J.Dettmann
J.Dettmann

Mexiko | Kinderheim, Aufräumarbeiten nach schwerem Erdbeben

Nachbeben der Stärke 6.1 erschüttert Mexiko

nph-Kinderdorf, Foto: Ilona-Adamczyk-1

Vier Tage nach dem schweren Erdbeben mit fast 300 Toten wurde Mexiko von Nachbeben erschüttert. Im von der Georg Kraus Stiftung geförderten Kinderdorf blieben zum Glück alle unverletzt: Kinder, Betreuer und Angestellte, kamen mit dem Schrecken davon.

Mexiko war kaum eine Atempause gegönnt. Die Einsatzkräfte waren noch bei der Suche nach Vermissten in den Trümmern, als am Samstag, den 23.09.2017, ein schweres Nachbeben für neuen Schrecken sorgte. Viele baufällig gewordene Häuser drohten einzustürzen, sodass alle Rettungsarbeiten zunächst unterbrochen werden mussten. Die Menschen liefen ins Freie, die Gesichter von Angst gezeichnet. Fassungslos stehen sie vor den Trümmern ihrer Häuser. Wie viele Opfer das Nachbeben gefordert hat, kann noch niemand sagen. Die Schäden sind noch nicht kalkulierbar.

Mexiko, Kinderdorf, Foto: nph
Deutsche Erdbebenhelfer begutachten Schäden im nph-Kinderdorf

Nach dem ersten Beben vom 19.09.2017 hatte die mexikanischen Regierung Experten der Rettungsorganisation I.S.A.R. aus Deutschland angefordert. I.S.A.R. ist auf die Suche von Erdbebenopfern und die Beratung zu Schäden nach Naturkatastrophen spezialisiert. Gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Botschaft kamen sie am Samstag in das nph-Kinderdorf in Miacatlán, um die Schäden zu beurteilen und Empfehlungen zu geben, welche Gebäude repariert werden können und welche abgerissen werden müssen.

nph hatte Glück im Unglück: Von den Kindern und Mitarbeitern wurde niemand verletzt. Starke Beschädigungen haben dagegen die Gebäude der Einrichtung erlitten. Viele davon müssen dringend umfassend repariert werden, damit die Sicherheit der Kinder gewährleistet ist.

Teilweise massive Schäden gibt es an

  • Umgrenzungsmauern sowie Eingangstor (wichtig für die Sicherheit der Kinder)
  • Krankenstation für die Kinder
  • einige Schlafräume der Kinder
  • mehrere Schulräume

Vorläufig nicht mehr nutzbare Gebäude sind

  • der Essenssaal der Kinder
  • und die Küche
Mexiko, Schülerwohnheim – Wohn und Aufenthaltsräume sind zum Teil schwer beschädigt. Sie müssen dringend repariert oder abgerissen und neu erstellt werden. Foto: nph

Das Ausmaß der Schäden kann erst in den nächsten Tagen in vollem Umfang erfasst werden. Aktuell sind Statiker und Architekten dabei, die Schäden genau aufzunehmen. Erst nach und nach wird klarwerden, welche Gebäude abgerissen und neu errichtet werden müssen.

Allgegenwärtig: Die Angst vor Nachbeben

Der Schulunterricht für die Kinder fällt erst einmal aus. Vorsichtshalber halten sie sich den Tag über im Freien auf. Da der Speisesaal schwer beschädigt wurde, werden die Mahlzeiten ebenfalls draußen eingenommen. Besonders wenn es Abend wird, steigt die Nervosität.

Vor allem die Kinder haben Angst. Wenn es abends in die Schlafsäle geht, werden sie unruhig. Dennoch gelingt es den Betreuern meistens, ihnen Geborgenheit zu vermitteln sodass sie schließlich doch in den Schlaf fallen. Marion Tavella, eine deutschstämmige Kunsttherapeutin, die im nph-Kinderdorf arbeitet, beschreibt: „Gerade nachts ist die Angst am größten. Ich schlafe nicht in meinem Bett, sondern neben der Tür. Wenn ein Nachbeben kommt, kann ich sofort nach draußen rennen.“

Mexiko, Kinderdorf – Tagsüber halten die Kinder sich draußen auf, auch beim Essen. Foto: nph

Damit die Kinder wieder zu einer Normalität zurückfinden können, wird Hilfe dringend benötigt. Bitte spenden Sie für das nph-Kinderdorf in Miacatlán. Die Kinder sollen wieder ein sicheres und liebevolles Zuhause haben.

Nicaragua. Berufsausbildung für Frauen mit Gewalterfahrung

Nicaragua. Berufsausbildung für Frauen mit Gewalterfahrung

In Ciudad Sandino bekommen Frauen mit Gewalterfahrung eine Berufsausbildung, die ihnen ein eigenständiges Leben unabhängig von ihren gewaltbereiten Männern ermöglicht.

Jährlich zeigen allein in Ciudad Sandino mehr als 10.000 Frauen ihre Männer oder Partner wegen Gewaltdelikten an – mit steigender Tendenz. Für solche Frauen gibt es einige Hilfsangebote, die sie dabei unterstützen, ihre Situation zu ändern und ihre Kinder besser zu schützen. Eine dieser Möglichkeiten ist das Zentrum für integrierte Aus- und Fortbildung (CECIM) in Ciudad Sandino. Gleich zu Beginn des Projekts im November 2013 übten sich 80 Frauen in kleinen Gruppen in 10 psycho-sozialen Kursen an Wochenenden in Gewaltprävention, Deeskalation und anderen Methoden zur Beilegung von Streitigkeiten. In Rollenspielen übten sie neues Verhalten ein. Es wurde viel geweint, getröstet, aber auch gelacht. Eine Psychologin unterstützte die Frauen bei der Verarbeitung ihrer Probleme. Mittlerweile richtet sich das Angebot an 320 von Gewalt betroffenen Frauen aus armen Verhältnissen mit 1.600 Familienangehörigen.

Anschließend begannen dann verschiedene Ausbildungsgänge mit dem Ziel, später ein regelmäßiges eigenes Einkommen zu erzielen. Die Ausbildungszeit für die neuen Berufe ist unterschiedlich. Einen Monat dauert es, das Herstellen von Modeschmuck zu erlernen. Über vier Monate dauert die Ausbildung zur Korbflechterin, in acht Monaten erlernen die Frauen das Knüpfen von Hängematten. Auf diese Weise können sich die Frauen eine Basis für ihren Lebensunterhalt schaffen, unabhängiger von ihren Männern werden. Gleichzeitig stabilisieren sie ihre psychische Belastbarkeit und lernen, mit Problemen besser umzugehen.

Das Projekt wurde in Deutschland vom Entwicklungszentrum Lateinamerika Werkhof Darmstadt e.V. getragen, Partner in Nicaragua ist CECIM. Die Georg Kraus Stiftung beteiligte sich an der Finanzierung des Projekts.

Peru | Mikrokredite für Kleinstunternehmerinnen in Lima

Peru, Independencia

Peru. Stärkung der Sozialeinrichtungen und Qualifizierungsmaßnahmen zur Einkommenssteigerung für bedürftige Frauen im Distrikt Independencia

Independencia gehört zu den ärmsten Distrikten im nördlichen Teil von Lima. 89% der Bevölkerung lebt an den Berghängen, wo die Infrastruktur (Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung, etc.) stellenweise sehr defizitär ist. Die ärmeren Bevölkerungsgruppen wohnen an den steileren Hängen, meistens in Wohnungen aus Blech oder Pappe, die sehr oft nur noch zu Fuß erreichbar sind. Die Schulen in dieser Gegend sind sehr dürftig ausgestattet, das Lehrpersonal schlecht ausgebildet. Um die wirtschaftliche Situation ihrer Familien etwas aufzubessern, eröffnen viele Frauen kleine Geschäfte, oft in den eigenen vier Wänden. Die meisten von ihnen haben die Schule sehr früh abgebrochen und verfügen kaum über betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Mikrokredite für kleine Anschaffungen erhalten sie nur von “privaten” Anbietern mit monatlichen Wucherzinsen von 15% bis 20%.

Unterstützung für Kleinstunternehmerinnen

Um diesen Kleinstunternehmerinnen und ihren Familien zu helfen, wurde 2014/2015 ein erstes Projekt zusammen mit unserem lokalen Partner ADEFI ins Leben gerufen: 56 Kleinstunternehmerinnen, organisiert in Solidaritätsgruppen, erhielten Mikrodarlehen und Schulungen zur Verbesserung ihrer Geschäfte. Sie lernten u.a. ein Budget aufzustellen, Kosten besser einzuschätzen und Sparmöglichkeiten zu entdecken, ihre Produkte besser zu präsentieren und unter ihren potentiellen Kunden bekannter zu machen. Die Schulungen fanden in den Räumen der selbstverwalteten Volksküchen statt, einer in den 80er Jahren von Müttern initiierte und heute noch notwendige Initiative, um die Ernährung ihrer und anderen Familien zu sichern. Täglich bereiten 3 bis 4 Frauen Essen für 80 bis 100 Personen zu. Die Kosten pro Essensration betragen ca. 0,65€. Die meisten Familien unserer Zielgruppe sind Mitglied der Volksküchen.

Nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation von 200 Frauen

Das jetzige Nachfolgeprojekt leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation von 200 Frauen (meist Kleinstunternehmerinnen) mit geringen finanziellen Ressourcen und ihren Familien: Durch praktische Qualifizierungskurse in Zubereitung von Lebensmitteln (z.B. peruanischen Dessert), Dienstleistungen (z.B. Maniküre oder Hautreinigung) und handwerklichen Fertigkeiten (z.B. Anfertigung von Portmonees und Taschen) sind die Frauen in der Lage, neue Geschäfte zu gründen und so zum Familieneinkommen beizutragen. z.B. kann eine Frau für eine Maniküre ca. 1,35 € pro Kunde verdienen (etwas mehr als 2 Essrationen). Der revolvierende Fonds aus dem Vorprojekt wird mit Projektmitteln erweitert, um 150 Kleinstunternehmerinnen den Zugang zu Schulungen und Mikrodarlehen zu ermöglichen. Darüber hinaus werden 3 Volksküchen, die als Schulungsraum dienen, renoviert und teilweise ausgestattet. Sie stehen der Gemeinde zur Verfügung.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wie auch im Vorprojekt unterstützt die Georg Kraus Stiftung dieses Projekt: Einkommenssteigernde Qualifizierungskurse für Frauen, Renovierung der Volksküchen, Einrichtung eines revolvierenden Fonds, Schulung der Kleinstunternehmerinnen.

Das Projekt hat eine Dauer von 2 Jahren.

Panama | Hilfe für Campesinos in den Bergen der Provinz Veraguas

Panama. Hilfe für Campesinos in den Bergen der Provinz Veraguas

Landflucht und Verelendung in den Städten ist ein Teufelskreis, der nur durch gezielte Gegenmaßnahmen unterbrochen werden kann. Seit vielen Jahren sucht dieses der Dritte Welt Kreis Panama in der Peripherie des kleinen mittelamerikanischen Landes zu verwirklichen.

Seit vielen Jahren engagiert sich der „Dritte Welt Kreis Panama e.V.“ vor allem in der Provinz Veraguas, einer der ärmsten Regionen Panamas, rund 250 Kilometer östlich der Hauptstadt Panama Stadt. Viele Landbewohner haben kein Einkommen, da sie Subsistenzwirtschaft betreiben. Somit bleiben die Städte der Halbinsel oder die Hauptstadt Panama Stadt als einzige Möglichkeit in niedrig bezahlten Beschäftigungen Geld zu verdienen, da die meisten von Ihnen gering qualifiziert sind. Durch die langsame infrastrukturelle Verbesserung in der Region sind mittlerweile die Mittelzentren mit ausreichenden Möglichkeiten für Bildung und medizinische Versorgung ausgestattet. Die kleinen Dörfer der Umgebung weisen jedoch noch große Probleme in einfachster Infrastruktur auf.
Der Panamakreis hat mit Unterstützung des lokalen Partner CEPAS ein Gemeindegarten-Projekt begonnen, das die Selbstversorgung in dem abgelegenen Dorf verbessern soll. In dem Projekt werden Methoden zur nachhaltigen Nutzung des Ackerbaus vermittelt, um die Böden der Region vor der voranschreitenden Erosion zu schützen. Außerdem soll das Projekt einen Beitrag zu einer ausgewogeneren und vielfältigeren Ernährung der Bevölkerung der Region leisten.
Neben diesen Aktivitäten hat sich der Verein um den Bau vom Trinkwasserleitungen, Schulen und Projekten zur Stärkung der ländlichen Regionen gekümmert. Entscheidend ist in allen Aktivitäten eine strukturelle Verbesserung der Lebenssituation der Campesinos.

Die Georg Kraus Stiftung unterstützt seit vielen Jahren die Arbeit des Dritte Welt Kreis Panama e.V durch Kofinanzierung der Aktivitäten.

Batik, Bewässerung und Schweinezucht in Benin


Benin ist liegt in Westafrika und grenzt an Burkina Faso, Niger, Nigeria und Togo. Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Im Süden gibt es einen schmalen Küstenzugang zum Golf von Guinea mit der Hafenstadt Cotonou. In dem Transitland ist der Warenhandel eine wichtige Einnahmequelle, aber dennoch leben viele Menschen in absoluter Armut.

Der Verein „Kinderhilfe Westafrika“ kümmert sich um Waisenkinder und Kinder, die in Notlagen zurückgelassen wurden. Verwandte können die Kinder oft nicht aufnehmen, da sie selbst am Existenzminimum leben. Das Waisenheim „Haus der Freude“ in Athiémé wurde 1997 von dem Verein gegründet. Dort haben 55 Kinder ein neues Zuhause gefunden und werden liebevoll betreut. Doch wie so oft, reichen Spenden allein nicht aus, um alle Kosten zu decken.

Die Georg Kraus Stiftung hilft dabei mit, das Haus langfristig und wirtschaftlich zu betreiben. Zu dem Zweck werden verschiedene Projekte umgesetzt. Ein Bewässerungssystem verbessert die landwirtschaftlichen Erträge, denn zum Waisenhaus gehören 5 ha Ackerland. Bei der Färbung von Stoffen in Batik-Technik bekommen die Kinder Einblicke in dieses traditionelle Handwerk und die Stoffe sind begehrte Handelsware. Auch bei der Schweinezucht werden Kenntnisse über Tierhaltung vermittelt. Das Fleisch lässt sich gut verkaufen und ein Teil dient zur Ernährung der Kinder.

Somit hat das Waisenhaus mehrere „Standbeine“, um finanzielle Engpässe zu überstehen. Dennoch bleibt es eine große wirtschaftliche Herausforderung, das Haus kostendeckend zu betreiben. Jede noch so kleine Spende zählt, um möglichst vielen Waisenkindern eine Chance auf ein würdevolles und behütetes Leben zu geben.

Den Link zum Projekt finden Sie hier:

Belarus – Grodno Gebiet, Sopotskin, Bau des Seniorenheimes der Diözese Grodno

Grodno ist ein Gebiet im Nordwesten Weißrusslands, nahe der Grenze zu Polen und zu Litauen. Etwa jeder vierte Einwohner ist über 65, damit sind etwa 286.000 Menschen in dieser Altersklasse. Damit steigt die Notwendigkeit diesen Menschen Versorgung und passende Unterkünfte zu bieten. Der weißrussische Staat investiert kaum in diesem Bereich, so sind wieder caritative Einrichtungen gefordert.

Das Ziel ist es, für ältere hilfebedürftige alleinstehende Menschen ein soziales zu Hause in Form eines Altenheimes zu schaffen. Damit soll die Not der dringend Hilfebedürftigen ein wenig verringert werden, besonders auch auf dem hygienischen und gesundheitlichen Sektor.

Unser Partner, der gemeinnützige Verein Hilfe Litauen Belarus e.V. arbeitet seit über 25 Jahren mit der Bistumscaritas Grodno zusammen und unterstützt diese mit Hilfstransporten und bei einzelnen Projekten finanziell. Der Leiter der Bistumscaritas Grodno, Herr Dr. Raczko, hat das Projekt in Hagen persönlich vorgestellt.

Der Rohbau wird 2019 mit dem Einbau der Fenster und Türen abgeschlossen. Die Kosten für diese Maßnahme hat die Georg Kraus Stiftung übernommen. 2020 wird der Innenausbau und 2021 die  Ausstattung des Hauses erfolgen. Die Hauptfinanzierung Neubaus, der bis 2021 fertig gestellt werden soll, übernimmt die polnische Stiftung „Pomoc Polakom na Wschodzie“. Somit ist vor Ort eine effektive Kostenkontrolle gewährleistet. Die Bistumscaritas Grodno wird später das fertige Altenheim in Sopotskin leiten. Durch die wenigen Renten der alten Menschen kann ihre Unterbringung im Altenheim mitfinanziert werden. Den Rest übernimmt die Caritas, welche auch vom Staat ein wenig unterstützt wird.

Bulgarien – Altenbegegnungsstätte im Dorf Huchla, Schwarzmeerregion

Die Gemeinde Ivaylovgrad liegt im Rodopengebirge an der Süd-Grenze zu Griechenland und der Türkei. Im Dorf Huchla leben nur noch ca. 35 meist alte, verarmte Menschen. Die arbeitsfähige Bevölkerung versucht im Ausland Arbeit zu finden. Die alten Leute leben in einfachsten Häusern in ihrem Dorf. Ein Altenheim gibt es bisher in der Gegend nicht. Die soziale Versorgung ist dürftig. Es gilt das Selbstversorger-Prinzip und die gegenseitige Unterstützung. Die Bulgarienhilfe Oberschwaben (Verein zur Förderung von sozialen Einrichtungen und Diensten in Osteuropa e.V.) unterstützt die alten Leute seit langem mit Hilfstransporten, Lebensmitteln und Geld für Einkäufe vor Ort.

Einen Raum für Begegnung schaffen

Vor Jahren entstand die Idee, den alten Leuten wenigstens einen Ort der Begegnung und regelmäßige Betreuungsangebote  zu ermöglichen. Bisher fehlte hierzu ein geeigneter Raum.

Die Sozialbehörde der nächstgelegenen Gemeinde Ivaylovgrad hat nun einen ungenutzten Raum in einem alten Gebäude aus kommunistischer Zeit in der Mitte des Dorfes zur Verfügung gestellt. Hier befindet sich auch ein Büro der Gemeinde. Der Raum für die Begegnungsstätte ist noch nicht nutzbar und muss durch umfangreiche Renovierungsmaßnahmen hergestellt werden. Die Kommune wird einen Kostenanteil zur Herrichtung übernehmen. Damit ist der Bestand auch staatlich gesichert. Betreut wird die Einrichtung durch die Bulgarienhilfe Oberschwaben und der bulgarischen Fachkraft Yanitsa Kaplan. Sie kümmert sich auch darum, den Gemeinschaftsraum mit altengrechten Angeboten zu beleben und zu einem Ort der Begegnung zu machen.

Die Georg Kraus Stiftung übernimmt einen wesentlichen Teil der Kosten zur Schaffung dieser Altenbegegnungsstätte und sorgt für eine passende Einrichtung.

Litauen – Betreute Wohngruppe für alte Menschen in Smalininkai

Smalininkai (früher Schmalleningken, Ostpreußen) liegt in einem ländlichen Gebiet nördlich der Memel in der Grenzregion zu Russland, Gebiet Kaliningrad. In dem Ort leben ca. 450 Menschen. Aufgrund der fehlenden Arbeitsmöglichkeiten sind es überwiegend Kinder, Jugendliche und Senioren.

Das diakonische Werk Schleswig Holstein hat mit der Diakonie Stiftung Schleswig Holstein und als Partner der Diakonie Litauen bereits frühzeitig soziale Projekte im Baltikum und somit auch in Litauen gefördert.

In Smalininkai entsteht in einem vom Staat zur Verfügung gestellten verfallenen Gebäude ein Sozialzentrum für Jung und Alt.

In einem Gebäudetrakt wird eine Tages-Sozialstation für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Diese kann durch die Diakonie Stiftung mit Unterstützung des Diakonischen Werkes und der „Aktion Mensch“ finanziert werden.

In einem weiteren Gebäude entsteht eine Wohngruppe mit bis zu 10 Appartements für das betreute Wohnen alter Menschen. Im Bau sind Ein-Zimmer-Appartements mit Bad, Gemeinschaftsküchen und ein Betreuungsraum. Dort einziehen werden alte, sozial schwache Menschen, denen möglichst lange ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden soll. Die Fertigstellung ist für Herbst 2020 geplant.

Die Georg-Kraus-Stiftung trägt 2019 und 2020 einen großen Anteil der Renovierungskosten. Nach der Fertigstellung wird die Einrichtung von der Diakonie Litauen betreut. Durch das Personal des Sozialzentrums können auch die alten Menschen bei Bedarf versorgt werden.

Darüber hinaus ist noch ein Mehrgenerationenzentrum geplant, denn die Förderung sozialer Kontakte und Aktivitäten sind auch ein wichtiger Bestandteil der Seniorenhilfe.

Moldawien – Stationäre und mobile Altenbetreuung im Rayon (Landkreis) Cantemir, Gemeinde

Moldawien ist eines der ärmsten Länder Europas. In der Region Rayon überwiegt kleinbäuerliche Selbstversorgung. Wer sich nicht (mehr) selbst versorgen kann, wird von Angehörigen unterstützt.

Doch insbesondere aufgrund von Arbeitsmigration sind oft keine Verwandten mehr in der Nähe. Unterversorgung ist die Folge. Die alten Menschen leben in einfachen Kleinhäusern, die meisten ohne Wasseranschluss und ohne technische Ausstattung.

Eine staatliche Seniorenhilfe ist zwar im Aufbau, jedoch erfolgt aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Landes die Umsetzung nur sehr langsam. In Abstimmung mit den Sozialbehörden wurde deshalb mit Unterstützung der Evangelische Moldovahilfe Berlin e.V. ein Sozialzentrum zur Versorgung eingerichtet. Dort gibt es ein warmes Mittagessen, welches mit großer Freude angenommen wird. Auch eine Dusche und eine Waschmaschine stehen bereit. Dies stellt für die Hilfsbedürftigen schon eine enorme Verbesserung ihrer Lebenssituation dar.

Der Staat beteiligt sich mit einem Bruchteil an den Sachkosten. Er stellt das Personal für die Küche und Helfer, die das Essen an Senioren ausliefern, die das Haus nicht mehr verlassen können.

Die evangelische Moldovahilfe Berlin e.V. betreut seit 1996 soziale Projekte in Moldawien, zunächst als Initiativgruppe einer Kirchengemeinde und seit 2008 als Verein. Die Georg Kraus Stiftung unterstützt dieses Projekt und hat die Kosten für eine Betreuungskraft und die Lebensmittel für die warme Mahlzeit übernommen.

Rumänien – Altenheim in Carei – Großkarol – Nagykároly

Der Ort Carei liegt im Nordosten Rumäniens,  im Landkreis (Judetul) Satu Mare. In der Geschichtehieß die Region Sathmar. Großkarol, Nagokaróly oder Carei hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die sich in dendrei Namen, die sich am Ortseingang widerspiegeln. Eine ungarische, eine deutsche und eine rumänische Komponente der wechselvollen Geschichte führt auch in der Zusammensetzung der örtlichen Bevölkerung dazu, dass es ungarisch-, deutsch- und rumänisch-stämmige Anteile gibt.

In der Nähe von zwei Wohngruppen für die Kinder gibt es ein Seniorenwohnheim. Es wurde 1984 in typischer sozialistischer Bauweise (einfache Struktur, praktisch, zweckmäßig, viel Beton) erbaut. Das Haus verfügt über drei Etagen und im Kellergeschoß befinden sich div. Lagerräume, eine große Küche, Waschmaschinen usw. Die Bewohner des Hauses werden im Haus versorgt. Dafür sorgt sehr engagierte Heimleiterin mit ihren Mitarbeitern.

Derzeit gibt es 92 Bewohner im Alter zwischen 25 und 84 Jahren. Die jüngeren Bewohner haben zum Teil geistige und / oder körperliche Behinderungen. Die Heiminsassen leben in 6 Bettzimmern zusammen. Ein kleines Nachtschränkchen neben dem Bett ist die einzige Aufbewahrungsmöglichkeit für persönliche Gegenstände. Der Zustand, wie das Alter der sehr kargen Möblierung ist sehr unterschiedlich.

In teilweise desolatem Zustand ist die technische Infrastruktur des Hauses. Staatliche Mittel zur Renovierung oder Verbesserung sind nicht ausreichend.

Die Kriegskindernothilfe e.V., Warmsteinbach unterstützt die Heime seit Jahren mit Hilfstransporten und Ausstattungsgegenständen. Durch Unterstützung der Georg-Kraus-Stiftung können nun erste strukturelle Verbesserungen vorgenommen werden. Die undichten Fensterbänke der Räume werden abgedichtet und ein Kühlraum zur sachgerechten Lagerung der Lebensmittel (Lieferung einmal wöchentlich) wird installiert. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sind geplant.

Zur Zeit wird die Wäscherei des Hauses mit neuen Geräten ausgestattet. Im Bau ist die Ausgestaltung des „Georg-Kraus-Stiftungsraumes“. Dieser Raum dient zur Gruppenarbeit und zur Beschäftigung der Senioren.