Mali keine vorgeschriebenen Ausbildungszeiten gibt, sondern die Ausbildung dann als beendet gilt, wenn der Auszubildende sein Handwerk beherrscht.
Nach ihrer Ausbildung machen sich die meisten selbstständig,  da es für Behinderte weiterhin schwierig sein wird eine feste Anstellung zu erhalten.

Die Georg Kraus Stiftung beteiligt sich am Aufbau des Zentrums für behinderte Menschen in Koutiala.