Kategorie: abgeschlossene Projekte Lateinamerika

Bolivien | Aufbau einer eigenen Landwirtschaft zur Selbstversorgung

Bolivien ist das zweitärmste Land Südamerikas, ca. 45 % der Bevölkerung müssen mit einem Einkommen von weniger als 2 US-Dollar pro Tag auskommen. Jedes vierte schulpflichtige Kind arbeitet für den Lebensunterhalt der Familie. In San Ignacio del Sara, 100 km nördlich von Santa Cruz, befindet sich das Kinderdorf Casa Padre Wasson. Die verlassenen Kinder, die „nph bolivien“ in ihre „Großfamilie“ aufnimmt, stammen aus ärmsten Verhältnissen. Sie sind häufig psychisch traumatisiert und unterernährt. Hier werden die Kinder und Jugendlichen liebevoll aufgenommen, bekommen eine gesunde Ernährung und eine solide schulische und berufliche Ausbildung.

nph bolivien bemüht sich seit 2011 um den Aufbau einer eigenen Landwirtschaft zur Selbstversorgung. Diese Aktivitäten konzentrierten sich bisher vor allem auf die Nutztierhaltung. Das Kinderdorf hat heute ca. 25 Kühe, 69 Schafe, zwei Schweine und ein Pferd. Fast sämtliche Arbeiten mit den Tieren managen die Jugendlichen neben dem Schulbesuch in Eigenverantwortung. Das selbst produzierte Fleisch ist fester Bestandteil des Speiseplans im Kinderdorf und führt zu einer deutlichen Entlastung des angespannten Budgets.

Die Georg Kraus Stiftung beteiligte sich an den Ausbau der Selbstversorgung mit Lebensmitteln. Dadurch erwerben die Kinder und Jugendlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, die ihnen helfen können eine nachhaltige Existenz aufzubauen, unabhängig von dem beruflichen Weg, den sie später einschlagen werden. Auch die Gesundheit der Kinder profitiert von frisch geernteten, gesunden Lebensmitteln und in den Kindern und Jugendlichen wird ein Bewusstsein geweckt sowohl für die Bedeutung einer gesunden Ernährung, als auch für die Wichtigkeit der Selbstversorgung beim Gemüse- und Obstanbau. Das Budget des Kinderdorfes wird entlastet, die Qualität der Versorgung wird erhöht.

 

Brasilien. Verbesserung der Lebensqualität der Xavantes in São Marcos

Brasilien. Verbesserung der Lebensqualität
der Xavantes in São Marcos

Die Xavantes im Naturreservat São Marcos entdecken ihre eigenen Fähigkeiten ihr Leben zu meistern – dank gezielter Unterstützung.

Seit 1964 arbeiten die Salesianer und die Salesianerinnen mit den Xavantes zusammen. Die Niederlassung in São José befindet sich im Naturreservat São Marcos im Süden Brasiliens, in welchem 3.009 Personen auf einer Fläche von 188.000 Hektar leben. Insgesamt gibt es in Mato Grosso 12.549 Xavantes, die sich auf 7 Reservate verteilen.
Die Xavantes leben noch stark in ihrem traditionellen Glauben und ihrer Kultur. Nichtsdestotrotz können sie sich nicht mehr auf die traditionelle Weise versorgen und sind Großteils von staatlicher Fürsorge abhängig. Neben der Stärkung der Rechte der indigenen Bevölkerung und deren Selbstorganisation sind Gesundheit, Umweltschutz und ein nachhaltiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen stets im Blickfeld der Arbeit der Salesianer.
Das Hauptengagement gilt jedoch dem Zugang zu Bildung und der Sicherung eines friedvollen Miteinanders. Hierbei stehen vor allem die Gleichberechtigung von Frauen und die in der Vergangenheit konfliktreiche Beziehung zwischen den beiden lokalen Ethnien der Bororos und Xavantes im Mittelpunkt der Arbeit. Erfolge sind im mittlerweile friedlichen Miteinander beider Ethnien bereits deutlich erkennbar, jedoch brachte die Anbindung an die 52 km entfernte Stadt Primavera do Leste neue Probleme mit sich. Viele Jugendliche verfallen dem Alkohol- und Drogenmissbrauch und in Folge dessen vermehrt gesundheitliche Problem.
Die Georg Kraus Stiftung beteiligt sich an der Verbesserung der Lebensqualität, so durch mobile Kurse für eine bewusste Ernährung, oder durch Kurse zum Eigenanbau von Gemüse. 80 Frauen, Kinder und Jugendliche besuchen diese Kurse, die in mehreren Gruppen dreimal pro Woche stattfinden. Ebenso erhalten Frauen, Jugendliche und Kinder in 20 Dörfern regelmäßig Besuch, um mit ihnen auf die gezielte Umsetzung des Eigenanbaus hinzuarbeiten. Bei diesen Besuchen geht es ebenfalls um Hygiene, Umwelt, Erziehung der Kinder und kulturelle Medizin. Pro Woche können 5 Dörfer besucht werden und somit 20 pro Monat.

Ecuador | Fundacion Abuelitos de la Calle Hilfsbedürftige alte Menschen in Quito

 

Ecuador. Fundacion Abuelitos de la Calle. Hilfsbedürftige alte Menschen in Quito

Wer in Ecuador alt und irgendwann zu schwach zum Arbeiten ist, steht vor dem Nichts, sofern er/sie keine Familie hat, die sich kümmert. Vom Staat gibt es keine Hilfe. Betteln und Bonbonverkauf auf der Straße sind dann die letzten Möglichkeiten zum schlichten Überleben. Rund 450 in Not geratene alte Menschen suchen die Einrichtung wöchentlich auf, erhalten eine warme Mahlzeit, Kleidung sowie medizinische Grundversorgung und Waschgelegenheit. Eine Sozialarbeiterin der Einrichtung sorgt dafür,  das Leben für diese alten Menschen wieder lebenswert zu machen, ihnen Selbstwertgefühl zu vermitteln und sie aktiv und menschenwürdig am Leben teilhaben zu lassen. Sie organisiert kleine Aktivitäten und weckt so Lebensfreude der Alten, beispielsweise Mal- und Backkurse für die „Abuelitos“. Sie können so produktiv sein, indem sie Brot backen oder Postkarten malen, die sie dann verkaufen und ein kleines Einkommen erzielen können. Eine Köchin bereitet regelmäßig ein einfaches kleines Frühstück und Mittagessen.

Die Stellen für die Sozialarbeiterin und die Köchin wurden von der Georg-Kraus-Stiftung 2015 finanziert.

Mexiko | Kinderheim, Aufräumarbeiten nach schwerem Erdbeben

Nachbeben der Stärke 6.1 erschüttert Mexiko

nph-Kinderdorf, Foto: Ilona-Adamczyk-1

Vier Tage nach dem schweren Erdbeben mit fast 300 Toten wurde Mexiko von Nachbeben erschüttert. Im von der Georg Kraus Stiftung geförderten Kinderdorf blieben zum Glück alle unverletzt: Kinder, Betreuer und Angestellte, kamen mit dem Schrecken davon.

Mexiko war kaum eine Atempause gegönnt. Die Einsatzkräfte waren noch bei der Suche nach Vermissten in den Trümmern, als am Samstag, den 23.09.2017, ein schweres Nachbeben für neuen Schrecken sorgte. Viele baufällig gewordene Häuser drohten einzustürzen, sodass alle Rettungsarbeiten zunächst unterbrochen werden mussten. Die Menschen liefen ins Freie, die Gesichter von Angst gezeichnet. Fassungslos stehen sie vor den Trümmern ihrer Häuser. Wie viele Opfer das Nachbeben gefordert hat, kann noch niemand sagen. Die Schäden sind noch nicht kalkulierbar.

Mexiko, Kinderdorf, Foto: nph
Deutsche Erdbebenhelfer begutachten Schäden im nph-Kinderdorf

Nach dem ersten Beben vom 19.09.2017 hatte die mexikanischen Regierung Experten der Rettungsorganisation I.S.A.R. aus Deutschland angefordert. I.S.A.R. ist auf die Suche von Erdbebenopfern und die Beratung zu Schäden nach Naturkatastrophen spezialisiert. Gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Botschaft kamen sie am Samstag in das nph-Kinderdorf in Miacatlán, um die Schäden zu beurteilen und Empfehlungen zu geben, welche Gebäude repariert werden können und welche abgerissen werden müssen.

nph hatte Glück im Unglück: Von den Kindern und Mitarbeitern wurde niemand verletzt. Starke Beschädigungen haben dagegen die Gebäude der Einrichtung erlitten. Viele davon müssen dringend umfassend repariert werden, damit die Sicherheit der Kinder gewährleistet ist.

Teilweise massive Schäden gibt es an

  • Umgrenzungsmauern sowie Eingangstor (wichtig für die Sicherheit der Kinder)
  • Krankenstation für die Kinder
  • einige Schlafräume der Kinder
  • mehrere Schulräume

Vorläufig nicht mehr nutzbare Gebäude sind

  • der Essenssaal der Kinder
  • und die Küche
Mexiko, Schülerwohnheim – Wohn und Aufenthaltsräume sind zum Teil schwer beschädigt. Sie müssen dringend repariert oder abgerissen und neu erstellt werden. Foto: nph

Das Ausmaß der Schäden kann erst in den nächsten Tagen in vollem Umfang erfasst werden. Aktuell sind Statiker und Architekten dabei, die Schäden genau aufzunehmen. Erst nach und nach wird klarwerden, welche Gebäude abgerissen und neu errichtet werden müssen.

Allgegenwärtig: Die Angst vor Nachbeben

Der Schulunterricht für die Kinder fällt erst einmal aus. Vorsichtshalber halten sie sich den Tag über im Freien auf. Da der Speisesaal schwer beschädigt wurde, werden die Mahlzeiten ebenfalls draußen eingenommen. Besonders wenn es Abend wird, steigt die Nervosität.

Vor allem die Kinder haben Angst. Wenn es abends in die Schlafsäle geht, werden sie unruhig. Dennoch gelingt es den Betreuern meistens, ihnen Geborgenheit zu vermitteln sodass sie schließlich doch in den Schlaf fallen. Marion Tavella, eine deutschstämmige Kunsttherapeutin, die im nph-Kinderdorf arbeitet, beschreibt: „Gerade nachts ist die Angst am größten. Ich schlafe nicht in meinem Bett, sondern neben der Tür. Wenn ein Nachbeben kommt, kann ich sofort nach draußen rennen.“

Mexiko, Kinderdorf – Tagsüber halten die Kinder sich draußen auf, auch beim Essen. Foto: nph

Damit die Kinder wieder zu einer Normalität zurückfinden können, wird Hilfe dringend benötigt. Bitte spenden Sie für das nph-Kinderdorf in Miacatlán. Die Kinder sollen wieder ein sicheres und liebevolles Zuhause haben.

Nicaragua. Berufsausbildung für Frauen mit Gewalterfahrung

Nicaragua. Berufsausbildung für Frauen mit Gewalterfahrung

In Ciudad Sandino bekommen Frauen mit Gewalterfahrung eine Berufsausbildung, die ihnen ein eigenständiges Leben unabhängig von ihren gewaltbereiten Männern ermöglicht.

Jährlich zeigen allein in Ciudad Sandino mehr als 10.000 Frauen ihre Männer oder Partner wegen Gewaltdelikten an – mit steigender Tendenz. Für solche Frauen gibt es einige Hilfsangebote, die sie dabei unterstützen, ihre Situation zu ändern und ihre Kinder besser zu schützen. Eine dieser Möglichkeiten ist das Zentrum für integrierte Aus- und Fortbildung (CECIM) in Ciudad Sandino. Gleich zu Beginn des Projekts im November 2013 übten sich 80 Frauen in kleinen Gruppen in 10 psycho-sozialen Kursen an Wochenenden in Gewaltprävention, Deeskalation und anderen Methoden zur Beilegung von Streitigkeiten. In Rollenspielen übten sie neues Verhalten ein. Es wurde viel geweint, getröstet, aber auch gelacht. Eine Psychologin unterstützte die Frauen bei der Verarbeitung ihrer Probleme. Mittlerweile richtet sich das Angebot an 320 von Gewalt betroffenen Frauen aus armen Verhältnissen mit 1.600 Familienangehörigen.

Anschließend begannen dann verschiedene Ausbildungsgänge mit dem Ziel, später ein regelmäßiges eigenes Einkommen zu erzielen. Die Ausbildungszeit für die neuen Berufe ist unterschiedlich. Einen Monat dauert es, das Herstellen von Modeschmuck zu erlernen. Über vier Monate dauert die Ausbildung zur Korbflechterin, in acht Monaten erlernen die Frauen das Knüpfen von Hängematten. Auf diese Weise können sich die Frauen eine Basis für ihren Lebensunterhalt schaffen, unabhängiger von ihren Männern werden. Gleichzeitig stabilisieren sie ihre psychische Belastbarkeit und lernen, mit Problemen besser umzugehen.

Das Projekt wurde in Deutschland vom Entwicklungszentrum Lateinamerika Werkhof Darmstadt e.V. getragen, Partner in Nicaragua ist CECIM. Die Georg Kraus Stiftung beteiligte sich an der Finanzierung des Projekts.

Peru | Mikrokredite für Kleinstunternehmerinnen in Lima

Peru, Independencia

Peru. Stärkung der Sozialeinrichtungen und Qualifizierungsmaßnahmen zur Einkommenssteigerung für bedürftige Frauen im Distrikt Independencia

Independencia gehört zu den ärmsten Distrikten im nördlichen Teil von Lima. 89% der Bevölkerung lebt an den Berghängen, wo die Infrastruktur (Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, etc.) stellenweise sehr defizitär ist. Die ärmeren Bevölkerungsgruppen wohnen an den steileren Hängen, meistens in Wohnungen aus Blech oder Pappe, die sehr oft nur noch zu Fuß erreichbar sind. Die Schulen in dieser Gegend sind sehr dürftig ausgestattet, das Lehrpersonal schlecht ausgebildet. Um die wirtschaftliche Situation ihrer Familien etwas aufzubessern, eröffnen viele Frauen kleine Geschäfte, oft in den eigenen vier Wänden. Die meisten von ihnen haben die Schule sehr früh abgebrochen und verfügen kaum über betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Mikrokredite für kleine Anschaffungen erhalten sie nur von “privaten” Anbietern mit monatlichen Wucherzinsen von 15% bis 20%.

Unterstützung für Kleinstunternehmerinnen

Um diesen Kleinstunternehmerinnen und ihren Familien zu helfen, wurde 2014/2015 ein erstes Projekt zusammen mit unserem lokalen Partner ADEFI ins Leben gerufen: 56 Kleinstunternehmerinnen, organisiert in Solidaritätsgruppen, erhielten Mikrodarlehen und Schulungen zur Verbesserung ihrer Geschäfte. Sie lernten u.a. ein Budget aufzustellen, Kosten besser einzuschätzen und Sparmöglichkeiten zu entdecken, ihre Produkte besser zu präsentieren und unter ihren potentiellen Kunden bekannter zu machen. Die Schulungen fanden in den Räumen der selbstverwalteten Volksküchen statt, einer in den 80er Jahren von Müttern initiierte und heute noch notwendige Initiative, um die Ernährung ihrer und anderen Familien zu sichern. Täglich bereiten 3 bis 4 Frauen Essen für 80 bis 100 Personen zu. Die Kosten pro Essensration betragen ca. 0,65€. Die meisten Familien unserer Zielgruppe sind Mitglied der Volksküchen.

Nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation von 200 Frauen

Das jetzige Nachfolgeprojekt leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation von 200 Frauen (meist Kleinstunternehmerinnen) mit geringen finanziellen Ressourcen und ihren Familien: Durch praktische Qualifizierungskurse in Zubereitung von Lebensmitteln (z.B. peruanischen Dessert), Dienstleistungen (z.B. Maniküre oder Hautreinigung) und handwerklichen Fertigkeiten (z.B. Anfertigung von Portmonees und Taschen) sind die Frauen in der Lage, neue Geschäfte zu gründen und so zum Familieneinkommen beizutragen. z.B. kann eine Frau für eine Maniküre ca. 1,35 € pro Kunde verdienen (etwas mehr als 2 Essrationen). Der revolvierende Fonds aus dem Vorprojekt wird mit Projektmitteln erweitert, um 150 Kleinstunternehmerinnen den Zugang zu Schulungen und Mikrodarlehen zu ermöglichen. Darüber hinaus werden 3 Volksküchen, die als Schulungsraum dienen, renoviert und teilweise ausgestattet. Sie stehen der Gemeinde zur Verfügung.

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Wie auch im Vorprojekt unterstützt die Georg Kraus Stiftung dieses Projekt: Einkommenssteigernde Qualifizierungskurse für Frauen, Renovierung der Volksküchen, Einrichtung eines revolvierenden Fonds, Schulung der Kleinstunternehmerinnen.

Das Projekt hat eine Dauer von 2 Jahren.

Panama | Hilfe für Campesinos in den Bergen der Provinz Veraguas

Panama. Hilfe für Campesinos in den Bergen der Provinz Veraguas

Landflucht und Verelendung in den Städten ist ein Teufelskreis, der nur durch gezielte Gegenmaßnahmen unterbrochen werden kann. Seit vielen Jahren sucht dieses der Dritte Welt Kreis Panama in der Peripherie des kleinen mittelamerikanischen Landes zu verwirklichen.

Seit vielen Jahren engagiert sich der „Dritte Welt Kreis Panama e.V.“ vor allem in der Provinz Veraguas, einer der ärmsten Regionen Panamas, rund 250 Kilometer östlich der Hauptstadt Panama Stadt. Viele Landbewohner haben kein Einkommen, da sie Subsistenzwirtschaft betreiben. Somit bleiben die Städte der Halbinsel oder die Hauptstadt Panama Stadt als einzige Möglichkeit in niedrig bezahlten Beschäftigungen Geld zu verdienen, da die meisten von Ihnen gering qualifiziert sind. Durch die langsame infrastrukturelle Verbesserung in der Region sind mittlerweile die Mittelzentren mit ausreichenden Möglichkeiten für Bildung und medizinische Versorgung ausgestattet. Die kleinen Dörfer der Umgebung weisen jedoch noch große Probleme in einfachster Infrastruktur auf.
Der Panamakreis hat mit Unterstützung des lokalen Partner CEPAS ein Gemeindegarten-Projekt begonnen, das die Selbstversorgung in dem abgelegenen Dorf verbessern soll. In dem Projekt werden Methoden zur nachhaltigen Nutzung des Ackerbaus vermittelt, um die Böden der Region vor der voranschreitenden Erosion zu schützen. Außerdem soll das Projekt einen Beitrag zu einer ausgewogeneren und vielfältigeren Ernährung der Bevölkerung der Region leisten.
Neben diesen Aktivitäten hat sich der Verein um den Bau vom Trinkwasserleitungen, Schulen und Projekten zur Stärkung der ländlichen Regionen gekümmert. Entscheidend ist in allen Aktivitäten eine strukturelle Verbesserung der Lebenssituation der Campesinos.

Die Georg Kraus Stiftung unterstützt seit vielen Jahren die Arbeit des Dritte Welt Kreis Panama e.V durch Kofinanzierung der Aktivitäten.

Bolivien | Lokalexperten-Programm für 19 Gemeinden in Mincani, Bolivien


Im District Mincani im zentralen Hochland Boliviens gelten die 475 Familien in den 19 Dörfern als die Ärmsten des Landes. Die Lebensbedingungen sind äußerst hart: 10 Monate Trockenzeit, in den sich die Familien fast ausschließlich von Mais und Kartoffeln ernähren müssen. Das hat zur Folge, dass 35% aller Kinder auf dem Land schwer mangelernährt sind. Verunreinigtes Trinkwasser, der fehlende Zugang zu sanitären Einrichtungen, die Rauchbelastung durch Kochfeuer und Öllampen erschweren noch zusätzlich die sehr einfachen Lebensbedingungen. Durch den Klimawandel werden die ausgeprägten Dürren immer häufiger.

Eine Vielzahl aufeinander aufbauender Bildungsmaßnahmen und technischer Lösungen sind erforderlich, um dem Ziel näherzukommen, dass jede Familie Micanis frei von Gesundheitsgefahren leben kann. Dazu gehört das Durchführen von Hygieneschulungen, die Verbreitung von Wasseraufbereitungstechniken, der Bau von Trenntoiletten und rauchfreien Kochstellen und die Verbreitung von emissionsfreien Solarlampen.

Ein Ofenbauprojekt konnte zunächst von „Ingenieure ohne Grenzen“ durchgeführt werden. Um es nicht nur bei dieser Hilfe zu belassen, wurde der Verein „Aktion Sodis“, gegründet. Der Ofenbau ist nun auch fester Bestandteil in der Berufsschulausbildung. Ziel ist es, dass das Handwerk von vielen Menschen erlernt werden kann und der Bau und Betrieb solcher Öfen irgendwann zur Selbstverständlichkeit wird.

Zu den Projekt-Maßnahmen gehören auch die Sanierung von 14 Dorfschulen mit 836 Schülern und die Vermittlung von gesundheitlichen Praktiken und Hygiene und die Verbesserung der Versorgungsinfrastruktur.

Der Verein „Aktion Sodis“, Schüler, Studenten, Lehrer und Dorfbewohner entwickelten gemeinsam Lösungen für die Optimierung der Landwirtschaft. Die Wassernot bleibt eine der größten Herausforderungen. Der Bau von Tröpfchen-Bewässerungen ist sehr effizient und sparsam. Nun können Obst, Gemüse und Kräuter, die mit dem extremen Klima gut zurechtkommen, langfristig angebaut werden.

Insgesamt werden die Bewohner dabei unterstützt, Probleme eigenständig zu lösen und aus eigener Kraft ihre Heimat lebenswerter zu gestalten. Die Georg Kraus Stiftung unterstützt dieses vielschichtige Projekt, denn es kann nachhaltig die lokalen Strukturen verbessern.

In 2020 wurde die Arbeit fortgeführt , mit dem besonderen Fokus auf die Schulung der Frauen. Ihnen wird in der Berufswelt nicht viel zugetraut. Bisher haben aber schon einige besonders aktive und mutige Frauen die Projekte bereichert. Ihre Anerkennung ist ein weiterer elementarer Schritt, denn eine Gesellschaft, in der die Frau nur am Rande steht, ist nicht zukunftsorientiert.

Da weitere Gemeinden in das Projekt mit einbezogen wurden, finanzierte die Georg Kraus Stiftung Baumaterialien und Schulungen.

Ecuador | Ausbildung gegen Armut in Aguas Frías – Nr. 96

Im Dschungeltal Aguas Frías (Stadt Atacames) in der Provinz Esmeraldas in Ecuador befindet sich die Nachmittagsschule „Sonnenschule“, etwa 18 km von der Hauptstraße im Landesinneren und 23 km von Atacames entfernt: Nur unbefestigte Naturpisten führen dorthin, zweimal am Tag fährt ein Rancherea. 220 – 250 Hütten oder kleine Häuser existieren, es herrscht subtropisches Klima – in der Regenzeit werden viele Gebiete überflutet, eine Stromleitung befindet sich entlang der Straße, Fernseh- und Handyempfang gibt es nur vereinzelt auf Anhöhen.

 

In dieser unterentwickelten Region sind viele Frauen und Kinder häuslicher Gewalt ausgesetzt. Viele dieser Frauen – teilweise noch sehr jung – haben bereits fünf oder mehr Kinder, meist von unterschiedlichen Männern. Sie sind allein mit den Kindern und der Gesamtverantwortung für die Familie ohne finanzielle Unterstützung. Die wenigsten können schreiben oder lesen. Die überforderten, durch Armut verzweifelten Mütter kümmern sich häufig nicht ausreichend um ihre Kinder. Die Kinder müssen zur Unterstützung der Familie mitarbeiten.

In Ecuador gibt es zwar die Schulpflicht, doch wer sich die Schuluniformen und Schulbücher nicht leisten kann, schickt seine Kinder nicht zur Schule. Wenn doch eines der Kinder in die Schule geschickt wird, sind das dann meistens die Jungen.

 

Die nichtstaatliche Organisation San Andrés e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, in Aguas Frías Kinder aus armen Verhältnissen zu unterstützen. Da Mädchen besonders benachteiligt sind, gilt ihnen die Hauptförderung.  Für diesen Zweck gründete San Andrés e.V. die Sonnenschule: „Wir helfen mit gezielter außerschulischer Betreuung nach der Schule, bei einigen Kindern auch bis zum Ende der Ausbildung oder des Studiums, mit dem Ziel, ihnen in der unterentwickelten Region die Chance zu bieten selbstständig aus der Armut  herauszukommen. Es ist Hilfe zur Selbsthilfe. Sie entdecken Wege, das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Kinder helfen sich selber, entwickeln ein Zusammengehörigkeitsgefühl, übernehmen soziale Verantwortung und kommen in der Schule besser mit.“ (Projektleiter Frank Isfort).

Die Georg Kraus Stiftung fördert auch eine Studentin Ivonne Isabel Ortiz, die an der Universität von Santiago de Guayaquil Medizinwissenschaft studiert. Sie arbeitet seit vielen Jahren in der Sonnenschule mit und bringt so ihre Kenntnisse mit ein.

So finden sich in der Sonnenschule Aktivitäten, welche weder Schule noch Elternhaus leisten können. Das Selbstbewusstsein der Kinder wächst, sie erkennen Neigungen und Talente, sie entdecken Wissen, das sie in ihre Elternhäuser tragen und auch in ihrem späteren Leben umsetzen können. Die Kinder verbessern ihre schulischen Leistungen durch Weiterbildungskurse, Nachhilfe, Computerkurse und Einführung in die Benutzung des Internets.

 

Durch regelmäßige Treffen entdecken die Mütter ein Umdenken und mehr Selbstbewusstsein. Sie bekommen Ideen und Know-how, Kenntnisse über Gesundheit, Verhütung, Aids und Hygiene sowie Unterstützung bei Behördengängen, Ausfüllen von Formularen, Schreiben von Briefen etc.

Die Mütter tragen sehr stark zum Gelingen des Projektes bei, indem sie z.B. beim Klassenbau helfen: Gitter und Tische abschleifen, das Gelände säubern, Wasser holen oder die Pflanzen pflegen. Ebenfalls ist immer eine Mutter bei der Nachhilfe und beim Förderunterricht anwesend – wenn sie nicht lesen und schreiben kann, so kann sie doch verantwortungsvoll die Kinder beaufsichtigen.

Zuletzt wurde ein Holzhaus gebaut, das den Frauen mit ihren Kindern in der Not für einen längeren Zeitraum Schutz gewähren soll.

Da sich dieses Projekt lediglich aus privaten Spenden finanziert, ist der Bedarf nach Unterstützung sehr groß. Dringend notwendig wäre:

  • ein 3. Bauabschnitt mit einem weiteren Klassenraum, Küche und Spielanlage
  • Gründung eines eigenen Wäscheservices oder Straßenrestaurants als Verdienstmöglichkeit für die Mütter
  • Hilfe zur Selbsthilfe für Mütter z.B. durch den Verkauf von Waren und Schmuck aus eigener Werkstatt
  • Werkstattbau für die Ausbildung der Kinder und Verkauf der erstellten Produkte
 

In den Landregionen gibt es generell keine Wasserversorgung. Wasserleitungen gibt es nicht, die Menschen holen sich das Wasser wird aus Bächen oder Brunnen, es hat meist keine Trinkwasserqualität. Wer es sich leisten kann kauft Trinkwasser in 10 l Flaschen. Der Bach in Aguas Frías ist die Lebensader der ganzen Region, in dem alles gemacht wird, wie z.B. gebadet, Wäsche gewaschen und Tiere getränkt. Darunter leidet die Wasserqualität ganz enorm. Da einige Familien das Bachwasser auch als Trinkwasser benutzen, sind Durchfälle und Parasitenerkrankungen weit verbreitet. In der Trockenzeit ist der Bach nur ein Rinnsal und bei Regen verwandelt er sich in eine braune Lehmbrühe.

Ein Problem ist auch der Transport des Wassers zum Haus. Viele Häuser stehen weit entfernt vom Bach. In der Regenzeit steht viel unter Wasser und der Boden ist sehr schlammig.
Ein ganz dringender Wunsch war der Zugang zu sauberen Trinkwasser durch einem Gemeinschaftsbrunnen mit einfachen erschwinglichen Wasserfiltern. Dazu diente der Bau einer kleinen Steinhütte für das Brunnenloch und die Pumpanlage. Der Tank mit Filteranlage steht jetzt direkt neben der Sonnenschule.

Die Georg Kraus Stiftung ermöglichte diesen Wunsch und fördert auch weiterhin die Sonnenschule mit der Finanzierung von Schulmaterialien.

Peru. Schule für die Ärmsten in Pomabamba bei Cajamarca

 

Für rund 100 Kinder im peruanischen Andendorf Pomabamba ist Bildung Luxus. Sie müssen auf den Feldern arbeiten Da bleibt für den Unterricht kaum Zeit, eine Unterstützung der Eltern fehlt. Ein Drittel der über 15-Jährigen kann weder lesen noch schreiben. Um diese Kinder kümmert sich „Nuevos Horizontes Peru e.V.“ In der Bergregion Cajamarcas sollen möglichst viele Kinder den Schulabschluss machen. In der von den Dorfbewohnern „Casita“ genannten alternativen Schule laufen über die ganze Woche hinweg verschiedene Programme für Kinder. Die Jüngsten lernen grundlegende kognitive, intellektuelle und motorische Fähigkeiten im Kindergartenprogramm, die ihnen den Einstieg in die Regelschule erleichtern. Ältere Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren bekommen Hausaufgabenbetreuung und Förderung in ihren Unterrichtsfächern. Sie können so den Unterricht besser aufnehmen und entdecken ihre eigenen Stärken. Zum anderen werden verschiedene Workshops angeboten, die den Kindern die Traditionen und Fähigkeiten des Dorfes näher bringen. Ebenso entdecken die Kinder, dass sie selbst Geschichten schreiben und erzählen können. Ergänzend zum normalen schulischen Ablauf lernen die jungen Leute den Umgang mit vorhandenen Ressourcen wie die Regenwassernutzung durch den erfolgten Bau von zwei Zisternen. Auf den freien Grundstücksflächen lernen die Kinder Gartenanbau wie den Anbau von Mais, Linsen und Kartoffeln. So können sie die Eigenversorgung verbessern und ggf. Überschüsse verkaufen, die dann der Refinanzierung dienen.

Für diese wichtigen pädagogischen Aufgaben müssen geeignete Räume zur Verfügung stehen. Der Bau des Hauptgebäudes mit angeschlossenem Kindergarten konnte 2015 fertiggestellt werden. Hierbei macht der peruanische Staat pädagogische und bauliche Vorgaben, die eingehalten werden. Als Ergänzung des Schulgebäudes und des Grundstücks sind noch zwei Zisternen und die Einrichtung einer Schneiderwerkstatt geplant.

Nur durch die konsequente Reduzierung der hohen Analphabeten Rate hat das Dorf die Möglichkeit, seine Gesamtsituation aus eigener Kraft zu verbessern. Die Georg Kraus Stiftung unterstützte die Schule in Pomabamba durch den Grundstückskauf und die Beteiligung an Bau und Ausstattung des Gebäudes.